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Edison schrieb Briefe nach Japan

Briefe von Thomas Edison in Japan wiederentdeckt

Der amerikanische Erfinder Thomas Edison (1847-1931) pflegte in den 1920er-Jahren einen Briefkontakt zu der japanischen Familie Horii, die später auf der Grundlage einer seiner Erfindungen eine einfache Druckpresse entwickelte. Nun wurden einige dieser Briefe im ehemaligen Haus der Familie in der Präfektur Shiga wiederentdeckt.

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Laut einem der zuständigen Stadtbeamten könnten die Briefe beweisen, dass es einen persönlichen Kontakt zwischen Edison und der Familie Horii gegeben hat. In einem der Schriftstücke beispielsweise bedankt sich Edison für die Glückwünsche, die er zuvor von Shinjiro Horii Jr. (1875-1962) zu seinem 75. Geburtstag erhalten hat.

Edisons Dankesbrief

Einer der Briefe wurde im vergangenen Oktober in der Gariban-Densho-kan-Halle in der Stadt Higashiomi gefunden, dem Ort, an dem früher das Haus der Familie Horii stand. Der Brief ist 21 mal 28 Zentimeter groß und befand sich bei seiner Entdeckung in einem Umschlag aus Pappe.

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Das Schriftstück stammt aus Edisons Labor und trägt die Datierung des 16. Februar 1922. In dem Brief stand: „Es war sehr angenehm, an meinem Geburtstag so freundlich an Sie erinnert zu werden, und ich möchte Ihnen danken für Ihre Gratulation und guten Wünsche. Ihre Höflichkeit wird sehr geschätzt.“

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Der Brief endet mit der Unterschrift Edisons. Aufseiten der Abteilung für Geschichte und Kulturförderung der Stadtverwaltung von Higashiomi hält man es für sehr wahrscheinlich, dass die Glückwünsche vor dem Hintergrund der 1922 abgehaltenen Versammlung zur Feier von Edisons 75. Geburtstag versendet wurden.

Ein Erfinderinstitut in Tokyo hatte die Versammlung organisiert und es ist durchaus wahrscheinlich, dass auch Shinjiro Jr. ein Mitglied dieses Instituts gewesen ist.

Neben dem Dankesschreiben wurden noch drei weitere Briefe und vier Kopien von anderen Nachrichten gefunden. Unter ihnen befanden sich Trostbriefe und ein Beileidstelegramm zum Todesjahr von Edison.

Shinjiro Sr.

1893 besuchte Shinjiro Sr. (1856-1932) Die World’s Columbian Exposition in Chicago. Dort sah er zum ersten Mal Edisons Druckmaschine, die mithilfe einer Schablone Kopien herstellen konnte.

Mit diesem Wissen kehrte er nach Japan zurück, wo er gemeinsam mit seinem Sohn mit der Entwicklung von Japans erstem Vervielfältigungsapparat begann.

So entstand der Mimeograph, eine revolutionäre Drucktechnik, die bis zur späten Showa-Periode im späten 20. Jahrhundert zum Drucken von Schularbeitsblättern und Flyern für soziale Bewegungen genutzt wurde.

Briefe sollen ausgestellt werden

Am 2. Juli sollen die Briefe erstmals in der Gariban Densho-kan Halle der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Ab dem 6. Juni können sie in der städtischen Gamo-Bibliothek von Higashiomi und an anderen Orten besichtigt werden.

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