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Götter-Guide im Shintoismus: der Kriegsgott Bishamon-ten

Im japanischen Shintoismus ist Bishamon 毘沙門 oder auch Bishamon-ten 毘沙門天 und zählt zur Gruppe der Sieben Glücksgötter shichifukujin 七福神. Doch auch als Teil der Shitennō 四天王 erfüllt er seine Aufgabe. Dabei handelt es sich um die vier großen Himmelskönige. Bishamon ist der Schutzherr des Nordens.

Gleichzeitig ist er Schutzherr der Nation und ein bekannter Kriegsgott. Sein Bote ist der Hundertfüßer mukade 百足.

Bishamon-ten
Bishamon-ten © Von Wikipedia Loves Art participant “Team_A” – Uploaded from the Wikipedia Loves Art photo pool on Flickr, CC BY-SA 2.5, Link

Bishamon als Gottheit gibt es jedoch nicht nur im Shintoismus. Seinen Ursprung hat der Kami im Hinduismus und kommt somit aus Indien. Als Ten findet er seinen Vorgänger in der Hindu-Gottheit Kubera. Später wurde er besonders mit dem Lotos-Sutra in Verbindung gebracht.

Später erfolgte dann die Aufnahme in den Buddhismus, woraufhin er Teil der Tenbu 天部 wurde. Sein Name lautete nun Vaisravana. Diese sind die Götter, die eine Verbindung zum brahmanischen Pantheon aufweisen. Im Buddhismus erhielten sie dann die Funktion eines Schutzgottes der buddhistischen Lehre.

In den meisten Darstellungen findet man den Kami als muskulösen, grimmigen Krieger in Rüstung in der Nähe einer Stupa. Bei sich trägt er für gewöhnlich Waffen.

Bishamon wird unter anderem im Shintenno-ji 四天王寺 in Osaka verehrt. Dieser war der erste staatlich geförderte Tempel des Landes und wurde von Shotoku Taishi 聖徳太子(574-622) in Auftrag gegeben. Vor Ort werden die vier Himmelskönige verehrt. Im Osten herrscht Jikoku-ten 持國天, Zōchō-ten 增長天 im Süden, Kōkomu-ten 廣目天 im Westen und Tamon-ten 多聞天/ Bishamon-ten 毘沙門天 im Norden.

Tobatsu Bishamon

Bishamon erreichte den Höhepunkt seiner Popularität, als Tobatsu Bishamon nach Japan gelangte. Hierbei handelte es sich um eine Figur aus Zentralasien. Besonders in Tokhara und im Königreich Khotan wurde diese verehrt. Ihre Ankunft sorgte für die endgültige Loslösung Bishamons von den vier Himmelskönigen.

Ji-ten
Ji-ten © I, BrokenSphere [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons
Darstellungen von Tobatsu Bishamon weißen einige Besonderheiten auf. Die früheste Darstellung soll im 8. Jahrhundert nach China gebracht worden sein. Spätere Abbildungen sind meist Kopien dieser Statue. Der Kami trägt hier eine anliegende Rüstung und eine Krone auf seinem Haupt. Auf dem Burst- und Schulterpanzer lassen sich verschiedene, dämonische Fratzen erkennen. Des weiteren steht der Kami hier nicht auf einem jaki, sondern auf der Göttin Ji-ten.

Rechts und links von ihr finden sich zwei weibliche Dämonen. Bei diesen handelt es sich um Ranba 藍婆 und Biranba 毘藍婆, zwei Beschützer der Gläubigen. Gelegentlich ist der Kami in einer solchen Abbildung auch mit dem Königsstab ausgestattet sein.

Eine andere Darstellungsform des Tobatsu Bishamon ist der Tōhachi Bishamon 刀八毘沙門. Dieser hat vier zornige Gesichter mit jeweils drei Augen. Aus seinem Körper ragen zwölf Arme, von welchen acht ein Schwert in der Hand halten. Die anderen vier tragen Pagode, Dreizack und Wunscherfüllungsperlen, auch „nyoi no tama 如意の玉“ genannt. Der Kami sitzt in dieser Form auf einem Löwen und trägt einen kleinen Buddha auf seinem obersten Kopf.

Bishamon als Teil der Sieben Glücksgötter

Bishamon-ten
Bishamon-ten © von Unbekannt [Public domain], via Wikimedia Commons
Im Laufe der Muromachi-Zeit und Edo-Zeit wurde Bishamon Teil der Sieben Glücksgötter. Zu diesen gehören Ebisu, Daikoku-ten, Benzaiten, Hotei, Fukurokuju, Jurojin und natürlich Bishamon-ten.

Auch als Glücksgott wurde Bishamon weiterhin als Kriegsherr und Krieger dargestellt. Die Abbildungen unterscheiden sich also kaum von den vorherigen. Allein ein freundlicheres Gesicht und sein nun etwas fülligerer Körperbau weisen auf die Anpassung seiner Bedeutung hin. Gelegentlich fehlen auch ein paar seiner Attribute und Begleiter.

Durch seine neue Aufgabe als Glücksgott werden die schon vorher mit ihm in Verbindung gebrachten Konzepte wie Reichtum, Glück und seine Funktion als Schutzgott mit dem Bild des Kriegers vereint und ergeben nun ein einheitliches Bild. Dieser Ausdruck von Bishamon ist bis heute gültig.

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