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Mischung aus Schildkröte und Frosch

Garappa – Japans scheue Wassergeister

Garappa ist eine Geisterform aus der japanischen Folklore. Sie sind mit den Wassergeistern namens Kappa verwandt und auf Kyushu beheimatet. Doch was genau unterscheidet sie voneinander?

Garappa gehören zur Gruppe der Yokai. Über ihren Ursprung gibt es diverse Theorien. Eine besagt, dass der Name lediglich aufgrund unterschiedlicher Mundart anders klingt und es sich bei Garappa eigentlich um Kappa handele. Doch obwohl es sich bei beiden Wörtern um eine uralte Bezeichnung handelt, die übersetzt „Wasserkind“ bedeutet, handelt es sich nicht um ein und dasselbe Wesen.

Lange Arme und ein Rückenpanzer

Garappa ähneln den Kappa sehr, was ihr Äußeres betrifft. Sie sehen aus wie eine Mischung aus Schildkröte und Frosch: Sie haben lange Arme, einen Körper mit Rückenpanzer, ein schnabelartiges Maul, Schwimmhäute und eine schuppige Haut. Garappa sind größer als Kappa und haben längere Arme und Beine und wenn sie sitzen, sind die Knie höher als der Kopf. Außerdem sind ihre Körper im Vergleich schlanker und länger.

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Da sie laufen können und Haare auf dem Kopf besitzen, werden sie als humanoide Wesen eingestuft. Sie tragen eine Art Teller auf ihrem Kopf, der für die japanischen Wassergeister von großer Bedeutung ist. Die Legende besagt, dass sie stets Wasser in diesem Teller aufbewahren müssen. Verschütten die Wesen dieses Wasser, können sie sich nicht mehr bewegen. Nach kurzer Zeit sterben sie. 

Garappa leben auf Kyushu

Garappa und Kappa leben an Flussufern, sie fühlen sich aber auch an Seen, in Teichen und in Strömungen wohl. Die Garappa kommen ausschließlich auf der Insel Kyushu vor. Wie ihre nahen Verwandten können auch sie in menschliche Siedlungen eindringen oder  in Gebirgen zu finden sein.

Im Vergleich zu den Kappa gelten Garappa als sehr scheu. Ausgewachsene Artgenossen leben gerne alleine und treffen sich nur zu besonderen Anlässen sowie dem frönen ihres Lieblingssports, dem Sumô-Kampf. Auf ihrem Speiseplan stehen Gurken und Innereien jeglicher Art. Die Vorliebe von Kappa für rohe, menschliche After-Schließmuskel teilen sie glücklicherweise nicht. Im Vergleich zu den Kappa sind Garappa außerdem eher praktisch und grobmotorisch veranlagt und etwas weniger gebildet. Menschen suchen sie selten heim.

Sexuell aggressive Geister

Dennoch führen sie bei den wenigen Gelegenheiten, sie sich ihnen bieten Menschen gerne in die Irre. Da sie außerdem viel stärker sind als Menschen, können sie problemlos überwältigen. Es kommt dabei nicht selten zu Übergriffen an wehrlosen Frauen, denn Garappa sind sexuell sehr aggressiv. Selten kommt es bei Angriffen zu Todesfällen durch Ertränken ihrer Opfer.

Aus den Überlieferungen bekannt ist auch, dass die Wassergeister drei Darmausgänge besitzen. Der daraus resultierende Gestank von Garappa-Fürzen war für viele Menschen ein unappetitliches Ärgernis.

Über ihre Taten und ihr Leben ranken sich zahlreiche Erzählungen und Märchen. Eines davon ist das Ibusuki-Volksmärchen, welches den Titel „Der gebrandmarkte Garappa“ trägt:

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Gelingt es einem Menschen, Garappa zu überlisten, fühlen sich die Geister in ihrem Stolz verletzt. Aber sie erklären sich in diesem Fall stets bereit, ihre Taten wieder gutzumachen. Ihre hinterlistige Art rückt dabei komplett in den Hintergrund, denn die Wassergeister sind bekannt dafür, ihr Wort zu halten.

Dienen die Wesen einem Menschen, geben sie ihm etwas von ihrer Weisheit mit auf den Weg. Dies soll auf Kyushu dazu geführt haben, dass die Menschen von den Wassergeistern das Fischen, das Reispflanzen und sogar Papierfaltkunst gelernt haben.

Zeichnung eines Kappa von Katsushika Hokusai: Bild: Wikimedia Commons, Public Domain
Zeichnung eines Kappa von Katsushika Hokusai (Grafik: Wikimedia Commons, Public Domain)

Im Shintoismus wurden sowohl sie als auch die Kappa mit der Zeit auf den Status von Wassergottheiten erhoben und verehrt, und diese Wesen siedeln sich seitdem gerne auf dem Gelände von ihnen wohlgesonnenen Schreinen an.

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