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Ausgabe enthält besondere Informationen

Verschollene historische Zeitungsausgabe von Japans Kriegsbeginn wiedergefunden

Einige Schlagzeilen in Zeitung stellen ganz besondere Punkte in der Geschichte dar. So auch die Meldung der Mainichi Shimbun 1941, dass Japan sich nun offiziell im Pazifikkrieg befinde. Leider galt die letzte Ausgabe der Zeitung seit Jahrzehnten als verschollen. Nun ist eine der Zeitungen jedoch wieder aufgetaucht, sehr zur Begeisterung vieler Historiker.

Am 8. Dezember 1941 titelte die Abendausgabe der Mainichi „Das Reich erklärt nun endlich endgültig den USA und Britannien den Krieg“. In dem sich darunter befindenden Bericht wird von dem erfolgreichen Angriff auf Pearl Habor in Hawaii durch das japanische Militär berichtet und dass der Kaiser den Krieg ausgerufen hat.

Zeitung steckte lose in Bücherregal

Gedruckt wurde die Ausgabe von dem heutigen Mainichi Newspapers Co.’s Kyushu Head Office. Trotz der hohen Auflage der Zeitung galt sie in den letzten Jahren als verschollen und es wurde geglaubt, dass kein einziges erhaltenes Exemplar mehr existiert. Denn selbst im Archiv der Mainichi Shimbun gibt es von der Ausgabe keine Titelseite.

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Es gibt lediglich eine Ausgabe, bei der es sich um die dritte Auflage handelt. Diese erwähnt dabei zwar den Kriegsbeginn, aber es steht nichts über den Angriff auf Pearl Habor drin, weswegen die Hintergründe der Meldung nicht ganz eindeutig sind.

In einem Haus eines 82 Jahre alten ehemaligen Unternehmers wurde nun jedoch eine der Zeitungen gefunden, die zu der sechsten und somit letzten Auflage der Abendausgabe gehört. Die Ausgabe wurde in einem Bücherregal des verstorbenen Vaters des Besitzers gefunden.

Der Mann hatte das Regal bereits vor 60 Jahren vererbt bekommen und die Zeitung lose darin gefunden. Als er erkannte, um was sich bei den paar Blättern Papier handelte, behielt er sie und passte auf sie auf.

Historiker erhalten einen neuen Blickwinkel

Später erfuhr er von der Bürgergruppe in Kitakyushu’s Yahatahigashi Bezirk, die Aufzeichnungen zu den Luftangriffen in der Region sammelte. In ganz Japan gibt es zahlreiche Gruppen, die sich mit den Luftangriffen auseinandersetzen und versuchen ihren Schaden zu dokumentieren.

Der Mann gab der Gruppe die Zeitung, in der Hoffnung zu ihrer Arbeit beizutragen. Gegenüber Reportern erklärte er, dass er sich freut, wenn er dabei helfen kann, dass Menschen verstehen wie viele verschiedene Dinge zum Kriegsbeginn zustande kamen.

Historiker haben damit nun erstmals die Möglichkeit, das historisch wertvolle Objekt genauer anzugucken. Sie können dabei nicht nur den Umgang mit dem Ereignis erforschen, sondern auch prüfen, was für eine große Rolle die Zeitung in der Förderung des Nationalismus in dem Krieg spielte.

Zeitungsausgabe stellt eine ganz besondere Auflage dar

Die sechste Ausgabe der Zeitung ist so besonders, weil es sich vermutlich um den letzten Druck an diesem Tag handelt und die Meldungen somit die aktuellsten sind. Es war früher üblich, dass Zeitungen mehrmals gedruckt wurden und Regionen verschiedene Auflagen erhielten. So konnte es passieren, dass spätere Ausgaben andere Informationen enthielten als die Ersten.

Der sechste Druck ist zusätzlich eine Sonderausgabe und hat insgesamt vier Seiten statt den normalen zwei. Dazugekommen ist die vertikale Überschrift, die vom kaiserlichen Edikt zum Krieg berichtet. Ebenfalls werden auch bereits die ersten Gebiete genannte, die Japan sofort angreifen will. Neben Hawaii werden die Philippinen, Singapur und Malaysia aufgelistet.

Des Weiteren wurde eine Erklärung des Oberbefehlshabers der Truppen in China abgedruckt. Die Überschrift dazu erklärt, dass es der Wunsch des ostasiatischen Volks sei von den USA und Großbritannien befreit zu werden. Eine skurrile Meldung, da zu dem Zeitpunkt Japan schon seit einer Weile einen Eroberungskrieg gegen China führte. All diese Informationen sind in den früheren Zeitungsausgaben nicht enthalten.

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