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Ein Geheimtipp für Touristen

Die Präfektur Tottori – Von den gigantischen Dünen bis zu den winzigen Glühwürmchen

Die Präfektur Tottori, nicht zu verwechseln mit dem berühmten Tottoro aus dem Ghibli Kultfilm, befindet sich im Westen der Hauptinsel Honshu. Tottori ist die Präfektur mit der geringsten Bevölkerung in Japan.

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Vor allem bekannt wegen seiner majestätischen Dünenlandschaft, hat die Präfektur natürlich noch viel mehr zu bieten. Neben wichtigen, heiligen Stätten und Wanderpfaden, hat die Präfektur darüber hinaus noch zahlreiche heilsame Onsen-Städte zu bieten, welche auf jeden Fall besucht werden sollten, wenn man sich schon einmal in der Nähe befindet.

Der Name Tottori und seine Geschichte

Der Name der Präfektur Tottori und der gleichnamigen Hauptstadt komme ursprünglich von einem Clan aus dem Altertum namens Tottori-go, der auf den Ebenen um den Berg Kyusho lebte. Man geht außerdem davon aus, dass dieser Clan von Anwohnern aus dieser Region mit dem Namen Totoribe hervorgegangen ist.

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Überdies findet der Name Tottori Erwähnung im Kojiki. In einer Passage darin wird erzählt, dass der Kaiserliche Hof der Yamato angeordnet hatte, was die verschiedenen Völker fangen sollen, das daraufhin als eine Art Steuer eingesammelt wurde. Die Jäger, die in der damals noch sumpfigen Region des heutigen Tottori lebten, wurden in das herrschaftliche System integriert, nachdem man in der Region Yamato, in der heutigen Nara Präfektur, ein Regierungssystem etabliert hatte.

Im Nihon Shoki befindet sich außerdem eine Erzählung darüber, dass der Kaiser Taruhito in Sorge darüber war, dass der Prinz Homutsubetsu selbst mit Erreichen der Volljährigkeit noch immer nicht sprechen konnte. Eines Tages sah der Kaiser einen Schwan am Himmel fliegen. Er fragte sich, was das denn sein könnte und befahlt daraufhin den Vogel zu fangen. Amanoyukawa folgte dem Schwan durch das ganze Land bis in die Region des heutigen Yasugi, damals noch Izumo genannt. Hier gelang es ihm, den Vogel zu fangen, um diesen dann zu seinem Herrscher zu bringen. Er erhielt daraufhin den Titel Tottorizo.

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Tottori als Ort tauchte nachweisbar erstmals in einer Notiz aus dem Jahre 940 auf. Zu dieser Zeit war die Stadt noch ein einzelnes von fünf Dörfern in der Provinz Inaba.

Tottori als die Hauptstadt der Präfektur

Im Jahr 1581, nachdem Toyomoti Hideyoshi, später bekannt als Hashiba Tottori, die Burg angriff und die Schlacht gewann, wurde diese Burg zu einer Burgstadt erweitert. Im Jahr 1617 wurde Lord Ikeda Mitsumasa von der Burg Himeji nach Tottori geschickt, worauf er große Fortschritte dabei machte, die Burgstadt erfolgreich zu erweitern. Eine der damals bemerkenswertesten Errungenschaften war die Ausgrabung des Fluss Fukuro. Ebenso ließ er zahlreiche Tempel errichten und sorgte dafür, dass sich florierenden Handels und Handwerksbezirke in der Stadt entwickeln konnten. All seine Errungenschaften bildeten daraufhin den originalen Grundriss der alten Stadt Tottori.

Im Rahmen der Regierungspolitik zur Abschaffung der Clans und zur Einrichtung von Präfekturen wurden im Jahr 1871 Inaba und Hoki, was die alten Namen der östlichen und westlichen Teile der Präfektur Tottori waren, zur heutigen Präfektur Tottori zusammengelegt. Obwohl die Präfektur Tottori 1876 vorübergehend in die Präfektur Shimane eingegliedert wurde, erlangte Tottori 1881 seine Stellung als unabhängige Präfektur zurück und seither ist die Stadt Tottori auch die Hauptstadt der Präfektur.

Tottori und die Jahreszeiten

Die Präfektur Tottori gilt als eine Präfektur, die man das ganze Jahr über auf vielfältige Weise erkunden kann. Auch gilt die Präfektur durch ihr Klima und seine Onsen als besonders gut für die Haut.

Tottori rural Fuu ji unsplash
Jede Jahreszeit bietet ihre eigene Faszination. Foto: Fuu J, Unsplash

Im Frühling ist das Wetter relativ mild, wobei die Temperaturen noch bis auf 3 Grad je nach Region abfallen können. Diese Zeit eignet sich besonders gut für zahlreiche Outdoor-Aktivitäten wie Wanderungen oder gemütliche Spaziergänge an den zahlreichen Hanami Spots der Präfektur.

Im Sommer beginnt auch die Wandersaison am Berg Daisen und wie auch sonst überall in Japan, werden auch in Tottori die verschiedensten Sommerfeste veranstaltet. Dazu gehören z.B. das Shan Shan Festival in der Hauptstadt und das Yonago Gaina Festival in der Stadt Yonago.

Die Höchsttemperaturen in Tottori bewegen sich zumeist in einem Bereich knapp unter 30 Grad, was die Präfektur für sommerliche Aktivitäten ideal macht, ohne bei Gepäck zu viel ins Schwitzen zu kommen.

Der Herbst verwandelt auch diese Präfektur in ein Farbenspiel unter der goldenen Herbstsonne. Ab Oktober beginnt sich das Laub der Bäume zu verfärben und die Zeit des Momiji rückt an. Neben der Betrachtung der farbenfrohen Landschaften ist auch das Fahren mit einem Kayak im Herbst eine beliebte Beschäftigung.

Ab November beginnen die Temperaturen rapide zu sinken und sogar der erste Schnee kann fallen. Der eigentliche Winter zieht sich dann von Dezember bis Februar und ist prädestiniert für verschiedenste Wintersportarten wie Ski oder Snowboarden. Außerdem eignet sich die kalte Jahreszeit auch dafür, in den zahlreichen Onsen der Präfektur zu entspannen.

Tottori rural Fuu J unsplash
In Tottori geht es hauptsächlich darum, das ländliche Japan zu erleben.

Einige Einblicke in die verschiedenen Höhepunkte von Tottori

Die berühmten Dünen von Tottori bilden eine kleine Wüste entlang der Westküste von Japan. Sie sind ein seltenes Naturphänomen. Die Dünen sind aus Sedimenten entstanden, die der Sendai-Fluss aus den Bergen von Chugoku in das Japanische Meer getragen hat und sie sind bereits Tausende von Jahren alt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde ein Wiederaufforstungs-Gesetz eingeführt, worauf sich die Fläche nicht mehr weiter erweitert. Heute hat die Wüste eine Größe von 16 Kilometer von West nach Ost und ungefähr zwei Kilometer vom nördlichen bis zum südlichen Ende.

Aufgrund der hohen Touristenzahlen, die teilweise die 2 Millionen pro Jahr erreichen, muss die Präfektur regelmäßig Sand auffahren, um die Wüste neu aufzufüllen.  Überdies sind Teile der Küstenlinie mit einer Mauer vom Meer abgetrennt, damit hohe Wellen den Sand nicht im Übermaß abtragen können.

Die Dünen selbst erreichen bisweilen eine Höhe von 47 Metern über dem Meeresspiegel, wobei der bekannteste Teil der Wüste sich auf einer Länge von 500 Meter vom Besucherzentrum bis zum Strand erstreckt. Von hier aus kann man einen fantastischen Blick über die Wüste erhaschen und außerdem an einer Tour auf einem Kamel oder Pferd teilnehmen.

Die Stadt Nichinan ist eine malerische Bergregion in der Präfektur und bekannt für ihre besondere Attraktion im Sommer, das Fukumaki Glühwürmchenland, genannt Fukumaki Hotaru-no-Kuni. Wenn es dunkel wird, werden die Wälder rund um den Fluss von Tausenden leuchtenden Glühwürmchen erhellt.

Diese atemberaubende Kulisse ist eines der märchenhaftesten Reiseziele Japans. Hier tanzen und flackern rund 20.000 Glühwürmchen wie die unzähligen Sterne des Nachthimmels. Fukumaki stellt einen der seltenen Orte in Japan dar, an dem man zwei Arten von Glühwürmchen, die Genji-botaru am Fluss und die Hime-botaru am Berghang, gleichzeitig und in großer Zahl beobachten kann. Auf einem 1,5 km langen Pfad gibt es insgesamt fünf Aussichtspunkte, von denen aus man die umherschwirrenden Glühwürmchen bewundern kann.

In der Regel beginnt die Glühwürmchensaison Ende Juni mit dem Auftreten der Genji-botaru, gefolgt von den Hime-botaru bis Mitte Juli. Die beste Zeit, um die Glühwürmchen zu sehen, ist zwischen 20 und 21 Uhr.

Tottori Park LiveLyfePhotography Pixabay
Wälder, Berge, weitläufige Parkanlagen. Tottori ist vielseitig. Foto: LiveLyfePhotography, Pixabay

Das Tottori Shan-Shan-Festival, das jedes Jahr vom 13. bis 15. August veranstaltet wird, gilt als größtes jährliches Ereignis in der Präfektur. Die Veranstaltung ist so beliebt, dass sie 2014, zum 50-jährigen Jubiläum, als größter Regenschirm-Tanz der Geschichte in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen wurde.

Das Highlight des Festes ist der Regenschirmtanz Issei Kasa Odori, bei dem bis zu 4.000 Teilnehmer mit dekorativen bunten Regenschirmen in der Hand durch die Stadt ziehen und kunstvolle und choreografische Tänze aufführen. Die handgearbeiteten Schirme bestehen aus einem Gerüst aus Bambus, das mit Washi-Papier bespannt ist. Sie sind rot und blau bemalt, wobei der Schirm mit Glocken und silbernen und goldenen Papierstreifen verziert ist.

Die Bezeichnung „shan-shan“ ist eigentlich eine Lautmalerei und steht sowohl für den Klang einer läutenden Glocke als auch für kochendes Wasser, wie man es in einer der vielen heißen Quellen von Tottori hören kann.

Nicht weit vom Bahnhof Tottori befinden sich die Überreste der Burg Shikano-Jo. Die Burg liegt inmitten der Shikano-Jo Parkanlage, in der sich unweit der Burg auch das berühmte Jinpukaku vom Architekten Katayama Tokuma und das Präfektur-Museum von Tottori befindet. Auf der Anlage wurden darüber hinaus außerdem 400 Kirschblüten sorgfältig gepflanzt, was diesen Ort auch und vor allem im Frühjahr zu einem beliebten Ausflugsziel macht.

Aus der Geschichte der Burg Shikano-Jo ist vor allem eine Geschichte noch heute bekannt. Die Belagerung im Jahr 1581 als sie von den Truppen des Feudalherrn Toyotomi Hideyoshi angegriffen wurde. Diese Belagerung zog sich über 200 Tage hin, bis sich die Truppen angesichts des Hungertods zur Kapitulation gezwungen sahen. Einige Überlebende sollen später an einer Überernährung gestorben sein.

Tottori tradition shrine Samhui2010 pixabay
Inmitten der Natur gibt es auch eine menge Tradition. Foto: Samhui2010, Pixabay

Spezialitäten aus Tottori

Die Lage und die Wasserqualität von Tottori bieten ideale Bedingungen für den Krebsfang. Daher ist Tottori der größte Krabbenlieferant Japans und fängt nicht nur mehr als jede andere Präfektur, sondern sogar dreimal so viel wie die Präfektur Hokkaido. Obwohl Tottori seine Produkte an andere Präfekturen liefert, reisen viele Feinschmecker aus ganz Japan an, um den frischesten Fang vor Ort zu probieren.

Die Präfektur Tottori ist auch für ihre ausgezeichneten Felsenaustern, japanischen Sandfische, Mosa-Garnelen, weißen Tintenfische und viele andere maritime Köstlichkeiten bekannt. Am beliebtesten ist jedoch die Matsuba-Krabbe, die ausschließlich von November bis Februar zu bekommen ist. Diese Krabbe hat einen besonders feinen erlesenen Geschmack, der sich in ihrem weichen Fleisch widerspiegelt und sie zu einem wahren Leckerbissen macht.

Doch nicht nur für die Freunde von Meeresfrüchten bietet Tottori etwas. Im Jahr 2017 ist das Tottori Wagyu zum besten Wagyu von ganz Japan gewählt worden. Die Haupteigenschaft von Wagyu aus Tottori ist, dass das Fleisch so zart ist, dass es im Mund zu schmelzen scheint. Diese Eigenschaft ist das Ergebnis der hohen Konzentration von Fettsäure, die in diesem Fleisch enthalten ist. Angesichts dessen ist Tottori-Wagyu auch unter dem Markennamen Oleic 55 bekannt. Obwohl das Wagyu aus Tottori ausgezeichnet als Steak und Yakiniku geeignet ist, wird dieses Rindfleisch vor allem in Form von Shabu Shabu serviert.

Eine selbst in Japan seltene Ramen Variante wird ebenfalls in der Präfektur Tottori angeboten. Gyukotsu Ramen sind Ramen auf Basis einer Brühe mit Rinderknochen. Gyukotsu-Ramen sind bekannt für den reichhaltigen, klaren und zugleich feinen Geschmack. In den letzten Jahren sind zahlreiche Ramen-Fans aus dem ganzen Land nach Tottori gereist, um Gyukotsu-Ramen zu probieren.

Ein weiteres beliebtes Nahrungsmittel innerhalb der Präfektur ist das Curry, das hier in verschiedensten Arten angeboten wird. In keiner Präfektur in Japan wird jährlich so viel Curry gegessen wie in Tottori. Aufgrund der Beliebtheit gibt es zahlreiche Restaurants und Cafés in Tottori, die jeweils ihre eigene Form des Curry kreiert haben. Von klassisch über Curry mit Tonkatsu bis zu farbenfrohen und fotogenen Variationen gibt es unendliche Möglichkeiten für Fans von Curry sich hier durchzuprobieren.

Die geringste Bevölkerungsdichte und doch so viel zu bieten.

Tottori bietet aufgrund seiner Lage viele verschiedene Möglichkeiten den Urlaub, aber auch das Leben zu genießen. Zwischen den gewaltigen Dünen und den winzigen Glühwürmchen gibt es zahlreiche landschaftliche Aspekte, welche die Menschen nicht nur auf vielseitige Weise beschäftigen, sondern auch ernähren. Hochwertige natürliche Wasservorkommen in unberührten Landschaften sorgen für eine hohe, eher entspannte Lebensqualität und zahlreiche Optionen für Outdoor-Aktivitäten. Wer seinen Urlaub in Richtung Tottori verlegen möchte, der findet auf der offiziellen Tourismus-Webseite der Präfektur zahlreiche weiterführende Informationen.

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