Anzeige
HomeJapan entdeckenGifu - Bergdörfer und geschichtliche Wendepunkte

Gifu – Bergdörfer und geschichtliche Wendepunkte

Die Präfektur Gifu befindet sich in der Region Chubu und damit im mittleren Teil der Hauptinsel Honshu. Sie ist eine reine Binnenpräfektur ohne Zugang zum Meer, ist dafür aber von einer Vielzahl an Gebirgen und Hochplateaus geprägt. Außerdem wurde dort die Geschichte des Landes maßgeblich geprägt.

Anzeige

Die heutige Präfektur wurde in der Meiji Zeit aus den damaligen Provinzen Hida und Mino gebildet. Lange Zeit war die Gegend vor allem durch die Handelsroute „Nakesendo“ eine wichtige Verbindung zwischen Kyoto und Edo. Gleichzeitig war sie auch die Residenz des bedeutenden Feldherren Oda Nobunaga, weswegen es allgemein hin hieß, wer Gifu kontrolliert, der kontrolliert Japan.

Gifu als Wendepunkt der japanischen Geschichte

Viele Historiker*innen sehen das Ende der Sengoku Zeit und damit den Beginn der Edo Zeit in der Schlacht von Sekigahara begründet. Diese fand am 21. Oktober 1600 in der Nähe des gleichnamigen Dorfes statt, welches im heutigen Gifu lag.

Hier kämpften die Armeen von Ishida Mitsunari und Tokugawa Ieyasu gegeneinander um die Vorherrschaft in Japan. In der blutigen Schlacht konnte Tokugawa sich behaupten und begründete damit das mehr als 50 Jahre andauernde Tokugawa Shogunat. Er ist damit einer der drei großen Reichseiniger Japans und prägte durch die gewonnene Schlacht maßgeblich die Geschichte Japans.

Edo-Flair und Bergdörfer in Gifu

Die Stadt Takayama befindet sich nahe den japanischen Alpen und war einst die Hauptstadt der Provinz Hida. Wegen der vielen aus der Edo Zeit erhaltenen Gebäude und dem historischen Stadtzentrum wird die Stadt auch oft das „kleine Kyoto“ genannt.

Anzeige

Neben der Altstadt und traditionellem Kunsthandwerk besitzt Takayama einen umfangreichen Tempelpfad. Das nahe „Hida no Sato“ Freilichtmuseum zeigt die für die Gegend typische „Gassho-zukuri“ Architektur, wie man sie auch in der Region Shirakawa-go findet, die zum UNESCO Welterbe gehört.

Traditionelles Haus im Gassho-zukuri Stil in Ogimachi, Gifu.
Traditionelles Haus im Gassho-zukuri Stil in Ogimachi, Gifu. Bild: Karen Zheng

Die mit Stroh gedeckten Häuser sind so gestaltet, dass sie auch starken Schneefällen standhalten. Das größte Dorf in diesem Stil ist Ogimachi in der Gegend um Shirakawa-go. Viele der Gebäude sind heute kleine Museen oder beherbergen Cafés und Restaurants, in einigen kann man sogar übernachten und sich so in das Leben der Farmer von damals hineinversetzen.

LESEN SIE AUCH:  Fukui: Traditionelle Handwerke und vielseitige Sehenswürdigkeiten

Gifu – Heimat traditioneller Handwerkskunst

Traditionelles Handwerk hat in Gifu eine sehr lange Geschichte. Besonders die Produktion und Verarbeitung von japanischem washi Papier macht die Präfektur in ganz Japan bekannt. Washi Papier wird in der Regel aus Baumrinde gewonnen und kann vielseitig eingesetzt werden, da es sehr robust ist. Washi ist so eng mit der japanischen Kultur verbunden, dass es sogar als immaterielles Kulturgut gilt.

Die Produktion von Washi Papier ist ein traditionelles Kunsthandwerk in Gifu.
Die Produktion von Washi Papier ist ein traditionelles Kunsthandwerk in Gifu. Bild: Jerome Lee

In Gifu wird das Papier vor allem zu Papierlaternen oder Regenschirmen verarbeitet, deren Qualität im ganzen Land geschätzt werden, ebenso wie die dortige jahrhundertealte Schwertschmiedekunst. Eine weitere Besonderheit ist die dortige mehr als 1000 Jahre alte Tradition des Kormoranfischens am Nagara Fluss (Gifu Nagaragawa no Ukai), bei der mithilfe von abgerichteten Kormoran Vögeln gefischt wird. Diese Technik hat sich im Laufe der Zeit kaum verändert und ist heutzutage eine Touristenattraktion.

Versteckte Schätze in Gifu

Anzeige

Mitten in Gifu befindet sich eine versteckte Attraktion, welche bis vor einigen Jahren noch völlig unbekannt war und nur durch soziale Medien zu einem Internet-Phänomen wurde. Der kleine Teich in der Stadt Seki hatte ursprünglich gar keinen Namen, ist aber heute als „Monet Teich“ bekannt geworden.

Durch das reine und klare Quellwasser ist der Teich ungewöhnlich transparent und erinnert mit den Wasserpflanzen und Koi-Karpfen sehr stark an Gemälde des Künstlers Claude Monet. Durch seine Abgeschiedenheit gilt der Teich auch heute noch eher ein Geheimtipp, ist aber besonders bei Influencern sehr beliebt.

Der Monet Teich ist ein Geheimtipp in Gifu.
Der Monet Teich ist ein Geheimtipp in Gifu. Bild: Satoshi TAKEU / CC BY-ND 2.0

Gifu ist von Bergen und Handwerkskunst geprägt und damit eine der Präfekturen, in denen alte Traditionen bis heute noch beinahe unverändert gelebt werden. Mehr Informationen zur Präfektur findet man auf Japan Travel.

Anzeige
Anzeige