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HomeJapan entdeckenGeschichteWandmalereien in Nara gewähren einen tiefen Einblick in das alte Japan

Vor 50 Jahren wurden die Wandmalereien im Dorf Asuka entdeckt

Wandmalereien in Nara gewähren einen tiefen Einblick in das alte Japan

Vor 50 Jahren konnten in der japanischen Präfektur Nara auf dem Takamatsuzuka-Grabhügel wertvolle historische Wandmalereien freigelegt werden, die sechzehn Personen sowie einige Schutzgottheiten zeigen. Inzwischen ist ihre Restaurierung abgeschlossen und die Wissenschaft kann sich wieder auf ihre Erforschung konzentrieren.

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Dieser Fund, der als „die große Entdeckung des Jahrhunderts“ bezeichnet wurde, löste seinerzeit einen wahren Forschungsboom aus. Plötzlich stand die Erforschung der alten japanischen Geschichte im Fokus der wissenschaftlichen und öffentlichen Aufmerksamkeit und auch bis heute hat sich daran wenig geändert.

Über 12 Jahre dauerte ihre Restaurierung

Im März 2020 konnten die Restaurierungsarbeiten an den Wandgemälden offiziell beendet werden, aber erst zwei Jahre später durfte nun erstmals die Presse den Restaurierungsraum betreten und die wiederhergestellten Gemälde dokumentieren.

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Die Forschenden vermuten, dass der Takamatsuzuka-Grabhügel im Dorf Asuka zwischen dem späten siebten und frühen achten Jahrhundert erbaut worden ist.

Die Steinkammern in seinem Inneren wurden inzwischen abgebaut. Eine schwerwiegende Maßnahme, die zum Schutz der wertvollen Wandmalereien ergriffen werden musste.

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Die Feuchtigkeit im Inneren des Grabhügels hatte den Malereien im Laufe der Jahrhunderte stark zugesetzt. Als sie gefunden wurden, waren sie bereits großflächig von schwarzem Schimmel überwuchert gewesen. Ihn zu entfernen, ohne die Bilder darunter zu beschädigen, hat allein schon mehrere Jahre gedauert.

Die restaurierten Wandmalereien in Nara
Die Wandmalereien zeigen sowohl Menschen als auch Gottheiten. Bild: AS

Von Menschen und Gottheiten

Die Mühen um ihre Restauration haben sich gelohnt. Heute sind die dargestellten Figuren wieder gut zu erkennen.

Das wahrscheinlich bekannteste Gemälde unter ihnen zeigt die „Asuka Beauties“, eine Gruppe von Adligen in bunten Gewändern.

Des Weiteren sind aber auch einige Schutzgottheiten auf den Zeichnungen zu sehen, die unter anderem die vier Himmelsrichtungen vor dem Hintergrund einer chinesischen Tradition symbolisieren.

Leuchtende Farben und hochwertige Pigmente

Am 20. März fand in Tokyo ein Symposium statt, um den 50. Jahrestag der Entdeckung der Wandmalereien gebührend zu feiern.

Auch Yoshitaka Ariga, ein emeritierter Professor für buddhistische Kunst der Universität Tohoku, hielt dort einen Vortrag über die Entstehungszeit der Wandmalereien und den Einfluss ausländischer Kunst.

Die Wandmalereien sind nämlich nicht nur kunsthistorisch, sondern auch auf einer materiellen Ebene bemerkenswert.

„Die Wandmalereien waren hervorragende Stücke, die dem Beginn der japanischen Kunstgeschichte würdig sind. […] Sie wurden im chinesischen Ausdrucksstil und in leuchtenden Farben aus hochwertigen Pigmenten kreiert.“

Wandmalerein sollen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden

Nach den derzeitigen Plänen der Agentur für kulturelle Angelegenheiten wird es noch eine Weile dauern, bis die Wandmalereien der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.

Die Wandmalereien sollen in einer speziellen Einrichtung im Dorf Asuka aufbewahrt und ausgestellt werden. Ab voraussichtlich 2029 sollen dann auch Privatpersonen die wertvollen Stücke betrachten können.

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