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Home Japan entdecken Geschichte Knochen von acht Kriegstoten auf Okinawa entdeckt

Gruppe findet Überreste in tiefer Höhle

Knochen von acht Kriegstoten auf Okinawa entdeckt

Auf der Insel Okinawa wurden die Überreste von acht Menschen entdeckt, die während der Schlacht um Okinawa im Zweiten Weltkrieg gestorben sind.

Die Knochen, die von sechs Erwachsenen und zwei Kindern stammen sollen, wurden in Itoman in einem ehemaligen Bunker der Kaiserlichen Japanischen Armee gefunden. Bei den Erwachsenen handelt es sich den Spuren zufolge um Soldaten. Auch 76 Jahre nach Kriegsende werden immer noch zahlreiche Tote vermisst.

Seit 20 Jahren auf der Suche in Okinawa

Einer Gruppe, die sich seit 20 Jahren auf die Spuren der Kriegstoten begibt, ist der Fund zwischen Ende Februar und Anfang März geglückt. Der Fotograf Tetsuji Hamada, 58, und seine Frau Ritsuko, 56, leiten die Gruppe. Das Paar lebt in der nördlichen Präfektur Aomori. Ihnen ist es ein wichtiges Anliegen, jeden Fund nach Möglichkeit den Hinterbliebenen zu übergeben.

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Die Knochen hat die Gruppe im tiefsten Teil eines sogenannten „Gama“ in Japans südlichster Präfektur gesichtet: Einer Höhle, die zu Kriegszeiten als Bunker diente. 20 Meter vom Eingang entfernt, unter Müll und Steinen begraben, fand die Gruppe neben Knochen zehn Paar Militär-Stiefel sowie Knöpfe, die zu militärischer Kleidung gehören. Zu den weiteren Fundstücken zählt ein Füller mit der Aufschrift „Nakagawa“ sowie ein Camping-Kochtopf. Inwiefern diese Gegenstände mit den entdeckten Kriegstoten in Verbindung stehen, sei jedoch unklar.

Tetsuji Hamada glaubt, dass die Menschen in der Nähe der Höhle gestorben und dann dort begraben worden seien. In der Fund-Region lieferten sich japanische Soldaten ein Gefecht mit US-Truppen, bei dem laut Aufzeichnungen 35 Männer getötet wurden.

Seltener Fund

Bis heute werden regelmäßig Knochen von Kriegstoten entdeckt, dennoch ist der Fund eine Rarität: Dass bei einer Ausgrabung die Knochen von insgesamt acht Menschen zum Vorschein kommen, sei selten. Die aktuell sichergestellten Überreste wollen Hamada und seine Gruppe analysieren lassen. Außerdem rufen sie zum Abgleich von DNA-Proben auf, damit auch in diesem Fall die Angehörigen der Kriegsopfer mit diesem grausamen Kapitel von Japans Geschichte abschließen können.

Nach Angaben der Präfekturregierung von Okinawa betrug die vorläufige Zahl der Kriegstoten, deren Überreste 2019 abgeholt wurden, 59. Bis 2015 hatte die jährliche Zahl bei mindestens 100 gelegen, in den vergangenen Jahren sei sie jedoch gesunken.

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