Anzeige
HomeJapan entdeckenGeschichteHistorisches Buch über die Künste der Ninja in einem Schrein in Shiga...

Ein Buch über die Techniken, Strategien und Waffen der Ninja

Historisches Buch über die Künste der Ninja in einem Schrein in Shiga gefunden

Im Dezember 2021 untersuchte der Wissenschaftler und Ninja-Experte Takamasa Fukushima in der japanischen Präfektur Shiga das Lagerhaus des Kazuraki-Schreins, welches sich in der Stadt Koka befindet. Dabei fand er die schriftliche Kopie eines berühmten Werkes über die Kunst des Ninja aus der Edo-Zeit (1603-1867).

Anzeige

Genau genommen handelt es sich bei dem Buch um eine Kopie von „Kanrinseiyo“, der Quelle von „Bansenshukai“ (1676). Das Original wurde bisher nicht gefunden. Professor Michifumi Isoda vom International Research Center for Japanese Studies setzt daher große Hoffnungen in diese Entdeckung. Während einer Pressekonferenz am 14. Juni sagte er euphorisch: „Das Buch, von dem wir wussten, dass es existiert, aber wie ein Ninja nie gefunden wurde, ist aufgetaucht.“

Ein Glücksfund

Fukushima, der sich auch als Mitglied des regionalen Wiederbelebungskooperationsteams in Koka engagiert, war gerade dabei, das Lagerhaus auf Grundlage einer alten Dokumentenliste zu durchforsten, als ihm überraschend ein Buch über „Ninjutsu“ in die Hände fiel.

LESEN SIE AUCH:  In Saitama gefundene Artefakte könnten Prototypen von Ninjawaffen sein

Der Begriff „Ninjutsu“ bedeutet wörtlich „die Kunst des Ninja“. Auf dem Cover des Buches stand ein Titel, der sich mit „Militärgesetz Kanrinseiyo – Mittlerer Band“ übersetzen lässt.

Anzeige

Das Buch selbst umfasst 40 Seiten, auf denen insgesamt 48 verschiedene Arten des „Ninjutsu“ beschrieben werden.

Ein tiefer Einblick in die Welt der Ninja

Die Methoden und Taktiken, die in dem Buch erläutert werden, reichen vom Anbringen von Seidenstoffschichten an der Unterseite der Strohsandalen, um beim Herumschleichen Lärm zu vermeiden, bis hin zum Werfen von verkohltem Eulen- und Schildkrötenpulver für den Fall, dass man sich verstecken muss.

Des Weiteren enthalten die Schriften Informationen über die Herstellung und Verwendung von Ninjutsu-Werkzeugen.

Zum Einsatz kamen in dieser Zeit zum Beispiel Rohrschwerter und „Makibishi“. Letztere lassen sich als eine Art japanische Version des Krähenfußes beschreiben.

Isoda schätzt die dortigen Angaben nach einigen Untersuchungen als realistisch ein und Professor Yuji Yamada vom International Ninja Research Center der Mie University sagte: „Die hochmoderne Wissenschaft und Technologie dieser Zeit sind in das Buch eingeflossen. Es ist auch wichtig, den wissenschaftlichen Standard der Edo-Zeit zu kennen.“

Angesichts des Wortlauts auf dem Cover ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich bei dem gefundenen Werk um den zweiten Band einer dreibändigen Reihe handelt. Über die anderen Bände ist bislang noch nichts weiter bekannt.

Das Ninja-Dorf Koka

Die Stadt Koka ist in Japan als Ninja-Dorf bekannt, da dort einst tatsächlich viele Ninja ausgebildet wurden.

Heute beherbergt die Stadt unter anderem das Kogaryu Real Ninja Museum, in dem sowohl Ninja-Fans also auch Geschichtsinteressierte vieles über das wahre Leben der Ninja erfahren können.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Neuste Artikel