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Götter-Guide im Shintoismus: Der Kriegsgott Hachiman

Hachiman 八幡 wird in Japan als Kriegsgottheit und Ahnengottheit verehrt, aber auch als Gottheit der Bogenschützen ist er bekannt. Dabei findet man ihn sowohl im Shintoismus, als auch im japanischen Buddhismus. Genauso wie viele andere Kami ist er somit ein Beispiel für die Überschneidung der beiden Religionen.

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Der Name Hachiman kann übersetzt werden mit den Worten „Gott der acht Banner“. Dies bezieht sich eventuell auf die acht himmlischen Banner, welche bei der Geburt des Kaisers Ojin im Wind geweht haben sollen. Andere gehen davon aus, dass es sich um die acht Bannerscharen handelt, welche das chinesische Militär zum Einteilen der Himmelsrichtungen nutzte.

Gelegentlich wird Hachiman auch Yawata 八幡 oder Hachiman Daibosatsu 八幡大菩薩 genannt. Der Name Yawata oder auch Yahata könnte hierbei von einer früheren agrarischen Bodengottheit stammen, oder einen ehemals rein japanischen Kriegsgott bezeichnen, welcher mit einem chinesischen Ebenbild vereinigt worden ist.

Ojin
Ojin / Bild: Wikimedia

Die Taube als himmlischer Bote

Der Kami wird mit der Taube assoziiert, welche ihm als himmlischer Bote dienen soll. Zusammen mit den typischen Armschonern und seinem Bogen mit Pfeilen findet man das Tier auch in den meisten Darstellungen des Gottes. Zusätzlich wird Hachiman mit dem tomoe Symbol in Verbindung gebracht.

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Oft wird er mit dem legendären Ojin-tenno gleichgesetzt. Die Ursprünge diese Identifizierung sind allerdings uneindeutig.

Die wichtigsten Feste zu Ehren des Kami finden um den 15. September jeden Jahres statt. Zusätzlich erweist der Tenno dem Iwashimizu Hachiman-gū neben anderen Schreinen und kaiserlichen Mausoleen an jedem ersten 1. Januar Verehrung.

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Anfangs nur eine Lokal-Gottheit

In den großen Schriften wie dem Kojiki oder dem Nihonshoki wird der Gott nicht erwähnt. Auch die fünf großen Lokalchroniken der Nara-Zeit, die Fudoki, geben keine Auskunft über ihn. Deshalb geht man davon aus, dass er zu dieser Zeit nur eine kleinere Lokal-Gottheit war.

Ursprünglich war Hachiman wahrscheinlich auf der westlichen Hauptinsel Kyushu zuhause. Besonders der Usa-Hachiman-gu in Usa diente als Zentrum seines Kultes, doch bereits in der Nara-Zeit wurde er in die buddhistische Glaubensvorstellungen eingebracht.

Hachiman
Daibu Hachiman-gu / Bild: Wikimedia

Aufstieg zum Schutzpatron des Kriegerstandes

Im Jahr 737 wird er zum ersten mal namentlich in der offiziellen Regierungschronik Shoku Nihongi erwähnt. Doch erst 749, mit dem Bau des Großen Buddha, beginnt die relativ verlässlich dokumentierte Geschichte Hachimans.

781 erhielt der Kami vom kaiserlichen Hof den Titel „Gokoku reigen iriki jintsū daibosatsu 護国霊験威力神通大菩薩” verliehen, was so viel bedeutet wie „Der, der das Land beschützt“. Seit dieser Zeit wurde er vermehrt als buddhistischer Mönch dargestellt, während seine Shinto-Schreine zu Schutzschreinen umfunktioniert wurden.

Zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert wurde Hachiman zum Clan-Kami der Minamoto-Familie oder auch Genji. In der darauffolgenden Zeit entwickelte er sich nun zum Schutzpatron des Kriegerstandes im japanischen Mittelalter.

Verehrung während des zweiten Weltkriegs

Vor dem zweiten Weltkrieg gewann der Kami noch einmal an Beliebtheit. Als Kriegsgott wurde er nun vermehrt von Schulkindern und Rekruten verehrt, welche auf Ausflüge zu den Schreinen geschickt wurden. Heutzutage wird er etwa in der Hälfte der 90.000 registrierten Schreine in Japan verehrt.

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