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Buddhismus und die Heian-Zeit

Japanische Architektur: Von der Erdhütte bis zum Wolkenkratzer – Teil 3

Japanische Architektur unter dem Einfluss des Buddhismus ist historisch betrachtet vor allem in der Heian-Zeit einzuordnen, der wir den dritten Teil dieser Reihe widmen. Diese Periode folgte auf die Nara-Zeit, in welcher sich der Buddhismus in Japan etablierte.

In der Heian-Zeit (794 bis 1185 n. Chr.), welche nach der gleichnamigen Stadt Heian benannt wurde, gewann der Buddhismus immer mehr Einfluss in Nara und damit auch auf die japanische Architektur. Daraufhin bereiste der Mönch Kūkai (774–835) China. Dort studierte er in Xi’an Tantra beziehungsweise Vajrayana, zwei esoterische Formen des Buddhismus. Zurück in Japan gründete er Shingon-shū. Im Zentrum dieser Lehre standen Mandalas, welche auch die Architektur der traditionell geprägten Tempel in Japan beeinflussten.

Buddhistische japanische Architektur

Die japanische Architektur übernahm im Laufe der Zeit unter Einfluss des Buddhismus auch die unter dem Namen Stupa bekannten Grabhügel sowie ihre chinesische Weiterentwicklung, die Pagode. Dabei handelt es sich um ein markantes, mehrgeschossiges Bauwerk, das Ähnlichkeiten mit einem Turm hat. Die einzelnen Geschosse sind meist durch hervorstehende Gesimse oder Dachvorsprünge voneinander getrennt.

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Die Tempel wurden in den Bergen von Japan gebaut, weit weg von den Fürstenhöfen und den weltlichen Städten. Aufgrund der unregelmäßigen Geländeform dieser Orte, waren die japanischen Architekten dazu gezwungen, die Bauweise der Tempel erneut zu überdenken. Mehr einheimische Elemente flossen in die Planungen mit ein. So wurde anstelle von Keramikziegeln wieder hölzerne Zypressenrinde zum Dachdecken verwendet und anstatt den blanken Erdboden zu bebauen, wurde der Boden mit Brettern aus Holz ausgelegt.

Neue Einflüsse verschmolzen so gekonnt mit der traditionellen Bauweise Japans und prägten die japanische Architektur über Jahrhunderte hinweg.

Eine Pagode nach chinesischem Vorbild in Yasaka. Bild: Nationaal Archief/flickr

Während der Regentschaft der Fujiwara verbreitete sich der Amidismus in Japan. Dies ist eine Form des Buddhismus, in welcher das Vertrauen in die Güte Amitabhas (Amidas) und die Erwartung einer Wiedergeburt im Paradies im Vordergrund stehen. Gleichzeitig entwickelte der Adel in Kyōto höfische Umgangsformen, die das Streben nach Eleganz und Ästhetik zum Ziel hatten.

Die amidische Vorstellung vom Paradies (dem „Reinen Land“) passte sich dem höfischen Ideal an. Daraufhin wurden in Amida-Hallen in einer Vereinigung von religiösen und weltlichen Ideen ein oder mehrere Darstellungen Buddhas in einem Gebäudekomplex errichtet, der den Wohnsitzen der Adeligen ähnelte.

Religion und westlicher Stil verschmelzen

In Uji, südöstlich von Kyoto, befindet sich die 1053 fertiggestellte Phönix-Halle des Byōdō-in. Bei dieser handelt es sich um eine solche Amida-Halle. Der Grundriss wird gebildet durch ein rechteckiges Hauptgebäude mit zwei L-förmigen Seitenkorridoren und einem rückwärtigen Korridor. Auf dem Gelände wurde ein künstlicher Teich angelegt.

Eine Szene aus Die Geschichte des Prinzen Genji nach Tosa Mitsuoki, 17. Jahrhundert. Eine Malerei, die dem Yamato-e zugeordnet wird.
Eine Szene aus Die Geschichte des Prinzen Genji nach Tosa Mitsuoki, 17. Jahrhundert. Eine Malerei, die dem Yamato-e zugeordnet wird. Bild: wikimedia

Im Inneren steht ein einzelnes goldenes Bildnis Amidas. Abgerundet wird das Ganze durch Reliefs von Geistern und Amida selbst, welche sich an den Innenwänden des Gebäudes befinden. Die farbigen Darstellungen dieser Halle sind frühe Beispiele des japanischen Yamato-e. Dies ist eine Form der in Japan verankerten Malerei, die sich hauptsächlich auf die Darstellung der vier Jahreszeiten mit den zugehörigen Festen und auf die Darstellung berühmter Stätten beschränkt.

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