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Geschichte Japans – Jōmon-Zeit Teil 2

Zu Beginn der Jōmon-Zeit wurden die Menschen durch den Temperaturanstieg gezwungen sich in die Berge zurückzuziehen und wurden nach und nach sesshaft. Ihre Nahrung stellte sich um und sie begannen Siedlungen zu bauen und Essen zu lagern. Die dabei hergestellte Keramik mit Schnurmuster spielte dabei eine immer wichtigere Rolle.

Zur besseren Übersicht sind hier noch einmal die Jahreszahlen der fünf Perioden innerhalb der Jōmon-Zeit:

• Frühste Jōmon-Zeit (ca. 14.500-7.500 BC bis ca. 5.000-4.000 BC)
• Frühe Jōmon-Zeit (ca. 5.000-4.000 BC bis ca. 3.500-2.500 BC)
• Mittlere Jōmon-Zeit (ca. 3.500-2.500 BC bis ca. 2.400-1.500 BC)
• Späte Jōmon-Zeit (ca. 2.400-1.500 BC bis ca. 1.000-900 BC)
• Endjōmon-Zeit (ca. 1.000-900 BC bis ca. 300 BC)

In der mittleren Jōmon-Zeit begannen die Temperaturen langsam wieder zu fallen, auch wenn es nicht so kalt wie heute war. In Nagano befinden sich viele Fundstellen der mittleren Jōmon-Zeit, und zwar auf Höhen von 800 bis 1200 Meter. Demnach haben zu der Zeit immer noch viele Menschen in den Bergen gelebt. Der Temperaturunterschied zwischen Flachland und Bergen betrug vier bis fünf Grad, also groß genug, um unangenehm zu sein.
Im Winter, wenn es kalt und windig war, sind die Leute in die Täler gewandert, um Handel zu treiben. Obsidian war dabei der meistgehandelte Gegenstand.

Da nach wie vor viele Nüsse gegessen wurden – von denen viele über längere Zeit in Wasser liegen mussten, um die bitteren Tannine zu entfernen –, befanden sich viele Siedlungen an Wasserquellen. Fleisch war dagegen nicht mehr so wichtig, denn es gab eine Fülle an anderen Lebensmitteln, die gegessen wurden. Für den Winter konservierten sie beispielsweise Süßkartoffeln und Knollen von Lilien, da diese besonders stärkehaltig waren.

In der mittleren Jōmon-Zeit geht man von einer Gesamtpopulation von ca. 262.500 Menschen aus. Durch diese steigende Zahl von Menschen musste sich auch die Keramik verändern. Die Gefäße wurden größer und länger, um mehr Essen kochen und lagern zu können. Es wurden sogar schon Gefäße zum Dämpfen eingesetzt und Becher zum Trinken verwendet.
Dabei gab es drei unterschiedliche Keramikarten, die sich anhand ihrer Farbe unterscheiden und nach ihren Fundorten benannt wurden:

• Katsusaka, in der Kanagawa-Präfektur, was durch den Brennprozess einen rötlichen Ton hat
• Otamadai oder Atamadai, in der Chiba-Präfektur, hat einen erdfarbenen Braunton
• Kasori e, ebenfalls in der Chiba-Präfektur, besitzt einen lachsorangen Ton

Die Menschen der Bergregion stellten vor allem Keramik im Katsusaka-Stil her. Auszeichnend für diesen Stil waren die Schlangenmotive und Tierköpfe, die den Rand dekorierten. Bei dieser Schlange wird es sich wohl um die Mamushi gehalten haben, eine höchst giftige Schlange im Gebirge, die die Menschen dieser Zeit durch das Gift und die regelmäßige Häutung mit Sicherheit als ein mythisches Wesen wahrgenommen haben. Man geht davon aus, dass die Köpfe und Verzierungen als Schutz vor dieser Schlange benutzt wurden.

In Flachlandgebieten und an der Küste wurde Keramik im Otamadai-Stil hergestellt. Dabei wurde der Ton mit Phlogopit, ein dunkles Mineral, angereichert, welches man am häufigsten in den Bergen nördlich von Tokyo finden konnte. Der Vorteil war, dass der Ton resistenter gegen Hitze war, sich besser backen ließ und während des Trocknens weniger kaputt ging.
Trotzdem muss zwischen diesen Regionen Handel getrieben worden sein, denn es wurden beispielsweise ebenfalls Schüsseln im Otamadai-Stil in Katsusaka-Regionen gefunden.

Zum Ende der mittleren Jōmon-Zeit gab es immer heftigere Regenfälle, die die Nussernten ruinierten und die Menschen dazu zwangen umzusiedeln. Sie zogen aus den Gebirgsregionen hinunter in die Täler an Flüsse, oder an die Küste, womit sich die Hauptnahrungsquelle auf Fisch umstellte.

 by Chris73

Zum Beginn der späten Jōmon-Zeit war die Suche nach geeigneten Lebensräumen die wichtigste Aufgabe. Eventuell verschwanden durch die Wanderung, und damit verbundene Jagd, viele Rehe aus dem Norden. Auch Eberknochen aus dieser Periode werden immer weniger gefunden.

Da sich die Menschen an Flüssen und der Küste ansiedelten, verbesserten sich Angeln und andere Werkzeuge dieser Art. Thunfisch, Lachs und andere Fischarten dienten als Hauptnahrungsmittel. Zusätzlich dazu wurden im Frühling Muscheln, im Herbst Nüsse und im Winter Fleisch gegessen.

Interessanterweise fand man Pfeile mit winzigen Spitzen, die alleine kaum effektiv gegen Tiere gewesen sein konnten, weshalb man davon ausgeht, dass sie mit Gift getränkt waren. Wahrscheinlich benutzten die Menschen dafür Eisenhutwurzeln, die so giftig sind, dass sie mit Leichtigkeit ein 50 Kilogramm schweres Tier töten können.

Durch die Verlagerung in den Süden, fand die Keramik auch endlich ihren Weg nach Kyūshū. Doch auch wenn sich die Keramik im gesamten Land verbesserte, und immer mehr auf die Form geachtet wurde, wurde in Kyūshū eine ganz andere Art hergestellt. Eventuell aus China inspiriert, war die Keramik aus der Gegend schwarz und sollte vielleicht die Farbe von Metall nachahmen. Dieser Stil nannte sich Goryō-Stil.

In der Endjōmon-Zeit wurde Lack im Ton immer beliebter. Nicht nur wegen seiner tollen Farbe und der Deko, sondern auch weil die Keramik dadurch wasserabweisend wurde. Rote Pigmente wurden daher auf Holz und Keramik angewendet. Nach der Jōmon-Zeit wechselte Rot zu Schwarz.

Durch die Umsiedlung bevölkerte man Kyūshū immer stärker, auch wenn die Nahrungssuche schwer war. Kantō dagegen schien kurz vor seinem Ende zu stehen, denn die Regeneration der Pflanzen war nach 10.000 Jahren zu langsam geworden.

Die Keramik in Kyūshū wich weiter und weiter von der des restlichen Landes ab. Es wurden, im Gegensatz zu den üblichen Schnurmustern, erste Reismarkierungen im Ton gefunden. Die Reissamen kamen wahrscheinlich über Korea nach Kyūshū und verbreiteten sich von dort aus.

Die Jōmon-Zeit endete somit also ca. zu der Zeit in der Metall und Reis eingeführt wurden.

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