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Ein Ort der Erinnerung

Jerusalem benennt öffentlichen Platz nach „japanischem Schindler“

Kyodo: Während des Zweiten Weltkriegs halfen mehrere Japaner dabei, dass Menschen mit jüdischer Abstammung vor den Nationalsozialisten fliehen konnten. Einer von ihnen war Chiune Sugihara, der auch als japanischer Schindler bekannt ist.

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In Jerusalem hat man jetzt ihm zu Ehren einem öffentlichen Platz seinen Namen gegeben. Am 11. Oktober wurde der neue „Chiune Sugihara Square“ in Jerusalem mit einer feierlichen Zeremonie eröffnet.

„Visas for Life“

Sugihara diente während des Zweiten Weltkriegs als stellvertretender japanischer Konsul in Kaunas, Litauen. Er rettete vielen Juden das Leben, indem er ihnen Transitvisa ausstellte, die es ihnen ermöglichten, unbehelligt zu sicheren Häfen zu gelangen.

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Diese „Visas for Life“, wie sie heute genannt werden, stellte er seiner Zeit eigenmächtig und entgegen den Anweisungen des japanischen Außenministeriums aus. Ein wagemutiges und gefährliches Unterfangen. Seine Bemühungen brachten ihm später dann den Beinamen „Japanischer Schindler“ ein, in Anlehnung an Oskar Schindler, der ebenfalls Juden vor den Nazis rettete.

Sugiharas Sohn Nobuki, der ebenfalls der Platzeröffnung beiwohnte, fragte seinen Vater einst, warum er den Menschen die Visa damals ausgestellt habe. Sein Vater antwortete: „Weil ich Mitleid hatte.“

Chiune Sugihara
Chiune Sugihara (1900-1986) Bild: Fallschirmjäger, Wikimedia Commons
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„Er dachte nicht daran, Leben zu retten. Er hatte nur Mitleid. Egal, ob jüdisch, muslimisch, christlich oder buddhistisch. (Mein Vater) würde nur ein Visum ausstellen, wenn sie dann einen Ort verlassen könnten, aus dem sie nirgendwo entkommen konnten“, sagte Nobuki in seiner Rede bei der Zeremonie.

Erinnerungen an den japanischen Schindler

Der Vorschlag, dem Platz den Namen Sugiharas zu geben, war vonseiten des 65-jährigen Avram Cimerring gekommen. Ein von Sugihara ausgestelltes Visum hatte seinem Vater damals das Leben gerettet.

Cimerring sagte, dass Jerusalem, das viele Menschen als heilige Stadt betrachteten, ein passender Ort für ein Denkmal zu Ehren Sugiharas wäre.

Auch Berl Schor, 94, der seiner Zeit ein Visum von Sugihara erhalten hatte und über die Sowjetunion in einen Seehafen in Tsuruga in der Präfektur Fukui und nach Kobe geflohen war, nahm an der Zeremonie zur Eröffnung des Platzes teil.

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„Sugihara war ein wirklich guter Mann“, erinnerte sich Schor. „Er sah die Probleme der Menschen und erkannte, dass wir in Schwierigkeiten waren.“ Er war nicht nur ein guter Mann, sondern hat sich auch einer Mann verhalten, so Schor.

Viele erinnern sich an den japanischen Schindler, der vielen in schweren Zeiten neue Hoffnung gab. Früher schon hatte man ihm zu Ehren in Israel ein Denkmal gesetzt, aber dieses ist bedauerlicherweise 2019 zerstört worden. Ein schwerer Schlag für viele der Hinterbliebenen und Angehörigen. Aber es gibt auch Gutes zu berichten.

Noch im selben Jahr feierte das „Chiune Sugihara Sempo Museum“ in Tokyo seine Eröffnung.

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