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Japanische Architektur: Von der Erdhütte bis zum Wolkenkratzer – Teil 2

Im zweiten Teil der japanische Architektur-Artikel-Reihe geht es um Asuka und Nara.

Asuka- Zeit (593 bis 710)

Wie bereits in der Kofun-Zeit begonnen, führte man unter Einfluss der Fujiwara-Familie, welche seit dem Nakatomi no Kamatari im Jahre 645 ihren Aufstieg erlebte, eine Verwaltungs- und Steuerreform nach chinesischem Vorbild durch. Dazu gehörte auch eine Landreform mit gleichmäßiger Aufteilung des Ackerlandes unter den Bauern.

Mit den Taika-Reformen im Jahr 645 werden Staat und Verwaltung weiter umgestaltet, um einen zentralisierten Beamtenstaat zu erschaffen. Auch die Leibeigenschaft der Bauern wurde abgeschafft. Stattdessen unterstehen nun alle Bürger dem Kaiser. Zu dieser Zeit befand sich die kaiserliche Residenz meist in Asuka-kyō, was der Asuka-Zeit ihren Namen verlieh.

Neben den politischen und wirtschaftlichen Neuerungen erreichten auch moderne Bautechniken, neues medizinisches Wissen, Musik und Literatur das bis dahin noch recht primitiv wirkende Japan. Die Gebäude, speziell die Tempelbauten, standen nun unter dem Einfluss der chinesischen Architektur der Sui-Dynastie.

Horyu-ji
Inneres Tor des Horyu-Ji © Von 663highlandEigenes Werk, CC BY 2.5, Link

Auch der Buddhismus hatte einen großen Einfluss. Hauptbaumaterial der Asuka- und Nara-Zeit war Holz. Dies hatte allerdings zur Folge, dass diese Gebäude durch Brände und Naturkatastrophen regelmäßig zerstört wurden. Trotzdem blieben einige Originale teilweise erhalten.

Mehr zum Thema:  Japanische Architektur: Von der Erdhütte bis zum Wolkenkratzer - Teil 3

Wichtiger für die Überlieferung dieser Architektur ist jedoch, dass die Bauten mehrfach originalgetreu wieder aufgebaut wurden. Dadurch blieb die Kenntnis über diese Bautechniken größtenteils erhalten. Die ältesten buddhistischen Bauten Japans und gleichzeitig die ältesten Holzgebäude der Welt finden sich im Horyu-ji („Tempel der Lehre Buddhas“) im Südwesten der Präfektur Nara in der Stadt Ikaruga. Sie sind das bedeutendste Beispiel für die Architektur der Asuka-Zeit.

Nara- Zeit (710 – 794)

Die Stadt Nara, welche der Namensgeber dieser Zeit war, wurde komplett nach dem Vorbild der chinesischen Stadt Chang’an gebaut. Sie erhielt ihren Einfluss also durch die Architektur der Tang-Dynastie, welche in China von 618 bis 907 andauerte. Die chinesischen Bauwerke dieser Zeit spiegelten die Blütezeit der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung des feudalen Chinas wieder. Dies ist an dem imposanten, wohl strukturierten, aber offenen Baustil zu erkennen.

Daming Palast
Rekonstruktion des Daming Palastes © Von うぃき野郎Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, Link

Die einheitliche Projektierung von Baukomplexen und -ensembles wurde immer reifer und man folgte zunehmend wohlgeordneten und rationellen Bauprinzipien. Es wurden umfangreiche Paläste, Gärten und Amtsgebäude errichtet. In Chang´an, der damals größten Stadt der Welt, wurden die konsequentesten stadtplanerischen und architektonischen Prinzipien umgesetzt.

Ein Beispiel hierfür ist der Daming-Palast, dessen Reste heute eine Fläche einnehmen, die drei Mal so groß ist, wie die Gesamtfläche der Verbotenen Stadt in Beijing.

Auch in den Holzbauten in Nara bilden Kunst und Technik eine Einheit. In einzelnen Bauteilen wie Säulen und Trägern ist eine perfekte Verbindung von Statik und Stil zu erkennen. Die Gebäude jener Zeit sind offen und zugleich schlicht und würdevoll. Des weiteren wurde auch die Ziegelbauweise eingeführt.

Todai-Ji
Außenbereich des Todai-Ji bei Nacht © Von Mstyslav Chernov/Unframe/unframe.comEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Der Tōdai-ji, ein buddhistischer Tempel in der Stadt Nara, gewährt Einblicke in die Architektur dieser Zeit. Er wurde 752 n. Chr. eröffnet und beherbergt die größte buddhistische Bronzestatue. Die Haupthalle ist mit einer Breite von 57,01 Metern, einer Tiefe von 50,48 Metern und einer Höhe von 48,74 Metern das größte rein aus Holz gebaute Gebäude der Welt.

 

 

Quellen: Wikipedia, Japan-Infos, Createspace, Chinarundreise, Japan-kyoto

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