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Japanische Architektur: Von der Erdhütte bis zum Wolkenkratzer – Teil 1

Wer sich heutzutage mit japanischer Architektur befasst, denkt zu erst an große Städte wie Tokio und riesige Wolkenkratzer. Allerdings unterlag die landestypische Bauweise im Laufe der Epochen immer wieder großen Neuerungen und Veränderungen, welche nicht zuletzt durch ausländische Einflüsse zustande kamen. Diese Artikelreihe befasst sich mit den Gebäuden Japans im Wandel der Zeit und den Hintergründen, welche die unterschiedlichen Bauweisen bestimmten.

Prähistorische Zeit, Yayoi- und Kofun-Zeit

Yayoi-Zeit (300 v. Chr. – 250 n. Chr.)

Aus der Yayoi-Zeit gibt es weder erhaltene Bauten, noch wird die Architektur in den ältesten japanischen Texten, wie zum Beispiel Kojiki und Nihonshoki, ausführlich behandelt. Jedoch war es möglich anhand von Ausgrabungen aus dem 2. und 3. Jhd v. Chr. Informationen über die Bauweise dieser Zeit zu gewinnen. Es ist bekannt, dass damalige Bauernhäuser mit Stroh gedeckt und aus Erdboden gebaut wurden. In einigen Gebieten, in welchen hohe Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit herrschten, hatten die Häuser sogar bereits Holzböden. Des weiteren wurden auch Kochstellen, Straßen, Lagergruben, Gebäude auf Stelzen und Friedhofsanlagen gefunden.

Mehr zum Thema  Japanische Architektur: Von der Erdhütte bis zum Wolkenkratzer - Teil 2

Als sich schließlich der Reisanbau, vermutlich durch koreanische Einwanderer, in Japan ausbreitete, wuchsen die Gemeinden, was zur Folge hatte, dass sich zu den einfachen Bauernhäusern auch größere Gebäude für ansässige Herrscherfamilien und Reisspeicher gesellten. Der Stil dieser Architektur spiegelt sich heute noch im Heiligtum des Ise-Schreins wieder. Dieser befindet sich in der Präfektur Mie, in der Stadt Ise.

In der Sannai-Maruyama-Ausgrabungsstätte in der Präfektur Aomori und im Yoshinogari Park in der Präfektur Saga kann man Rekonstruktionen aus dieser Zeit besichtigen.

Treppen vor dem Heiligtum des Ise-Schreins ©Sumikai/Claudia Yoko-chan
Treppen vor dem Heiligtum des Ise-Schreins
©Sumikai/Claudia Yoko-chan

Kofun-Zeit (300 -710 n. Chr.)

Als Folge des Austausches zwischen Japan, China und Korea brachte die Kofun-Zeit einige Neuerungen mit sich. China diente als Vorlage für eine zentralisierte Verwaltung und Finanzsteuerung. Des weiteren kam es zur Ausprägung des Feudalsystems und zur ersten klaren Definition eines Staates. Aus dem koreanischen Raum kam die Vorlage der schlüssellochförmigen Hügelgräber, den Kofun, welche dieser Epoche ihren Namen gaben. Diese Hügel dienten ausschließlich als Fürstengräber und weisen auf die neue Nassreisfeldbaukultur hin, welche Japan nun prägte.

Dies ist zu erkennen an den großen Wassergräben, die die Grabstätten umgeben. Das bemerkenswerteste dieser Gräber ist das Daisenryo Kofun, die Ruhestätte des 16. Kaisers Nintoku. Dieses befindet sich in der Präfektur Osaka in Sakai City und ist mit seiner Größe von 486 mal 305m und einer Höhe von 35m das größte dieser Gräber in ganz Japan.
Als jedoch im 6. Jhd der Buddhismus ins Land kam und als Staatsreligion eingeführt wurde, bedeutete dies auch das Ende der Kofun, da diese durch die buddhistischen Bestattungsriten ersetzt wurden.

Daisenryo Kofun in Osaka
Daisenryo Kofun in Osaka © National Land Image Information (Color Aerial Photographs), Ministry of Land, Infrastructure, Transport and Tourism via wikia commons

Eingang zum Daisenryo Kofun
Eingang zum Daisenryo Kofun © Sumikai/Claudia Yoko-chan

Quellen:
Osaka Info, Yoshinogari historical park, Wikipedia

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