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HomeJapan entdeckenDie Präfektur Shiga - Natur und Japans größter See

Beliebtes Ausflugsziel nahe Kyoto

Die Präfektur Shiga – Natur und Japans größter See

Die Präfektur Shiga liegt in der Region Kansai auf Japans Hauptinsel Honshu. Sie hat keinen Zugang zum Meer, dafür befindet sich in ihr aber Japans größter Süßwassersee.

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Die heutige Präfektur entspricht den Grenzen der ehemaligen Provinz Omi, die im Zuge der Meiji Restauration mit den übrigen Provinzen aufgelöst wurde. Mit ihrer Lage an der wichtigen Tokaido Handelsstraße und der gleichzeitigen Nähe zu Kyoto hatte die Gegend eine wichtige strategische Bedeutung. Der berühmte Feldherr Oda Nobunaga macht sich dies zunutze und erbaute dort am Ufer des Biwa Sees 1576 mit der Burg Azuchi die erste moderne Burg Japans. Der Verwaltungssitz der heutigen Präfektur Shiga befindet sich in der Stadt Otsu am Südufer des Biwa.

Der Biwa See – Japans größter Süßwassersee

Der Biwa See befindet sich zentral in der Präfektur Shiga und wird vollständig von dieser umgeben. Oft wird der See beim Umriss der Präfektur berücksichtigt und er ist gleichzeitig auch das bekannteste Wahrzeichen der Gegend.

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Mit einer Gesamtfläche von 674 km² ist er größer als der Bodensee und zählt zu den ältesten Seen weltweit, der vor mehr als 4 Millionen Jahren entstand. Der Biwa versorgt rund 15 Millionen Menschen in der Region Kansai mit Trinkwasser und wird zudem für die Zucht von Süßwasserfischen und zur Perlenzucht genutzt.

Der Name entstand in der Edo Zeit und bezieht sich vermutlich auf die Form, welche an eine japanische Laute erinnert, die „biwa“ genannt wird. Heute ist der See gerade durch die Nähe zu Kyoto ein beliebtes Ausflugsziel und bietet unzählige Möglichkeiten an Wassersportarten und natürlich auch Badestrände. Gerade im Sommer sind die Temperaturen durch den See geringer als in anderen Teilen der Kansai Region, weswegen viele Menschen gerne zur Abkühlung hierherkommen.

Sonnenuntergang am Biwa See in Shiga.
Sonnenuntergang am Biwa See in Shiga. Bild: Nicole Kirchmeyr
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Außerdem ist der See sehr beliebt für das sogenannte „biwaichi“. Dies ist die Abkürzung für biwako isshu (びわ湖一周), was so viel bedeutet wie „einmal um den See Biwa“. Demnach wollen viele Besucher*innen den See umrunden – sei es mit dem Auto, dem Zug oder sogar zu Fuß. Am beliebtesten ist allerdings die Umrundung mit dem Fahrrad.

Omihachiman in Shiga

Die Stadt Omihachiman ist ein beliebtes Touristenziel in Shiga. Ihr Name setzt sich aus dem der ehemaligen Provinz Omi und dem des Gottes Hachiman zusammen. Durch die günstige Lage an einer der wichtigsten Handelsrouten des feudalen Japans gewann sie schnell an Bedeutung und war ein wichtiges Handelszentrum.

Heute ist die Stadt vor allem wegen ihrer gut erhaltenen und idyllischen Altstadt bekannt, die sich um einen kleinen Kanal herum gruppiert und vielfach in japanischen Filmen als Schauplatz dient. Auf dem kleinen Kanal kann man an Bootstouren teilnehmen, zudem befinden sich in den meisten der alten Häuser Restaurants oder Souvenirläden.

Idylle am Kanal in Omihachiman.
Idylle am Kanal in Omihachiman. Bild: Nicole Kirchmeyr

Neben der Altstadt befindet sich dort außerdem der namensgebende Himure Hachimangu Schrein, ein von hohen Bäumen umgebener Shinto Schrein. Er befindet sich am Fuße des nahen Berges Hachiman und ist wegen seiner Lage nahe dem Wald sehr beliebt für die besondere Atmosphäre. Eine Seilbahn fährt ganz in der Nähe hoch auf den Berg, allerdings gibt es auch Wanderrouten, die selbst für wenig geübte Wanderer leicht zu bewältigen sind.

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Vom Gipfel des Berges hat man einen Blick auf den Biwa See, zudem liegt hier der Zuryuji Tempel, der einst in Kyoto stand und später hierher verlegt wurde.

Omi Rind – Top Wagyu aus Shiga

Der Begriff Wagyu (和牛) bedeutet wortwörtlich so viel wie „japanisches Rind“ und bezeichnet daher ganz allgemein japanische Rinderrassen. Als Qualitätsmerkmal wird daher sehr häufig eine Gegend angenommen, in der die Rinder nach teilweise sehr strengen Kriterien aufgezogen werden.

Neben dem berühmten Kobe-Rind gehören das Matsuzaka-Rind aus Mie und das Omi-Rind aus Shiga zu den Top 3 Wagyu Sorten Japans. Angeblich ist das Omi-Rind dabei die älteste dieser Art und ist nach der ehemaligen Provinz benannt.

Omi-Rind ist eine Spezialität aus Shiga.
Omi-Rind ist eine Spezialität aus Shiga. Bild: Nicole Kirchmeyr

Angeblich wurden Omi Rinder früher von Shiga über den Hafen in Kobe nach Tokyo transportiert und daher in Tokyo als „Kobe Rinder“ deklariert. Auf jeden Fall aber werden Omi Rinder meist länger aufgezogen und erhalten viel Auslauf, damit das Fleisch seine typische Marmorierung erhält, die es so beliebt macht.

Man findet in Shiga überall Restaurants, die auf das hochwertige Fleisch spezialisiert sind. Man isst es besonders gerne in kleinen Würfeln auf einer heißen Platte angebraten, aber auch hauchdünn und auf Reis als Sushi roh verzehrt wird es gerne.

Schwimmende Tempel und Schreine

Der Biwa See selbst ist bereits eine beliebte Attraktion in Shiga und bietet neben Sandstränden auch viele weitere idyllische Landschaften. Ein beliebtes Wahrzeichen ist der Shirahige Schrein, der angeblich fast 2000 Jahre alt ist.

Der Schrein ist vor allem für das im Wasser stehende Torii bekannt, das ein beliebtes Fotomotiv ist und an das berühmte „schwimmende Tor“ auf der Insel Miyajima erinnert. Gerade zum Sonnenauf und -untergang ist der Schrein besonders beliebt.

Die schwimmende Tempelhalle am Biwa See.
Die schwimmende Tempelhalle am Biwa See. Bild: Nicole Kirchmeyr

Ein weiteres Highlight ist die „schwimmende Tempelhalle“ des Mangetsuji Tempels. Diese befindet sich auf Stelzen im Biwa See und kann über eine kleine Brücke erreicht werden. Auf dem Gelände befindet sich außerdem das Gyokuko-Tei Teehaus und einige sehr alte Kieferbäume. Ein etwa 600 Jahre altes Exemplar befindet sich nahe dem Ufer und überspannt sogar die Brücke zur Tempelhalle.

Sowohl der Schrein als auch der Tempel lohnen sich besonders in den Abendstunden, wenn die Sonne für eine besondere Atmosphäre sorgt.

Fahrradfahren in Shiga

Ein Ausflug in die Präfektur lohnt sich auch besonders für Fahrradfahrer*innen. Rund um den See befinden sich gut ausgeschilderte Radwege und man kann an vielen Orten Fahrräder ausleihen – vielfach auch E-Bikes. Die Fahrradrouten um den Biwa wurden in den letzten Jahren immer beliebter und so fahren mittlerweile mehr als 100.000 Radler*innen pro Jahr um den See herum.

Eine komplette Umrundung des Sees hat je nach Route eine Distanz von etwa 200 Kilometern und kann von geübten Radler*innen an einem Tag zurückgelegt werden, in der Regel aber empfiehlt es sich, die Strecke in Etappen über mehrere Tage zu verteilen. So hat man zudem mehr Zeit, die Sehenswürdigkeiten entlang des Sees zu besuchen. Zudem finden sich viele Unterkünfte und Rastmöglichkeiten auf dem Weg.

Shiga bietet unzählige Möglichkeiten und eher weniger bekannte Orte und Sehenswürdigkeiten, der besonders für Naturliebhaber*innen und Outdoor-Fans interessant sind. Die Nähe zu Kyoto macht die Gegend außerdem sehr attraktiv für Tagesausflüge. Vom Bahnhof Kyoto nach Omihachiman benötigt man mit der Bahn beispielsweise nur etwa eine halbe Stunde. Mehr Informationen zur Präfektur finden sich auf Japan Travel.

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