Japan erleben Geschichte Yamato – Das größte Schlachtschiff aller Zeiten

Yamato – Das größte Schlachtschiff aller Zeiten

Sie waren die größten Schlachtschiffe, die jemals gebaut wurden und der ganze Stolz der japanischen Marine: Die „Yamato“ und ihr Schwesterschiff „Musashi“. Mit ihrem Untergang ging auch die Zeit der Schlachtschiffe endgültig zu Ende.

Kein Schlachtschiff der Welt war so groß und so schwer bewaffnet wie das unter strengster Geheimhaltung gebaute „Yamato“-Schlachtschiff, das die Ausweitung des japanischen Imperiums im zweiten Weltkrieg sichern sollte. Mit einer Länge von 263 Metern, einer maximalen Wasserverdrängung von 72.809 Tonnen, riesigen Geschütztürmen und einer Besatzung von rund 3.000 Mann sollten die „Yamato“ und ihr Schwesterschiff „Musashi“, beides Typschiffe der sogenannten „Yamato-Klasse“, allen Konkurrenten überlegen sein und die Macht des japanischen Imperiums demonstrieren.

Yamato
Von Alexpl – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3305007

Gefertigt wurde das Schlachtschiff zwischen 1937 und 1941 auf der Marinewerft in Kure, Hiroshima. Da der Schiffsbau unter strengster Geheimhaltung stattfand, gibt es kaum verwertbare Aufnahmen und detaillierte Angaben zur Angriffskraft des Kolosses, Unterlagen zum Bau wurden nach ihrem Untergang vernichtet. In Dienst gestellt wurde die Yamato am 16. Dezember 1941 – rund eine Woche nach dem Angriff auf Pearl Harbor. Rund ein Jahr später wurde auch ihr Schwesterschiff Musashi in den Dienst gestellt.

Einzige Schwachstelle: Die Flugabwehr

Die beiden Kolosse, die größten Schlachtschiffe der Welt, galten einst als „unsinkbar“, hatten aber eine entscheidende Schwachstelle: Die Flugabwehr. Aus diesem Grund wurden sie mehrfach umgebaut, doch trotz der Aufrüstung hatten sie später keine Chance gegen die Flugzeugträger der amerikanischen Armee.

Yamato in Bau
By Kure Naval Base – http://www.gc2-4.org/forum/viewtopic.php?t=2197&sid=111174c1d33cc097281fbb0afa147446. This photo is part of the records in the Yamato Museum (PG071320). Search with the kanji characters of Yamato (大和) for the name (second field), and 昭和 for the period (last field). The photo can be seen at the US Naval Historical Center here (Photo #: NH 63433), courtesy of Shizuo Fukui., Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48936

Als man die Musashi und die Yamato mit weiteren Schlachtschiffen im Oktober 1944 in den Golf von Leyte schickte, wurde die Musashi von zahlreichen Lufttorpedos und Bomben getroffen und sank. Über 1.000 Besatzungsmitglieder starben bei dem Angriff durch die US-Armee. Ein halbes Jahr später, im April 1945, entsandte man die Yamato nach Okinawa, wo die US-Truppen gerade ihre Invasion begannen. Die Yamato, das zu diesem Zeitpunkt letzte noch einsatzfähige Schlachtschiff Japans, sollte sich vor der Insel auf Grund setzen und die amerikanischen Landungsschiffe beschießen. Ihr Ziel erreichte sie allerdings nie, denn die Amerikaner entdeckten den Koloss bereits nach einem Marschtag und griffen die Yamato unaufhörlich aus der Luft an. Nach insgesamt 19 schweren Treffern explodierte sie und über 2.000 Mann starben.

Das Ende der Ära der Schlachtschiffe

Der Untergang der beiden Superschlachtschiffe symbolisierte die Überlegenheit von Flugzeugträgern und Bombern im Kampf gegen den Feind. Das rasche Ende der Musashi und der Yamato markierte somit auch den Untergang der Zeiten monströser Schlachtschiffe. Diese spielten fortan nur eine untergeordnete Rolle und wurden vornehmlich für Truppen- und Treibstofftransporte eingesetzt.

Über 70 Jahre lang war der Verbleib der Musashi ungeklärt. Im März 2015 entdeckte der US-Milliardär und Mitgründer von Microsoft, Paul Allen, nach jahrelanger Suche das Wrack der Musashi in rund 1000 Metern Tiefe vor den Philippinen. Auf einem veröffentlichten Foto des Schiffsbugs konnte man noch das Chrysanthemen-Wappen des japanischen Kaiserreichs erkennen. Mit der Entdeckung des Wracks endete für viele Menschen in Japan eine jahrzehntelange Ungewissheit um den Verbleib von über 1.000 Marinesoldaten. Die Yamato wurde bereits 1985 von japanischen Wissenschaftlern geortet. Sie befindet sich in etwa 300 Metern Tiefe im ostchinesischen Meer. Der Yamato wurde in Kure ein Museum gewidmet, in dem auch ein Modell im Maßstab 1:10 zu begutachten ist.

Der Mythos Yamato

Da die beiden Schlachtschiffe unter strengster Geheimhaltung gebaut wurden, rankten sich bereits damals viele Mythen um die Yamato und die Musashi, von denen sich einige auch bis heute noch hartnäckig halten.

Yamato Anime
Bild: Funimation

Insbesondere die Yamato ist zur Legende geworden, über die es viele Geschichten gibt. Natürlich wurde das Schiff auch in einem Manga und Anime verarbeitet. In Space Battleship Yamato (Uchū Senkan Yamato) wird das Schiff kurzerhand in den Weltraum geschickt und kämpft dort mit großer Überlegenheit gegen einen Feind, der die Menschheit auszurotten versucht. In Deutschland veröffentlicht KSM Anime das Remake der Original-Serie.

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