Japan erleben Geschichte Die Monster, die wir riefen: Jorogumo

Die Monster, die wir riefen: Jorogumo

Die Jorogumo ist zunächst lediglich eine Vertreterin der Gattung der Seidenspinnen – doch wenn sie 400 Jahre alt wird, verwandelt sie sich in einen blutrünstigen und verführerischen Yokai!

Ihr Name

Das Wort Jorogumo besteht aus den beiden Begriffen jorō für „Prostituierte“ und gumo für „Spinne“ – die Kanji, in denen das Monster geschrieben wird, bedeuten allerdings „bezirzende Braut“. Der Kontrast zwischen diesen beiden Bedeutungen des Namens zeigt eindrucksvoll die beiden Seiten dieses Yokai.

Ihr Lebensraum

Die Jorogumo kann in vielen Gebieten Japans vorkommen und lebt sowohl in menschlicher Nähe in Städten, als auch in der Natur. Dort ist sie vor allen in tiefen, dunklen Höhlen zuhause.

Ihr Aussehen

Weibliche Jorogumo im Park Rikugien (2009) © Wikimedia Commons

In Japan besitzen einige Spinnenarten der Mythologie zufolge außerordentliche Kräfte. Eine dieser Spinnenarten ist die Jorogumo (Nephila clavata) aus der Familie der Seidenspinnen. Sie haben besonders lange Fangarme. Ihr Körper ist schwarz gefärbt und weist gelbe Punktmuster auf. Normalerweise wird diese Arachnide etwa zwei Zentimeter groß, doch können sie im Alter bedeutend größer werden. In verschiedenen Sagen kann eine Jorogumo, die viele hundert Jahre alt wird extrem wachsen und letztendlich sogar die Gestalt einer wunderschönen, menschlichen Frau annehmen.

Ihre Geschichte

jorogumo nioh
Jorogumo im Video-Spiel “Nioh” © Koei Tecmo

Wenn eine Jorogumo 400 Jahre alt wird, entwickeln sie der japanischen Mythologie nach mächtige magische Kräfte und verwandeln sich von einer bloßen Spinne in einen gefürchteten Yokai. Mit diesen Fähigkeiten kann sich die Jorogumo der Gestaltwandlung bedienen und sich als junge, verführerische Frau ausgeben. Ihre Beute sind fortan nicht mehr Insekten, sondern Menschen.

Sie spinnen ihre Netze in Höhlen und verlassenen Häusern und locken zumeist junge, ahnungslose Männer mit ihrer verführerischen und charmanten Art in die Falle. Jorogumo besitzen keine menschlichen Gefühle und sehen Männer ausschließlich als ihre Beute an. Wenn jemand in ihre Fänge gerät, zeigt sie ihre wahre Gestalt und fesselt ihr Opfer mit Spinnenfäden, die härter sind als Eisen. Die Jorogumo verfügt über ein starkes Gift, das sie ihren Opfern nach und nach verabreicht und somit den Todeskampf und die Qualen ihres Opfers über mehrere Tage hinzieht.

jorogumo
Jorōgumo (絡新婦) by Toriyama Sekien © Wikimedia Commons

Die mächtigste Jorogumo ist die Herrin des Wasserfalls Joren no taki in der Präfektur Shizuoka. Sie lebt hinter dem Wasserfall und zieht mit ihren Spinnenfäden Fischer zu sich hinein, wenn sie dem Joren-Wasserfall zu nahekommen, weswegen die ansässigen Menschen diesen Ort meiden. Eines Tages jedoch kam ein Fremder daher und ruhte sich an den Joren-Fällen aus, als er plötzlich eine wunderschöne Frau erblickte. Er verliebte sich in sie und besuchte sie jeden Tag in ihrer Höhle hinter dem Wasserfall. Der Mann wurde von Tag zu Tag schwächer und als er um Rat bei dem mächtigsten Tengu der Gegend suchte, wurde ihm gesagt, dass er von einer Jorogumo verhext wurde. Doch der Liebestrunkene glaubte es nicht und rannte zu seiner Geliebten zurück – und war von diesem Tage an nie mehr gesehen.

Einige Jorogumo können eine große Zahl kleinerer Spinnen manipulieren und sie als Handlanger für ihre Zwecke nutzen. Ihren Untertanen schenkt sie die Kraft, Feuer zu speihen. Wenn ein Nachbar ob ihrer Machenschaften misstrauisch wird, entsendet die Jorogumo ihre Spinnen, die sofort sein Haus niederbrennen. Mit dieser Strategie gelingt es diesem blutrünstigen Yokai oft, viele Jahre sogar in sehr belebten Städten unbemerkt zu agieren, während sich in ihrem Unterschlupf die Skelette ihrer vielen Opfer häufen.

Quellen: Yokai, Wikipedia, The Night Parade of One Hundred Demons

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