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Neue Erkenntnisse über den Einfluss von China aus Japan

Älteste Schrift über Lehren des Konfuzius in Japan gefunden

Eine Schrift mit Kommentaren über die Lehren des Konfuzius, das offenbar zwischen dem sechsten und siebten Jahrhundert in China geschrieben wurde, wurde in Japan gefunden.

Experten gehen davon aus, dass es sich um eine der älteren Schriften von religiösen Lehren handelt, mit Ausnahme der buddhistischen Schriften, die in Japan gefunden wurden.

Ältestes Manuskript zu den konfuzianischen Analekten

Forscher der Keio-Universität sagen, dass die Schrift höchstwahrscheinlich auch die älteste unter den Manuskripten zu den konfuzianischen Analekten ist, die in Tempeln und Schreinen überliefert wurde.

Die konfuzianischen Analekten, die nach dem Tod des Philosophen (ca. 551 v. Chr. bis ca. 479 v. Chr.) von Schülern zusammengestellt wurden, sind eine Sammlung von Sprüchen und Dialogen über seine Ansichten zu Moral, Bildung und Politik.

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Manuskripte aus der Zeit um 50 v. Chr. sind in China und Nordkorea ausgegraben worden. Die nun entdeckte Schrift wurde offenbar von einem japanischen Gesandten nach Japan gebracht.

Bei dem Manuskript handelt es sich um eine Zusammenstellung von Kommentaren, bekannt als Lunyu Yishu (die Aufklärung der Bedeutung der konfuzianischen Analekten), die Huang Kan, ein konfuzianischer Gelehrter des Liang (502-557), während der Zeit der nördlichen und südlichen Dynastien verfasst hat.

Experten gingen eigentlich davon aus, dass alle Schriften von Lunyu Yishu um das 12. Jahrhundert in China verloren gegangen sind.

Schriften über die Lehren des Konfuzius übten starken Einfluss auf Japan aus

Die Schriften übten auch einen enormen Einfluss auf die japanische Gesellschaft und Kultur aus und wurden zur Pflichtlektüre an Schulen in ganz Japan, die während der Edo-Zeit (1603-1867) Samurai-Krieger förderten.

Die Lehren des Konfuzius wurden in der chinesischen Gesellschaft sowohl durch die konfuzianischen Analekten, als auch durch Bücher verbreitet.

Forscher betrachten die Bücher mit Kommentaren zu den beschrieben Lehren als Teil der konfuzianischen Analekten im weitesten Sinne.

Experten erwarten, dass das in Japan entdeckte Manuskript den Wissenschaftlern wichtige Hinweise auf die Geschichte des Austauschs zwischen Japan und China in der Philosophie und in anderen Bereichen geben wird.

Das Manuskript betrifft Band 5 von Lunyu Yishu. Es besteht aus 20 Papieren, die in Form einer 27,3 Zentimeter langen Schriftrolle zusammengeklebt sind.

Die Keio-Universität kaufte das Manuskript 2017 in einem Antiquariat. 2018 bildete die Universität ein Forschungsteam von Experten auf verschiedenen Gebieten, darunter Bibliografie, chinesische Literatur, japanische Literatur und japanische Geschichte, um die Herkunft des Manuskripts zu bestimmen.

Aufgrund der Form der Schriftzeichen kam das Team zu dem Schluss, dass das Manuskript höchstwahrscheinlich zwischen der Zeit der nördlichen und südlichen Dynastie und der Sui-Dynastie (581-618) entstanden ist.

Schrift ging in der Edo-Zeit verloren

Sie vermuten auch, dass es durch japanische Missionen, die in die Sui-Dynastie und die Tang-Dynastie (618-907) nach China geschickt wurden, nach Japan gebracht wurde.

Das Manuskript trägt eine Markierung, die zeigt, dass es sich im Besitz des Fujiwara-Clans befand, einer äußerst einflussreichen Familie mit engen Beziehungen zu Kaisern während der Nara-Periode (714-784) und der Heian-Periode (794-1185).

Schriftlichen Berichten zufolge wurde das Manuskript von einem Hofadel aufbewahrt, der mit der Bearbeitung offizieller Dokumente in der Edo-Zeit beauftragt war.

Seither galt die Schrift allerdings als verschollen.

Bis zur jüngsten Entdeckung ging das älteste Manuskript der konfuzianischen Analekten in Japan auf die Kamakura-Periode (1185-1333) zurück, basierend auf Schriften, die aus der Song-Dynastie zwischen Ende des 12. und Anfang des 13.

Das nun gefundene Manuskript soll vom 7. bis 13. Oktober im Marunouchi-Hauptgeschäft der Buchhandlung Maruzen in Tokyo ausgestellt werden.

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