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Fast 50 Jahren lang galt die wertvolle Schriftrolle als verschollen

Verschollene Schriftrolle von Haiku-Meister wiedergefunden

Im Dezember 2021 erwarb das Fukuda Art Museum in der japanischen Präfektur Osaka eine Schriftrolle aus dem 17. Jahrhundert bei einem Kunsthändler. Nun gab das Museum am 24. Mai bekannt, dass die Rolle den ersten Gedichtreisebericht des Haiku-Meisters Matsuo Basho enthält. Eine erstaunliche Entdeckung.

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Basho wollte seinerzeit seine eigene einzigartige Welt der Haiku-Poesie in der Kunst etablieren und genau diese von ihm handgeschriebene Schriftrolle, die den Titel „Nozarashi Kiko“ trägt, soll ihn dazu inspiriert haben. Der Verbleib dieser Schriftrolle hatte seit Mitte der 1970er Jahre nicht mehr geklärt werden können. Zu dieser Zeit war sie in einem anderen Kunstmuseum ausgestellt worden. Danach verlor sich ihre Spur allerdings und sie galt als verschollen, bis sie nun vom Fukuda Art Museum wiederentdeckt wurde.

„Nozarashi Kiko“

Die Schriftrolle „Nozarashi Kiko“ stammt aus der Edo-Zeit und enthält nicht nur Bashos Kalligrafie, sondern auch einige Illustrationen. Nachdem das in Kyoto ansässige Museum die Rolle erworben hatte, konnte damit die Existenz einer zweiten „Nozarashi Kiko“ bestätigt werden.

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Das andere Werk wird in der Tenri-Zentralbibliothek aufbewahrt, die zu der Tenri-Universität in der Präfektur Nara gehört. Dieses Schriftstück des Dichters enthält jedoch keine Illustrationen.

Nun soll die lange verschollene Schriftrolle am 22. Oktober im Rahmen einer Ausstellung im Fukuda Art Museum, die ganz dem Leben und den Werken Bashos gewidmet ist, wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Schriftrolle „Nozarashi Kiko“ vonHaiku-Meisters Matsuo Basho zusammengerollt
Die Schriftrolle mit ihrem originalen Einband. Bild: Fukuda Art Museum

Ein Dichter auf Reisen

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Matsuo Basho hat die letzten zehn Jahre seines Lebens hauptsächlich auf Reisen verbracht. In dieser Zeit schrieb er auch sein bis heute bekanntestes Werk: „Oku no Hosomichi“ („Der schmale Weg nach Oku“).

„Nozarashi Kiko“ gilt als sein allererster Reisebericht. Er verfasste ihn vermutlich nach einer achtmonatigen Rundreise von 1684 bis 1685, bei der er Edo, das heutige Tokyo, in Richtung seiner Heimatstadt Iga in der Präfektur Mie verließ. Sein Weg führte ihn dabei auch durch die Präfekturen Nara und Kyoto.

Die Schriftrolle, die er in dieser Zeit anfertigte, enthält insgesamt 43 Haiku-Gedichte sowie Illustrationen von 21 Szenen.

Shinichi Fujita, ein emeritierter Professor der Kansai University, hält es für wahrscheinlich, dass der Dichter seinen Reisebericht „Nozarashi Kiko“ zwei Jahre nach seiner Rückkehr verfasst hat.

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