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Einblicke in die japanischen Alpen

Die Präfektur Toyama – Handwerk und alpine Landschaft

Die Präfektur Toyama liegt in der Region Chubu und besitzt sowohl einen Zugang zum Japanischen Meer als auch zu den japanischen Alpen.

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Die Grenzen von Toyama entsprechen denen der historischen Provinz Etchu, in der Edo Zeit aber wurde das Gebiet geteilt und den Fürstentümern Toyama und Kaga zugeteilt, die beide von Linien des einflussreiche Maeda Clans beherrscht wurden. Mit der Abschaffung der Fürstentümer im Zuge der Meiji Restauration wurden neue Grenzen für die späteren Präfekturen gelegt, zunächst aber wurde die Gegend dabei zwischen Ishikawa und Niigata aufgeteilt. Erst später entstand die heutige Präfektur Toyama nach den alten Grenzen von Etchu. Verwaltungssitz ist die gleichnamige Stadt.

Beeindruckende Berglandschaften in Toyama

Schon der Name der Präfektur zeigt, was diese Gegend allem voran auszeichnet, denn übersetzt bedeutet er so viel wie „reich an Bergen“. Mit einer Höhe von 3.015 Metern ist dabei vor allem der Tateyama bekannt, einer der drei heiligen Berge Japans neben dem bekannten Fuji und dem Berg Haku. Er besteht aus drei Gipfeln und bietet eine Vielzahl an beliebten Wanderrouten, wie beispielsweise die auf den Oyama Gipfel, welche auch zum gleichnamigen Schrein führt.

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Der Tateyama ist außerdem Teil der bekannten Tateyama Kurobe Alpine Route, welche die Städte Dentetsu Toyama in der Präfektur Toyama und Shinano Omachi in der Präfektur Nagano miteinander verbindet. Die Route bietet einige Besonderheiten und ist daher sehr beliebt. Sie wird mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt und ist für private Fahrzeuge nicht passierbar. Die Route bietet eine große Vielfalt und zeigt unterschiedliche Aspekte der japanischen Alpen.

Tateyama Schneekorridor und das Murodo Plateau

Das Murodo Plateau ist der höchste Teil der alpinen Route und ist meist der Ausgangspunkt von verschiedenen Wanderrouten in der Gegend. Hier befinden sich auch Hotels, Campingplätze und heiße Quellen. Der Ausblick auf das sogenannte Höllental und die umliegenden Alpen machen die Gegend zu einem beliebten Reiseziel und einem der Höhepunkte auf der Route.

Der Tateyama Schneekorridor ist eines der Highlights auf der alpinen Route.
Der Tateyama Schneekorridor ist eines der Highlights auf der alpinen Route. Bild: Ming-yen Hsu (CC BY-ND 2.0)
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Eine absolute Besonderheit von Toyama befindet sich nur unweit des Plateaus und ist jedes Jahr vor allem im April und im Mai zu sehen. Denn die Gegend ist eine der schneereichsten der Welt und beim Räumen der Straße entstehen hier meterhohe Wände aus Schnee, weswegen die Attraktion Tateyama Schneewall oder Schneekorridor genannt wird. Von April bis Ende Juni halten die hier auf der Route fahrenden Busse sogar, sodass Besucher*innen aussteigen und den etwa 500 Meter langen Korridor aus der Nähe bewundern können. Von Dezember bis März ist der Schnee hier so hoch, dass die gesamte Route gesperrt ist.

Kunsthandwerk in Toyama

Die Präfektur und ganz besonders die dortige Stadt Takaoka kann auf eine vier Jahrhunderte alte Geschichte an Kunsthandwerk zurückblicken. Allem voran ist hier die Kunst der Metallverarbeitung einer der Höhepunkte und so finden sich viele Gießereien und Handwerkszentren mit diesem Fokus.  Ursprünglich wurden vor allem Utensilien für die Teezeremonie, Vasen und Beschläge für buddhistische Altäre hergestellt, heute aber findet man hier auch elegante Haushaltswaren und Utensilien aus Zinn, Messing und Bronze.

Ein weiteres Wahrzeichen der Gegend ist der große Buddha von Takaoka, auch Takaoka Daibutsu genannt. Er gehört zu den drei „großen Buddha“ Statuen Japans, neben dem Buddha im Todaiji Tempel in Nara und dem Kamakura Daibutsu. Die Statue wurde nach traditionellen lokalen Gusstechniken aus Bronze gefertigt und wiegt um die 65 Tonnen bei einer Höhe von fast 16 Metern.  Traditionelle Bronze- und Kupferwaren sind schon seit der Herrschaft des Maeda Clans ein wichtiges Merkmal von Toyama und die Gegend gilt als Heimat der besten Bronzewaren Japans.

UNESCO-Weltkulturerbe Gokayama

Ähnlich wie die etwas bekanntere Gegend Shirakawago in der Präfektur Gifu ist auch das kleine Bergdorf Gokyama bekannt für die teilweise mehr als 300 Jahre alten Bauernhäuser, die im traditionellen Gassho Stil erbaut wurden. Diese Architektur mit den Stroh gedeckten Dächern ist so konstruiert, dass sie auch den starken Schneemassen der Region standhalten können.

Die etwa 30 Bauernhäuser sind mitunter kleine Museen und manche von ihnen wurden sogar zu traditionellen Herbergen umgewandelt, in denen man übernachten kann. Während sich die Gegend im Winter in ein Schneeparadies verwandelt, findet man im Sommer kleine Felder, die von den lokalen Bauern bestellt werden.

Idylle im UNESCO-Weltkulturerbe Gokayama.
Idylle im UNESCO-Weltkulturerbe Gokayama. Bild: Raita Futo (CC BY 2.0)

Toyama ist vor allem für Wanderer und Fans von Bergen und Natur eine Reise wert und beeindruckt mit einer großen landschaftlichen Vielfalt. Mehr Informationen zur Präfektur und den dortigen Höhepunkten finden sich auf Japan Travel.

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