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Eine bedeutende Entdeckung

Ruinen von Hideyoshis „sagenumwobener Burg“ bei Ausgrabungen entdeckt

AS: Bei Ausgrabungen konnten nun die steinernen Fundamente einer besonderen Burg aus dem 16. Jahrhundert freigelegt werden. Die Anlage ließ einst der Kriegsherr Toyotomi Hideyoshi errichten und sie ging als „sagenumwobene Burg“ in die Geschichte ein, da sie bereits kurz nach ihrer Erbauung durch ein Erdbeben wieder zerstört wurde.

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Historische Dokumente über die Burg Shigetsu-Fushimi berichten davon, wie sie 1596 durch das Erdbeben von Keicho Fushimi dem Erdboden gleichgemacht wurde. In ihnen gab es allerdings keine Hinweise, die den Forschenden einen Aufschluss über ihre konkrete Lage oder ihre Baustruktur hätten geben können.

Die Geschichte der „sagenumwobenen Burg“

1592 begann Hideyoshi (1537-1598) mit dem Bau der Burg Shigetsu. Sie sollte sein Ruhesitz werden, nachdem er seinem Neffen Toyotomi Hidetsugu seine Festung und Residenz Jurakudai geschenkt hatte.

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Das ursprünglich dort stehende Gebäude wurde 1594 zu einer Burg mit Steinmauern umgebaut, die bereits 1596 fertiggestellt werden konnte. Sie stand allerdings nur eine sehr kurze Zeit, denn das Erdbeben sollte sie noch im Jahre ihrer Fertigstellung wieder zerstören.

Eine Burg, die mehrfach wiederaufgebaut werden musste

Nach ihrer Zerstörung durch die Gewalten der Natur wurde sie auf dem nahegelegenen Mount Kohatayama (heute Mount Momoyama) wieder aufgebaut. So änderte sich auch ihr Name. Aus Shigetsu wurde Kohatayama-Fushimi.

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Nach Hideyoshis Tod wurde die Burg von Kohatayama während einer Belagerung erneut zerstört. Diese führte auch zur Schlacht von Sekigahara, dem entscheidenden Konflikt, der zur Gründung des Tokugawa-Shogunats führte, das von Tokugawa Ieyasu gegründet wurde.

Obwohl das Gebäude nach ihrer erneuten Zerstörung von Ieyasu wiederaufgebaut wurde, stand sie nicht länger als bis 1623. Sie musste nach einem Dekret des Shogunats abgerissen werden, das nur eine Burg in jeder Provinz zuließ.

Zurück in der Neuzeit

Seit 1974 führt das Archäologischen Forschungsinstitut der Stadt Kyoto bereits in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen Ausgrabungen in der Gegend durch.

2009 wurde eine Steinmauer gefunden, von der angenommen wurde, dass sie ein Teil der Burg Shigetsu gewesen sein könnte. Ausgrabungen im Jahr 2015 brachten eine weitere Steinmauer und vergoldete Kacheln ans Licht, was die Forscher schlussfolgern ließ, dass die Anlage tatsächlich dort gestanden haben musste

Das städtische Institut begann im August mit den jüngsten Ausgrabungen auf einer Fläche von 400 Quadratmetern vor der Station Momoyama.

Bisher konnten in ihrer Nähe im Bezirk Fushimi in Kyoto ein 18 Meter langer Graben, Fundamente für Steinmauern und andere Artefakte freigelegt werden.

Einst mit Sorgfalt errichtet

Im Allgemeinen werden Steinmauern direkt auf den Boden gestellt, es sei denn, der Boden ist weich, sagt Takao Minami, Leiter der Forschungsabteilung des Instituts. Die „Steinmauern für die Burg Shigetsu wurden nach dem Ausheben des Bodens errichtet, was zeigt, dass sie sorgfältig gebaut wurde“.

Minami fügte des Weiteren hinzu, dass ein Brief von Hideyoshi an seine Gefolgsleute zum Zeitpunkt des Baus der Burg Shigetsu, in dem er offenbar vor den Gefahren von „namazu“ (Wels) warnt, darauf hindeuten würde, dass der Kriegsherr sehr daran interessiert war, sicherzustellen, dass die Festung später einem Beben der Erde standhalten würde.

In der japanischen Mythologie ist es ein unter der Erde lebender Wels, der die Erdbeben auslöst.

Standort wurde zuvor woanders vermutet

Die Ruinen der Steinmauern von Shigetsu liegen weiter nördlich von dem Ort, an dem die Kulturgüterabteilung der Stadt die Anlage eigentlich vermutet hatte.

„Es hat die Möglichkeit aufgeworfen, dass Hideyoshis Altersresidenz und Shigetsu getrennt voneinander gebaut wurden“, sagte Hitoshi Nakai, emeritierter Professor der Präfektur der Universität Shiga, der sich auf die Geschichte der japanischen Burgen spezialisiert hat. „Es ist ein bedeutender Befund, der uns veranlasst, die Burg Shigetsu grundlegend zu überprüfen.“

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