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Eindrücke aus Japan: Ginkakuji in Kyoto

Kyoto ist berühmt für seine zahlreichen Tempel und Schreine. In der vergangenen Woche haben wir euch den Kinkakuji, Kyotos goldenen Pavillon, vorgestellt. Diese Woche erfahrt ihr mehr über seinen Nachfolger: der Ginkakuji, auch bekannt als silberner Pavillon.

Der Ginkakuji (銀閣寺) wurde 1482 nach dem Vorbild des goldenen Pavillons durch Ashikaga Yoshimasu, dem Enkel Yoshimitsus, erbaut. Auch dieses Gebäude war ursprünglich Ruhestandsvilla und wurde nach dem Tod des Besitzers 1490 in einen Zen-Tempel umgewandelt. Offiziell trägt das Tempelgelände im Nordosten Kyotos den Namen Jishoji (慈照寺). Yoshimasa pflegte die Kultur und schuf durch seine ästhetischen Vorstellungen und die Förderung von Künstlern die noch heute spürbare Higashiyama-Kultur.

Über die Jahrhunderte wurde ein Großteil der Gebäude durch Feuer und Erdbeben zerstört. Zwei Gebäude haben aber alle Katastrophen überstanden und datieren heute noch zurück in das 15. Jahrhundert. Dazu zählt auch der Ginkakuji, an dem natürlich trotzdem Renovierungs- und Sicherungsarbeiten stattgefunden haben.

Die Architektur und das Tempelgelände

Ginkakuji Kyoto
© Sumikai/Claudia Yoko-chan

Der Ginkakuji besteht wie der Kinkakuji aus verschiedenen Architekturstilen. Die untere Etage wurde im Shinden-Stil gebaut, der für Paläste der Heian-Zeit verwendet wurde. Die obere Etage entspricht dem Stil eines chinesischen Chan-Tempels. Auf dem Dach im Hyogo-Stil befindet sich die Bronzefigur eines Phönixes. Im Inneren steht eine Kannon-Statur, welche dem Ginkakuji seinen eigentlich Namen Kannon-den (観音殿) verleiht. Allerdings ist das Innere der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Anders als sein Vorbild war der silberne Pavillon nie mit Silber bedeckt. Es ist eher ein Spitzname geworden, der auf die Ursprünge des goldenen Pavillons zurück führen.

Das andere erhaltende Gebäude ist der Togudo (東求堂). Dieser ist vor allem berühmt für das 4,5 Tatami große Zimmer namens Dojinsai, welches als Ursprung der Higashiyama-Kultur gilt. Es soll das älteste existierende Beispiel der Shoin-Architektur sein, in welcher noch heute Tatami-Zimmer gestaltet werden. Aber auch den Togudo kann man sich nur von außen ansehen.

Neben diesen beiden Gebäuden gibt es im Tempelgelände noch mehr zu entdecken. Dazu gehört neben kleinen Wasserfällen, Teichen und einem Moosgarten auch der Steingarten, bekannt als Silver Sand Sea. Hier fällt vor allem der Sandkegel auf, welcher Moon Viewing Platform genannt wird. Die Haupthalle Hondo enthält Schiebetüren mit Gemälden, welche man allerdings nicht betreten darf. Vom Hügel Tsukmachiyama hat meinen einen guten Blick über das Gelände.

Der Ginkakuji als Touristenziel

Der Ginkakuji gehört mit zu den berühmtesten Touristenzielen in Kyoto, doch sind die Touristenmassen hier nicht so extrem wie bei seinem Vorbild dem Kinkakuji oder dem berühmten Kiyomizudera. Trotzdem sollte man sich auf einige andere Besucher einstellen.

Vom Bahnhof Kyoto ausgehend kann man den Ginkakuji mit dem Stadtbus (Linie 5, 17, 100) erreichen. Die Fahrt dauert etwa 35-40 Minuten und kostet 230 Yen. Der Ginkakuji ist täglich von 8:30 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet, von Dezember bis Februar von 9:00 Uhr bis 16:30 Uhr. Der Eintrittspreis liegt bei 500 Yen für Erwachsene und 300 Yen für Grund- und Mittelschüler.

Quellen

Japan-GuideJapanvisitorWikipedia

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