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HomeJapan entdeckenGeschichteJapanerinnen finden beim Spazieren zufällig seltenen antiken Keramiktopf

Der Topf wurde wahrscheinlich Anfang oder Mitte des 15. Jahrhunderts gefertigt

Japanerinnen finden beim Spazieren zufällig seltenen antiken Keramiktopf

In der japanischen Präfektur Gifu fanden im letzten Dezember zwei Freundinnen auf einem Spaziergang zufällig einen eisenglassierten Keramiktopf. Es wird angenommen, dass es sich hierbei tatsächlich um ein sehr gut erhaltenes Artefakt aus der Muromachi-Zeit (1336-1573) handelt. Eine kleine archäologische Sensation.

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Der Topf wurde dem städtischen Mizunami-Keramikmuseum übergeben, welches ihn noch bis zum 22. Mai ausstellt.

Ein glücklicher Zufall

Am 21. Dezember 2021 waren die beiden Freundinnen Masako Kudo und Miyoe Yokoyama im Rahmen eines gemeinsamen Spaziergangs in der zerklüfteten Ryugin-kyo-Schlucht unterwegs gewesen.

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Auf ihrem Weg fiel ihnen ein kleines Stück Keramik auf, das aus der Erde hinausragte. Sie wurden neugierig, fingen an zu graben und bargen letztendlich ein 38,7 Zentimeter hohes an der weitesten Stelle 28,5 Zentimeter breites Tongefäß mit Streifenmuster.

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Kudo und Yokoyama hatten zuvor selbst bereits an einer Ausgrabung eines Grabhügels teilgenommen.

Sie riskierten nichts und informierten sofort das Museum über ihren Zufallsfund. So konnte der Topf zeitnah professionell untersucht werden und das Ergebnis der Forscher:innen lässt darauf schließen, dass der Topf wahrscheinlich Anfang oder Mitte des 15. Jahrhunderts während der Muromachi-Zeit im Seto-Gebiet der Präfektur Aichi hergestellt worden ist.

Topf wurde weit abseits der Wohngebiete gefunden

Noch ist unklar, wie der Topf in dieses eher abgelegene Gebiet gelangt ist, denn historischen Aufzeichnungen zufolge hat es im Umkreis des Fundortes nie Häuser oder andere Gebäude gegeben.

Die Forschenden gehen davon aus, dass zu dem Topf eigentlich auch noch ein Deckel gehört. Dieser konnte allerdings bisher nicht gefunden werden.

Ein äußerst seltener Fund

Shinji Sunada ist ein Kurator des Museums und selbst hellauf begeistert von dem Fund der beiden Freundinnen.

„Es wurde wahrscheinlich eher auf religiöse, denn auf praktische Weise als Behälter für heilige Schriften oder andere Gegenstände verwendet, aber sein Zweck bleibt unbekannt.“

Des Weiteren verwies er auf die „sorgfältig bearbeitete Oberfläche“ des Topfes und betonte, dass nur „äußerst selten“ ein Artefakt dieser Art in einem so „hervorragenden Zustand“ entdeckt würde.

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