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HomeJapan entdeckenGeschichteForscher finden jahrhunderte alten japanischen Brief an den Papst

Ein Brief aus Zeiten der Christenverfolgung

Forscher finden jahrhunderte alten japanischen Brief an den Papst

Ein japanisches Forschungsteam hat kürzlich in Florenz einen Dankesbrief entdeckt, der während der frühen Edo-Periode (1603-1867) von einigen Christen aus der Tohoku-Region an den Papst verschickt wurde.

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Bei dem Brief handelt es um die Antwort auf ein Schreiben von Papst Paul V. Dieser hatte den Konvertiten zuvor in einem eigenen Brief angesichts ihrer Verfolgung durch die Feudalbehörden Mut zugesprochen. Paul V. war von 1605 bis 1621 Papst der katholischen Kirche.

Eine außergewöhnliche Entdeckung

Es ist das erste Artefakt seiner Art, das außerhalb des Vatikans gefunden wurde. Entdeckt wurde der Brief im Rahmen des „Vatikan und Japan: The 100-Year Project“, das von der Kadokawa Culture Promotion Foundation organisiert und von der Asahi Shimbun gesponsert wurde.

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Shinzo Kawamura ist Geschichtsprofessor an der Sophia University in Tokyo und der Leiter der Untersuchung. Er fand den Brief aufgrund einiger wertvoller Informationen, die er von Timon Screech, einem Geschichtsprofessor des International Research Center for Japanese Studies in Kyoto erhalten hatte.

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Der nun entdeckte Dankesbrief ist nicht der einzige seiner Art aus der frühen Edo-Periode. Die Apostolische Bibliothek des Vatikans beherbergt aktuell Dankesbriefe aus insgesamt fünf japanischen Regionen, die alle zwischen 1620 und 1621 verschickt wurden.

Zwei Kopien, ein Original

Der letzte Brief wurde in der Bibliothek des Dominikanerkonvents in Florenz entdeckt und scheint der erste von bisher drei gefundenen Briefen zu sein, die einst aus der Tohoku-Region an den Papst verschickt wurden.

Alle drei Briefe haben denselben Inhalt, aber die anderen beiden Schriftstücke wurden damals nicht in Florenz, sondern ebenfalls im Vatikan entdeckt.

Auf der Rückseite des Briefes steht das lateinische Wort für „Erster“ geschrieben. Da auf den anderen beiden Schreiben die Worte „Zweiter“ und „Dritter“ stehen, geht Kawamura inzwischen davon aus, dass es sich bei dem Dankesbrief aus Florenz sehr wahrscheinlich um das ursprüngliche „Original“ handelt.

Diese und weitere Informationen findet ihr auf der offiziellen Website des Projekts.

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