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Die Monster, die wir riefen: Ao-Nyobo

Die Ao-Nyobo ist ein bösartiger und tragischer Geist längst vergangener Zeiten. Sie taucht vorwiegend in alten, verlassenen Häusern auf und ist Zeugin des verblassten Glanzes der japanischen Kaiserzeit.

Ihre Namen

Der Name “Ao-nyobo” bedeutet “blaue Dame” und meinte ursprünglich jungfräuliche oder unerfahrene Hofdamen von zumeist niederem Rang des japanischen Kaiserhofes in Kyoto. Der Name wurde später auch beleidigend für Hofdamen genutzt, die es niemals geschafft haben, einen Ehemann für sich zu gewinnen. Der Yokai wird auch “Ao-onna” (blaue Frau) genannt.

ao-nyobo
Aonyoubou (青女房, a female ghost who lurks in an abandoned imperial palace) from the Hyakki Yagyō Emaki (百鬼夜行絵巻) © Wikimedia Commons

Ihr Aussehen

Die Ao-Nyobo ist in prächtigen und teuren Gewändern gekleidet, die an die Zeit um das 9. Jahrhundert erinnern, in dem Kyoto die Hauptstadt Japans war und die höfische Kultur erblühte. Ihre Kleider sind allerdings mit der Zeit zerschlissen und verblichen. Ihre Haarfrisur und ihre Schminke entsprechen einer Hofdame der alten Zeit. Sie hat hohe Augenbrauen und schwarz gefärbte Zähne, wie es einer Edelfrau zustand. Ihr Gesicht ist das eigentlich Furchterregende: Es ist von Falten übersät, grotesk entstellt und erinnert an eine garstige Hexe oder gar einen Troll.

Ihr Lebensraum

Dieser Yokai taucht ausschließlich in altehrwürdigen Häusern auf, die verlassen und verwahrlost sind. Dort hält sie sich zumeist in den ehemaligen Ankleideräumen oder den Gemächern für Damen auf.

Ihre Geschichte

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Aonyōbō (青女房, a female ghost who lurks in an abandoned imperial palace) from the Konjaku Gazu Zoku Hyakki (今昔画図続百鬼) © Wikimedia Commons

Die Ao-Nyobo ist ein Geist der Armut und des Unglücks. Es handelt sich um Seelen verlassener Edelfrauen aus der Heian-Zeit – dem japanischen Altertum – in der der Hofadel die Macht über Japan innehatte und Glanz und Glorie das Land bestimmten. Diese Zeiten sind längst verflogen, auch für die Ao-Nyobo, die, vor ihrem Spiegel sitzend und unentwegt ihr Haar kämmend, noch immer auf die Rückkehr des Prunks zu warten scheint.

Man sagt, sie warte auf einen Verehrer. Diese kamen in alten Zeiten oft des Nachts heimlich zu ihrer Angebeteten und tauschten innige Liebesschwüre aus, um bei Morgengrauen wieder zu entschwinden. Die Ao-Nyobo jedoch wartet Nacht für Nacht vergeblich auf ihren Liebhaber in den längst verlassenen und verfallenen Gemächern alter Prunkstätten. Sollte ein Eindringling versehentlich in ihre Nähe kommen, so stürzt sich die Ao-Nyobo auf ihn und verschlingt ihn wie ein blutrünstiger Dämon, nur um sich danach wieder ihrer Haarpflege zu widmen. So fristet sie ihre Tage in ewiger Sehnsucht nach Liebe und Wehmut nach altem Ruhm der Vergangenheit, tragisch und gefährlich zugleich.

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