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Home Japan entdecken Geschichte von Japan Die Monster, die wir riefen: Oni

Die Monster, die wir riefen: Oni

Der Oni ist der japanische Dämon und sieht einem Oger sehr ähnlich. In Japan kann man diesen riesigen, brutalen Wesen nicht entgehen – im TV,  Anime und Manga, alten Mythen oder an der nächsten Straßenecke – Oni sind überall und gehören zu den weitaus bekanntesten Yokai!

Ihr Name

Der Name „Oni“ (鬼) wird mit „Dämon“ oder „Oger“ übersetzt. Seltener findet man auch die Übersetzung „Teufel“ oder „böser Geist“. Diese Bezeichnung wurde in den frühesten Zeiten der japanischen Sprache als Oberbegriff für alle Dämonen, Monster und Geister, sowie für besonders boshafte Menschen benutzt (heute ist der Sammelbegriff „yokai“ oder „obake“). Das Schriftzeichen wird in vielen weiteren Wörtern benutzt, zum Beispiel in „oniyome“ für „schlechte Ehefrau“, „oniasa“ für „Brennnessel“ oder „onigo“ für „mit Zähnen geborenes Kind“ oder „Kind, das seinen Eltern nicht ähnlich sieht (und daher das Kind eines Dämons sein muss)“.

Ihr Lebensraum

Die als buddhistische Mythenwesen bekannten Oni leben in der Hölle. In der Menschenwelt kommen sie in den Bergen in Höhlen, abgelegenen Inseln – z.B. der Insel Onigashima, der „Dämoneninsel“ – oder in verlassenen Festungen vor.

Ihr Aussehen

Kuniyoshi Ichiyusai, “Imperial Bodyguard Fighting with a Demon“ (“Takiguchi udoneri, Watanage no Tsuna“), 1825 © Wikimedia Commons

Normalerweise werden sie als riesige Kreaturen mit scharfen Klauen und Zähnen, wirrem Haar und Hörnern auf dem Kopf dargestellt. Häufig sind sie spärlich mit Tierhäuten bekleidet oder gänzlich nackt. Ihre Haut ist oft rot, seltener blau, grün oder schwarz. Manchmal haben sie mehr als zwei Augen, in der Regel sind sie jedoch menschenähnlich. Oni tragen zumeist riesige Keulen oder andere primitive Schlagwaffen bei sich.

Ihre Geschichten

In den frühesten buddhistischen Erzählungen Japans waren Oni gutmütige Wesen, die den guten Menschen halfen, über Magie verfügten und Macht über die Natur hatten. So wurden sie auch im Shinto als Gottheiten anerkannt. Sie galten bis ins 13. Jahrhundert hinein als Wächter der Unterwelt und Bestrafer der Bösen. Heute sind nur noch wenige positive Konnotationen geblieben. Beispielsweise werden einige Dachziegel mit dem Gesicht eines Oni gebrannt und am Dach angebracht, um Böses und Unglück fernzuhalten.

Erst später wurden sie selbst zu bösen Wesen uminterpretiert und galten fortan als Bringer von Pestilenz und großem Unheil. In den meisten Fällen waren Oni bitterböse (und unsagbar dumme) Wesen, die nichts anderes als Zerstörung und Brutalität im Kopfe hatten.

Im Yin-Yang-Prinzip werden Oni mit dem Nordosten assoziiert. Viele buddhistische Tempel des späten Mittelalters wurden deshalb mit einer Einbuchtung in der Front konstruiert, um die Dämonen aus dieser Himmelsrichtung abzuwehren. Beim Setsubon-Fest werden auch heute noch Sojabohnen, von denen gesagt wird, dass Oni sie hassen, ins Feuer geworfen und gerufen: „Die Dämonen bleiben fern, das Glück soll kommen (Oni wa soto, fuku wa uchi)!“

sekien toriyama oni dämon
Rashōmon-no-oni (羅城門鬼, Oni of Rashōmon) aus dem Konjaku Hyakki Shūi (今昔百鬼拾遺), 1720 © Wikimedia Commons

Einige Menschen können sich nach dem Tod in der Hölle selbst in Oni verwandeln, wenn ihre Seele besonders schwarz und ihre Taten unsagbar unbarmherzig waren. Als Diener des Höllenkönigs Enma werden sie mit Folteraufgaben betraut. So verstümmeln und häuten sie böse Menschen, kochen und vertilgen sie bei lebendigem Leib oder vollziehen andere Gräueltaten.

Die Oni, die in der Welt der Menschen zu finden sind, leben entweder an einem Eingang zur Hölle oder sind so unfassbar böse Menschen, dass sie sich sogar zu Lebzeiten noch in Dämonen verwandeln konnten. Wenige sind mit Namen bekannt, aber einer der populärsten ist der Dämonenkönig Shuten-doji, der in Kyoto sein Unwesen trieb.

Die japanischen Dämonen sind wahrscheinlich die Yokai, die in den meisten Legenden und Geschichten vorkommen. Der Kindsheld Momotarô beispielsweise besiegt eine ganze Armee von Oni auf der Insel Onigashima. In einer alten Erzählung wird ein hässlicher Mann, der zusammen mit den Dämonen tanzt, von einem Geschwür im Gesicht freigezaubert, während sein ebenfalls entstellter Nachbar wegen seiner Habgier ein zweites Gesichtsgeschwür von den Oni erhält. Es gibt zahllose weitere Geschichten.

Das Lieblingsspiel der Oni ist übrigens Fangen und Verstecken! Daher nennt man dieses Spiel in Japan „kakure oni“ – „der versteckte Dämon“. Außerdem findet man viele Oni-Figuren in Städten mit heißen Quellen (Onsen), da diese oft als Eingang zur Hölle gesehen werden. Also nehmt euch in Acht in Städten wie Beppu oder dem Jigokudani auf Hokkaido!

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