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Eindrücke von der Hokusai x Manga Ausstellung

Die Hokusai x Manga Sonderausstellung, die vom 10.6. bis zum 11.9.2016 im MKG Hamburg zu bestaunen ist, zeigt Anime und Manga mal in einem etwas anderen Licht. Die international einmalige Sammlung stellt Produkte der aktuellen japanischen Popkultur und Farbholzschnitte aus der Edo-Zeit gegenüber und zieht Parallelen zwischen damals und heute.

Man könnte sich fragen „Warum ausgerechnet Hokusai und Manga?“, doch tatsächlich finden sich zwischen diesen beiden Welten mehr Parallelen als man zunächst glauben mag.

MissHokusai
Filmausschnitt aus “Miss Hokusai”; © Runeko / sumikai

Die Ausstellung führt den Besucher mit zahlreichen Infotexten, Bildern, Videos und originalen Ausstellungsstücken durch diverse Epochen und Genres der japanischen Popkultur. Angefangen bei Klassikern wie Akira, Dragonball oder Gundam bis hin zu Assassination Classroom und Yokai Watch – von so ziemlich allem ist etwas dabei.

Auf der anderen Seite wird auch die japanische Geschichte und Mythologie beleuchtet, um die Ursprünge vieler beliebter Themen und wiederkehrender Elemente in Anime und Manga zu erklären. Hierzu ist ein ganzer Teilbereich der Ausstellung den yōkai, japanischen Geistern, gewidmet.

Die Entstehung von Manga, wie wir sie heute kennen

Ein anderer interessanter Aspekt ist die Entstehungsgeschichte des Mangas. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Manga in Japan ursprünglich eher politisch orientiert waren und nicht etwa Kinder und Jugendliche, sondern in erster Linie Erwachsene als Zielgruppe hatten?

RosenvonVersailles
“Die Rosen von Versailles”; © Runeko / sumikai

An anderer Stelle wird auch die Entstehung verschiedener Genres erläutert, wie beispielsweise dem Shoujo und dem Boys Love, die beide ihren Anfang in den 1970er Jahren nahmen.

Gleichzeitig werden immer wieder Vergleiche zu Werken der Edo-Zeit gezogen. Sowohl die damaligen Holzschnitte als auch heutige Manga und Anime dienen demnach dem Publikum dazu, aus dem Alltag auszubrechen und in eine Fantasiewelt zu entfliehen.

Besonders deutlich wird dies in einem eher unerwarteten Teilbereich der Ausstellung: dem Erotik-Bereich. Hier wurden direkte Parallelen zwischen hentai und shunga, edo-zeitliche erotisch-pornografische Bilder, gezogen. Nichtsdestotrotz war es etwas befremdlich, sich offen mit wildfremden Leuten hentai Bilder oder sogar Videos anzusehen.

Mehr als nur Manga

Nicht nur Anime und Manga werden im Rahmen der Ausstellung thematisiert, auch allseits bekannte Begleiterscheinungen finden hier ihren Platz. So gibt es auch eine Ecke zum Thema Fanart und den typischen „How to Draw“-Büchern und auch Cosplay findet seinen Platz.

Hello Kitty
Diverse Hello Kitty Fanartikel; © Runeko / sumikai

Darüber hinaus ist ein relativ großer Teilbereich japanischer Mode und Fanartikeln gewidmet. Dieser bezieht sich vor allem auf „Modeerscheinungen“ wie Hello Kitty und Pokemon und umfasst eine ganze Reihe Produkte, von Kinderspielzeug bis hin zu Luxusgegenständen.

Natürlich muss aber auch die riesige Sammlung an Holzschnitten aus dem 17., 18. Und 19. Jahrhundert Erwähnung finden. Die Sammlung umfasst neben den berühmtesten Werken von Hokusai und obengenannten shunga verschiedenste Arten von Holzschnitten, darunter Ukiyo-e, Landschaftsbilder und sogenannte kibyōshi, Bildergeschichten in Fortsetzung, quasi die ersten japanischen Comic-Bücher.

Nicht nur für Manga-Fans geeignet

Besonders bemerkenswert ist, dass die Ausstellung es schafft, die verschiedenen Themen selbst für Laien verständlich und interessant darzustellen und gleichzeitig auch den Beleseneren noch neue Informationen bieten zu können. Wir haben dort noch einiges lernen können, würden die Ausstellung aber auch ohne Bedenken unseren Eltern oder gar Großeltern empfehlen.

Außerdem beschränkt sich das Angebot des Museums nicht nur auf die Hokusai x Manga Ausstellung; wenn man schon mal dort ist, sollte man sich auch den angrenzenden Ostasien-Bereich nicht entgehen lassen.

Nähere Informationen zur Ausstellung finden sich auf der offiziellen Webseite des Museums. Allen, die nicht die Möglichkeit haben, sich die Ausstellung vor Ort anzusehen, empfehlen wir, ihren Wissensdurst mit den ebenfalls sehr ausführlichen Infotexten auf der Webseite zu stillen. Zusätzlich gibt es von uns noch eine hübsche Bildergalerie obendrauf.

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