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Tradition trifft Moderne

Japanische Architektur: Von der Erdhütte bis zum Wolkenkratzer – Teil 1

Japanische Architektur ist mehr als riesige Wolkenkratzer auf eng besiedeltem Wohnraum. Dennoch wurde die traditionelle landestypische Bauweise im Laufe der Jahre sehr durch das europäische Ausland beeinflusst. Diese Artikelreihe widmet sich den Gebäuden und Bauarten Japans im Wandel der Zeit.

Im ersten Teil werfen wir von der Moderne aus einen Blick zurück in die prähistorische Zeit, die Perioden Yayoi (japanisch 弥生時代, Yayoijidai) und Kofun (japanisch 古墳時代, kofun-jidai).

Yayoi-Zeit (300 v. Chr. – 250 n. Chr.)

Aus der Yayoi-Zeit gibt es weder erhaltene Bauten noch wird die Architektur in den ältesten japanischen Texten, wie zum Beispiel Kojiki und Nihonshoki, ausführlich behandelt. Jedoch ist es Forschern gelungen, anhand von Ausgrabungen aus dem 2. und 3. Jh. v. Chr. Informationen über die japanische Architektur sowie die Traditionen dieser Zeit zu gewinnen. Das Museum für Alte Geschichte in Imajizuka beschäftigt sich aktuell mit der Yayoi-Periode in der Kinki-Region und zeigt noch bis 9. Mai historische Ausstellungsstücke.

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Es ist bekannt, dass die Menschen damalige Bauernhäuser mit Stroh gedeckt und aus Erdboden gebaut haben. In einigen Gebieten, in welchen hohe Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit herrschten, hatten die Häuser Holzböden. Des Weiteren entdeckten Forscher auch Kochstellen, Straßen, Lagergruben, Gebäude auf Stelzen und Friedhofsanlagen, welche aufschlussreiche Informationen über die damalige japanische Architektur und die Kultur preisgeben.

Ise-Schrein spiegelt Architekturstil wider

Als sich schließlich der Reisanbau, vermutlich durch koreanische Einwanderer, in Japan ausbreitete, wuchsen die Gemeinden an. Das hatte Veränderungen für die damalige japanische Architektur zur Folge. Größere Gebäude für ansässige Herrscherfamilien und Reisspeicher gesellten sich zu den einfachen Bauernhäusern. Der Stil dieser Architektur spiegelt sich heute noch im Heiligtum des Ise-Schreins wider. Dieser befindet sich in der Präfektur Mie, in der Stadt Ise.

In der Sannai-Maruyama-Ausgrabungsstätte in der Präfektur Aomori und im Yoshinogari Park in der Präfektur Saga sind Rekonstruktionen aus dieser Zeit zu sehen.

Treppen vor dem Heiligtum des Ise-Schreins ©Sumikai/Claudia Yoko-chan
Treppen vor dem Heiligtum des Ise-Schreins sind ein Zeitzeugnis traditioneller japanischer Architektur. Bild: Sumikai/Claudia Yoko-chan

Kofun-Zeit (300 -710 n. Chr.)

Als Folge des Austausches zwischen Japan, China und Korea brachte die Kofun-Zeit einige Neuerungen mit sich. China diente als Vorlage für eine zentralisierte Verwaltung und Finanzsteuerung. Des Weiteren kam es zur Ausprägung des Feudalsystems und zur ersten klaren Definition eines Staates. Aus dem koreanischen Raum kam die Vorlage der schlüssellochförmigen Hügelgräber, den Kofun, welche dieser Epoche ihren Namen gaben. Diese Hügel dienten ausschließlich als Fürstengräber und weisen auf die neue Nassreisfeldbaukultur hin, welche Japan nun prägte.

Japanische Architektur und die Grabstätten

Dies ist zu erkennen an den großen Wassergräben, die die Grabstätten umgeben. Das bemerkenswerteste dieser Gräber ist das Daisenryo Kofun, die Ruhestätte des 16. Kaisers Nintoku. Dieses befindet sich in der Präfektur Osaka in Sakai City und ist mit seiner Größe von 486 mal 305 Meter und einer Höhe von 35 Meter das größte dieser Gräber in ganz Japan.

Daisenryo Kofun in Osaka
Daisenryo Kofun in Osaka. Bild: National Land Image Information (Color Aerial Photographs), Ministry of Land, Infrastructure, Transport and Tourism via wikia commons

Als jedoch im 6. Jh. der Buddhismus ins Land kam und als Staatsreligion eingeführt wurde, bedeutete dies auch das Ende der Kofun, da diese durch die buddhistischen Bestattungsriten ersetzt wurden. Doch nicht nur die Kultur Japans blieb im steten Wandel, auch die japanische Architektur sollte von diesem Zeitpunkt an noch einige Veränderungen durchmachen. Mehr dazu folgt im zweiten Teil.

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