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Natur und Stadt erleben

Die Präfektur Saitama – mehr als nur der Vorort von Tokyo

Die Präfektur Saitama liegt direkt im Norden von Tokyo und bietet daher im Umkreis von 100 Kilometern nicht nur ideale Wohngebiete für Menschen, die zwar im Zentrum von Tokyo arbeiten, jedoch nicht in diesem leben möchten, sondern auch im Westen der Präfektur weitläufige Ebenen und Berglandschaften, die als die perfekten Ziele für einen Tagesausflug von der Hauptstadt aus eignen.

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Das Gebiet der Präfektur Saitama war traditionell als fruchtbare Landwirtschaftsregion, die einen Großteil der Nahrungsmittel für die Region Kantō produzierte, bekannt. Während der Edo-Periode herrschten viele fudai daimyōs über die einzelnen kleinen Domänen in der heutigen Saitama-Region. Und noch heute werden weite Teile, vor allem im Westen landwirtschaftlich genutzt, wobei Weizen als Rohstoff eine wesentlich höhere Rolle spielt als der Anbau von Reis.

Die jüngste Millionenstadt des Landes

Die Hauptstadt der Präfektur Saitama kann für sich genommen erstmal gar nicht auf eine so lange Geschichte zurückblicken. Denn sie entstand erst im Jahr 2001, nachdem man die Stände Urawa, Yono, und Ōmiya zusammengelegt hat. Der Name der Stadt Saitama stammt ursprünglich vom Bezirk Sakitama der heutigen Stadt Gyōda im nördlichen Teil der heutigen Präfektur Saitama. Der Bezirk Sakitama hat eine uralte Geschichte und sogar bereits in der berühmten Gedichtanthologie Man’yōshū, der ältesten Sammlung von Japanischen Waka, aus dem 8. Jahrhundert erwähnt.

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Die heutige Aussprache von Saitama entwickelte sich dabei natürlich im Laufe der Zeit aus dem Namen Sakitama. Ein weiterer interessanter Fakt ist auch, dass die Stadt Saitama im Gegensatz zur Präfektur offiziell in Hiragana und nicht in Kanji geschrieben wird. Sie ist daher die einzige Hauptstadt des Landes, deren Name ausschließlich in Hiragana geschrieben wird.

Saitama chichibu mountain
In Saitama sind die Berge nicht fern. Foto: Yukitaka Iha, Unsplash

Die Stadt Saitama als der Vorort zu Tokyo

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Die Stadt Saitama selbst hat eine Einwohnerzahl von über 1 Million, von denen ein Großteil täglich mit dem Zug nach Tokyo zur Arbeit und wieder zurück pendelt. Dabei dient der Bahnhof Ōmiya als primärer Verkehrsknotenpunkt in die Hauptstadt. Die hiesigen Nahverkehrszüge und Shinkansen machen diesen Bahnhof zu einem der belebtesten und verkehrsreichsten in der gesamten Kanto Region. Einer der Gründe dafür, dass es viele Menschen in die Stadt zieht ist, dass Saitama im direkten Vergleich mit Tokyo wesentlich niedrigere Lebenshaltungskosten hat. Auch die Mischung aus Großstadt sowie mehr ländlichen Gebieten ist ein Grund dafür, dass es die Menschen hierherzieht. Mit der direkten Verbindung zum pulsierenden Tokyo ist Saitama auch für Ausländer ein idealer Ort zum Leben.

Neben zahlreichen kleinen Märkten und Restaurants, die vorwiegend lokal angebaute Zutaten verwenden, befindet sich in der Stadt auch das größte Einkaufszentrum des Landes, das AEON Laketown.

Um mehr über die Kultur und Traditionen von Saitama zu erfahren, kann man sich in einer der 35 Sake-Brauereien der Stadt anmelden, die Führungen und Sake-Verkostungen anbieten. Ein weiteres empfehlenswertes Ausflugsziel ist das Eisenbahnmuseum, das von JR East mit dem Ziel betrieben wird, die Geschichte der Züge in Japan zu veranschaulichen. Gleichzeitig wird der Zugbetrieb durch interaktive Simulationen und Dokumentationen verständlich gemacht. Im Präfekturmuseum der Stadt kann man beeindruckende Artefakte aus der Antike bis hin zur Edo-Periode bewundern.

Saitama Heirin-ji
Nicht weit aus der Stadt raus, befindet man sich in einer anderen Welt. Foto: Engin Yapici, Unsplash

Die abwechslungsreiche Präfektur

Während innerhalb der Stadtgrenzen der Stadt Saitama eigentlich keine nennenswerten Berge oder Hügel zu finden sind, verändert sich das landschaftliche Bild der Präfektur, wenn man weiter in Richtung Westen geht. Hier bieten sich den Menschen, die hier leben, als auch denen, die die Präfektur besuchen eine vielseitige Landschaft aus weiten Ebenen und majestätischen Bergen. Selbstverständlich bietet auch Saitama die Möglichkeit einen wunderschönen Ausblick auf den Berg Fuji zu erhaschen. Die Stadt Chichibu bietet den Menschen vorwiegend weitläufige Natur und innerhalb dieser abwechslungsreichen Region zahlreiche lohnende Ziele. Eines dieser ist z.B. der Hitsujiyama Park, den die Menschen im April besonders zahlreich aufsuchen, um die scheinbar endlosen Felder der Shibazakura und den majestätischen Berg Fuji im Hintergrund zu bestaunen.

Das Chichibu Night Festival ist neben dem Kyoto-Gion-Festival und dem Hida-Takayama-Festival eines der drei größten Wagenfeste in Japan. Es ist das wichtigste Fest am Chichibu-Schrein und dient dazu die Goetter um Schutz for Naturkatastrophen zu bitten. Sechs Wagen, darunter zwei, mit farbenprächtigen Schnitzereien verzierte Blumenschirme, bringen glänzende Farbakzente in das winterliche Chichibu.

chichibu saitama nature
Die ruhe der Natur findet sich hier ueberall. Foto; Sophiya Ayame, Unsplash

Am Abend des 3. Januar werden die Papierlaternen, mit denen die Wagen geschmückt sind, angezündet und tauchen so den Himmel in der Abenddämmerung in einen goldenen Glanz.
Die Stadt Kawagoe nördlich von Toyko hat nicht ohne Grund den Spitznamen Koedo, was übersetzt kleines Edo bedeutet. Diese Stadt versprüht noch heute den Charme des alten Edo, den man in der eigentlichen Hauptstadt oftmals ein wenig genauer suchen muss. Mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten, traditionellen Geschäften und den beliebten saisonalen Veranstaltungen erwacht das Stadtgebiet besonders an den Wochenenden zum Leben und eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug aus dem Herzen Tokyos.

Das Lagerhallenviertel in der Kurazukuri-Straße ist geprägt von ehemaligen Lehmhäusern und typischen zweistöckigen Gebäuden aus der Zeit, in der die Stadt zu einem wichtigen Verkehrs- und Handelszentrum wurde. Die Toki no Kane, auch Glocke der Zeit genannt, ist eine der Sehenswürdigkeiten, die man nicht verpassen sollte. Dieser Turm zeigt seit Jahrhunderten die Zeit an und erklingt auch heute noch viermal pro Tag.

Saitama kawagoe
Willkommen in Klein Edo, Kawagoe. Foto: Kentaro Toma, Unsplash

Der Ort Johnson Town in Iruma, ist die perfekte Nachbildung einer amerikanischen Kleinstadt aus den 1950er Jahren. Ordentlich gepflegte Rasenflächen begrenzen die Holzhäuser im Stil der damaligen Epoche. An besonders malerischen Stellen sind Oldtimer geparkt und in den Restaurants werden natürlich hausgemachte Burger angeboten. Auch wenn Johnson Town auf den ersten Blick sehr amerikanisch anmutet, sind alle Einwohner und Ladenbesitzer Japaner. Es handelt sich um ein amerikanisches Traumland, geschaffen von Japanern für Japaner, was ebenfalls einen Teil des Charmes dieser Stadt ausmacht.

Die Stadt Kumagaya liegt am nördlichen Rand der Präfektur entlang der Nakasendo Strasse. In der Edo Zeit war diese Stadt eine florierende Post-Stadt. Interessanterweise gab es zu jener Zeit, obwohl der Ort an dieser wichtigen Verkehrsstraße lag, nur wenige Unterkünfte für die Durchreisenden bot.

Von über 1700 Haushalten waren es nur weniger als 2 Prozent, die auch als Unterkunft genutzt werden konnten. Im Vergleich zu den anderen Städten entlang der Nakasendo, war dies ein verschwindend geringer Teil. Heute ist die Stadt nicht nur bei Pilgern, die die Nakasendo Strasse entlang wandern bekannt, sondern auch wegen seiner traditionellen Feste, wie dem Uchiwa und dem Feuerwerks festival bekannt.

Weiterhin bietet Kumagaya das historische Viertel Shodenzan mit seinen beeindruckend gestalteten Shodendo. Um das Shodendo Gebäude herum befinden sich gemütliche kleine Läden und Süßwarengeschäfte im japanischen Stil, die ebenfalls in den traditionellen japanischen Häusern untergebracht sind. Auch die 500 Kirschbäume entlang des Arakawa Flusses und die Azaleen am Nogoji Tempel sind je nach Jahreszeit ein Garant für farbenfrohe abwechslungsreiche Anblicke.

Das Moomin Valley in Saitama

Auch wenn man vielleicht nicht unbedingt als Erstes an die Moomins denkt, wenn man sich mit Japan befasst, haben die Moomins in Japan nicht nur bei den Kindern einen besonderen Stand. Neben Moomin Cafés und offiziellen Geschäften gibt es immer wieder saisonal begrenzte Artikel, die man in verschiedenen Läden als Special kaufen kann. Ansonsten gibt es auch das Moomin Valley in Saitama, welches die Besucher umgeben von Natur in die Welt dieser ganz besonderen Wesen hineinziehen will.

Die Hauptattraktion ist ein dreistöckiges Muminhaus, das direkt aus den Seiten von Janssons Zeichnungen entstanden ist. Ausgestattet mit einer Speisekammer im Keller, einem Wohnzimmer, einem Esszimmer, Schlafzimmern und sogar dem Arbeitszimmer der Autorin auf dem Dachboden. Das Erlebnis konzentriert sich auf das Leben und die Geschichte der Mumins sowie auf das bewegte Leben der Künstlerin selbst.

Lokale Gerichte der Präfektur Saitama

Natürlich bietet auch die Präfektur Saitama ihre eigenen lokalen Spezialitäten, auf welche die Menschen hier besonders stolz sind.

Miso Kartoffeln in Chichibu

In der Chichibu-Region sind Miso-Kartoffeln eine der beliebtesten winterlichen Leckereien überhaupt. Es handelt sich hierbei um gebackene Kartoffeln, die mit einer süßen Miso-Soße übergossen werden. Dieses traditionelle ländliche Gericht ist heute vor allem als Snack an Straßenständen beliebt. Der süß-würzige Miso-Geschmack und die natürliche Beschaffenheit der gebackenen Kartoffel sind eine ideale Kombination.

Traditionell speisen in Kamagaya

Die aus dem in der Region angebauten Weizen hergestellten Udon aus Kumagaya sind reich an Geschmack und vor allem Qualität. Sie repräsentieren den Stolz der Region und stellen eine sehr geschätzte Grundlage für die Zubereitung dar.

Inari-Sushi, das Markenzeichen des Menuma Shodenzan Kangiin-Tempels ist ein relativ einfaches Gericht. Diese frittierten Tofutaschen mit in Essig eingelegtem Reis und handverlesenem Gemüse stehen im Einklang mit der fleischlosen Philosophie des Buddhismus und spiegeln die Frömmigkeit des ursprünglichen Wohltäters des Tempels, Lord Sanemori, wider.

Der süße Geschmack von Kumagaya findet sich in den berühmten Gokabo wieder. Gokabo sind gesüßte Reiskuchenrollen, die mit geröstetem Sojapulver bestrichen werden, auf eine Technik aus der Edozeit zurückgeht. Sie haben sich in der Stadt zu einer beliebten Souvenir-Süßigkeit entwickelt und bestechen durch ihren rustikalen und ländlichen Charakter.

Der abwechslungsreiche Nachbar von Tokyo

Auch wenn auf den ersten Blick Saitama für viele nicht ganz so spannend erscheint, bietet es sich doch an aufgrund der Nähe zu Tokyo einen oder vielleicht sogar einige Abstecher nach Saitama zu machen. Unweit des Trubels der Hauptstadt findet man hier schnell zahlreiche spannende Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben oder Menschen zu treffen. Die Präfektur bietet darüber hinaus, auch für Freunde der Natur viele Optionen den schnellen Alltag hinter sich zu lassen.

Weitere Informationen und Reiseideen findet man auf der Tourismus-Seite der Präfektur Saitama.

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