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Zwischen Bergen und dem Meer

Die Präfektur Yamagata – Japans 3 heilige Berge

Die Präfektur Yamagata liegt in Japans nördlicher Region Tohoku und zeichnet sich vor allem durch malerische Berglandschaften und heiße Quellen aus.

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In der Vergangenheit bildeten Yamagata und die Präfektur Akita gemeinsam die historische Provinz Dewa. Einst lebte hier das indigene Volk der Ezo, ab der Heian Zeit (794–1185) fiel die Gegend dann unter die Herrschaft der einflussreichen Familie der Fujiwara. Die gleichnamige Stadt, die heute Verwaltungssitz der Präfektur ist, gewann vor allem während der Edo Zeit an Bedeutung, da sie eine wichtige Burgstadt war und gleichzeitig Poststation auf einer wichtigen Handelsroute dieser Zeit.

Yamadera – der Tempel in den Bergen

Nur eine kurze Zugfahrt von der Stadt Yamagata entfernt befindet sich eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Präfektur. Der Risshakuji Tempel wurde hier schon im Jahre 860 erbaut und im Laufe der Zeit immer weiter ausgebaut. Weil der Tempelkomplex sich über mehr als 1000 Stufen den dortigen Berg hinauf erstreckt, ist er allgemein als Yamadera bekannt, was wörtlich so viel wie „Bergtempel“ bedeutet.

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Durch die einzelnen Ebenen, die sich in die umliegende Natur einfügen, gilt er als Ort besonderer Schönheit und inspirierte schon den berühmten Dichter Basho zu einem seiner bekannten Haiku Gedichte. Diesem ist auch ganz in der Nähe des Tempels ein Museum gewidmet, in welchem man Werke von ihm bewundern kann. Von den oberen Ebenen hat man einen Ausblick auf die umliegende Natur.

Yamadera - der Tempel in den Bergen.
Yamadera – der Tempel in den Bergen. Bild: Denise Metz/ Unsplash

Skifahren, Wandern und Entspannen in Zao Onsen

Die Gegend rund um den Berg Zao bietet eine Vielzahl von Aktivitäten zu jeder Jahreszeit. Im Sommer ist der Berg Zao ein beliebtes Wandergebiet und bietet unzählige Routen, gleichzeitig ist er auch mit einer Seilbahn verbunden. Eine besonders beliebte Attraktion ist der Okama Krater, ein Vulkansee auf dem Gipfel des Zao, der für sein außergewöhnliches Farbspiel bekannt ist. Oft wechselt er mehrmals am Tag die Farbe und erscheint dabei in unterschiedlichen Blau- und Türkistönen.

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Im Winter dagegen verwandelt sich die Gegend in ein Schneeparadies und zieht somit viele Wintersport-Fans an. Das dortige Skiresort ist eines der bekanntesten in Yamagata und begeistert neben seinen 25 Abfahrten und 36 Liften mit einem ganz besonderen Phänomen: Die sogenannten „Schneemonster“- so werden die dortigen Bäume genannt, die durch die feuchte Luft mit vielen Schichten aus Schnee überzogen werden und somit ihre außergewöhnliche Gestalt erhalten. Sie befinden sich um den Gipfel des Skigebietes und sind in der Regel Mitte Februar zu sehen.

"Schneemonster" am Berg Zao in Yamagata.
„Schneemonster“ am Berg Zao in Yamagata. Bild: Josef Diermair/ Japan Travel

Am Fuße des Berges liegt außerdem einer der bekanntesten Kurorte der Gegend: Zao Onsen gehört angeblich zu den ältesten Orten in ganz Japan, an denen das dortige Thermalwasser genutzt wurde, um darin zu baden. Heute befinden sich dort viele Ryokan-Unterkünfte mit anschließenden heißen Onsen, in denen man nach einem ereignisreichen Tag in der Gegend entspannen kann.

Zudem befindet sich in der Präfektur Yamagata noch ein weiterer bekannter Kurort. Ginzan Onsen gilt als eine der schönsten Onsen-Städte in ganz Japan und begeistert mit einem traditionellen Stadtbild und vielen heißen Quellen. Gerade im Winter ist die Gegend sehr beliebt und strahlt mit den schneebedeckten traditionellen Gebäuden gerade Abends einen besonderen Charme aus.

Das Gebiet entwickelte sich einst um die hier ansässige Silbermine, der es auch den Namen verdankt, den Ginzan bedeutet so viel wie „Silberberg“. Das Stadtzentrum ist eine Fußgängerzone und besticht mit rechts und links neben dem Fluss angesiedelten traditionellen Häusern, von denen die meisten Ryokan sind, in denen man übernachten kann. Diese besitzen alle ihre eigenen Onsen und gegen eine Gebühr kann man diese auch nutzen, wenn man kein Übernachtungsgast ist.

Ginzan Onsen zählt zu den schönsten Kurorten in Japan.
Ginzan Onsen zählt zu den schönsten Kurorten in Japan. Bild: Tom Roseveare/ Japan Travel

Dewa Sanzan – 3 heilige Berge in Yamagata

Dewa Sanzan bedeutet wörtlich die „3 Berge von Dewa“ und bezieht sich damit auf die ehemalige historische Provinz. Es handelt sich dabei um drei heilige Berge, die gerne in Form einer Pilgerroute besucht werden und nahe den Gipfeln jeweils einen Schrein besitzen. Diese Art von Bergreligion wird Shugendo genannt und vereint Traditionen aus dem Buddhismus und dem Schintoismus. Durch die harte körperliche Anstrengung soll das „Buddha-Werden in diesem Leben“, beziehungsweise Erleuchtung, das Ziel sein.

Die drei in Yamagata liegenden heiligen Berge Hagurosan, Gassan und Yudonosan repräsentieren das Leben, den Tod und die Wiedergeburt und werden meistens auch in dieser Reihenfolge als Teil einer Pilgerreise bestiegen. Aufgrund der teilweise starken Schneefälle kommen die meisten Besucher:innen und Pilger:innen in den Monaten von Juni bis September, um hier die Berge zu besteigen. Die abgelegene Gegend und die Nähe zur Natur machen die Wanderwege in Yamagata auch für Touristen interessant und viele Menschen genießen die idyllische Gegend ohne einen religiösen Hintergrund.

Die Handelsstadt Sakata

An der Küste von Yamagata befindet sich die Stadt Sakata, die noch bis in die Meiji Zeit eine der reichsten Handelsstädte Japans war. Sie war Sitz des Honma Clans, der seiner Zeit die wohlhabendste und einflussreichste Familie von Kaufleuten in ganz Japan war. Noch heute findet man in der Stadt ehemalige Residenzen und Warenhäuser der Honma, zudem gibt es dort ein Reis-Museum, das den enormen Wert von Reis in der damaligen Zeit zeigt. So wurde die Reisproduktion früher in einer Einheit namens Koku gemessen, die wiederum allgemein auch als eine Vermögenseinheit gebräuchlich war. Man gab damit also früher auch das Vermögen von Fürsten in Koku an, also in der Menge an Reis.

Maiko im Somaro Teehaus in Sakata.
Maiko im Somaro Teehaus in Sakata. Bild: Luca De Pasquale

Ein weiteres Highlight der Stadt Sakata ist das Somaro Teehaus, das nicht nur eine lange Geschichte vorweisen kann, sondern in dem man auch heute noch bei einem Besuch echte Maiko, also Geisha in Ausbildung, treffen kann. In der Edo Zeit war es als Soma-ya bekannt und noch kein Teehaus, sondern ein Ryotei, ein traditionelles japanisches Restaurant. Heute ist das Somaro Museum und Teehaus in einem und man kann hier mehr über die Geschichte der Geisha erfahren und dabei auch einem Maiko-Tanz beiwohnen. Am Ende ist es sogar möglich, sich kurz mit den Damen zu unterhalten und ein Erinnerungsfoto zu machen.

Yamagata ist eine Präfektur mit einer Fülle an Möglichkeiten für Outdoor-Fans und Wellnessliebhaber:innen, die Besucher:innen zudem auch viele eher unbekannte Aspekte der japanischen Kultur und Religion erfahren lässt. Mehr Informationen finden sich auf Japan Travel.

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