• Japan entdecken
Home Japan entdecken Geschichte von Japan Die Monster, die wir riefen: Rokurokubi
Anzeige

Die Monster, die wir riefen: Rokurokubi

Am Tag eine normale Frau, bei Nacht ein groteskes Wesen mit meterlangem Halse – heute geht es bei uns um den Yokai, den man „Rokurokubi“ nennt.

Ihr Name

Der Name „Rokurokubi“ könnte mit „Dreh- und Wendehals“ übersetzt werden. Sie sind mit den Nukekubi verwandt, deren Kopf sich gänzlich vom Hals löst und herumschwebt.

rokurokubi
Kabuki print, signed „Gotoei Kunisada ga“; the actor Onoe Kikugorō III as the ghost of koshimoto (chambermaid) Hirosaki (also Ihosaki) in the play „Ogi chiyo no matsuwaka“ performed at the Kawarazaki theater in 8/1825: publisher Omiya Heihachi © Wikimedia Commons

Ihr Lebensraum

Wie normale Frauen leben diese Yokai in Wohnhäusern von Städten. Besonders häufig kommen sie allerdings in schlüpfrigen Etablissements des Rotlichtviertels vor.

Ihr Aussehen

Tagsüber sind die Rokurokubi von normalen Frauen nicht zu unterscheiden. Oft handelt es sich um junge und hübsche Damen mit schöner Kleidung und anmutiger Gestalt. Des Nachts fährt ihr Hals, einer Schlange gleich, meterlang heraus und windet sich umher.

Ihre Geschichten

In den meisten Fällen wird eine Frau durch einen Fluch oder eine böse Tat zu einer Rokurokubi. In einigen Fällen verwandeln sich junge Damen durch Untreue zu ihrem Gatten in diese Art von Yokai. Einige Erzählungen berichten von Vätern und Ehemännern, die Verbrechen begingen und als Strafe der Götter wurden ihre Tochter oder ihre Gattin mit dem Fluch dieses Yokai belegt. Viele Prostituierte und mannstolle Frauen wurden wegen ihrer Wolllust zu Rokurokubi und nutzen ihren langen Hals, um nach Männern Ausschau zu halten. Sie werden zudem als sehr schadenfroh beschrieben: gerne erschrecken sie mit ihrer Erscheinung vorbeilaufende Menschen. Ihr Leibgericht ist Lampenöl, das sie mit ihren langen Zungen aus den Laternen saugen.

In einer Geschichte wurde ein wurde ein wohlhabender Samurai misstrauisch, als seine Ölvorräte blitzschnell zur Neige gingen. Es hieß, dass sich Rokurokubi von Lampenöl ernährten, weswegen er schließlich eine seiner Dienerinnen verdächtigte. Eines Nachts beobachtete er das Mädchen, als sie schlief und sah, dass ihr schlafender Körper still dalag und sich ihr Nacken allmählich verlängerte. Am nächsten Morgen entließ er die Dienerin, die fortan keine Arbeit mehr fand. Bis zu ihrem Lebensende hatte sie nicht herausgefunden, dass sie eine Rokurokubi war.

Eine weitere Mär handelt von einem Mönch, der eine geheime Beziehung mit einem Mädchen namens Oyotsu einging. Auf einer gemeinsamen Reise wurde Oyotsu krank. Da eine ärztliche Behandlung viel Geld gekostet hätte, tötete der Geistliche sie im Schlaf und nahm das restliche Geld an sich. Bereits in der nächsten Nacht teilte sich der Mönch sein Bett mit einer neuen Frau. Doch nach dem Beischlaf wuchs der Nacken seiner neuen Geliebten und ihr Gesicht verwandelte sich in das von Oyotsu. Wütend beschuldigte sie ihn des Mordes. Am nächsten Morgen gestand der Mönch seine böse Tat, betete für das Seelenheil von Oyotsu und errichtete ein Grabmal für sie.

Rolling Sushi - Japan für die Ohren

Anzeige

Anzeige

Weitere Artikel

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige

Anzeige

Cookie-Einstellung

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und Werbung einblenden zu können,verwenden wir Cookies. Datenschutz | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück