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Götter-Guide im Shintoismus: Die Sonnengöttin Amaterasu

„Amaterasu Omikami 天照大神“ („Die Große Göttlichkeit, die den Himmel erleuchtet“) ist die wichtigste Gottheit des Shintoismus. Sie ist die Göttin der Sonne und die Anführerin des „Takama no Hara“, also dem „Hohen himmlischen Land“, der Heimat der Kami (Gottheiten). Ihr Name Amaterasu bedeutet so viel wie „die, die den Himmel erleuchtet“.

Allgemein

Die Sonnengöttin gilt als höchste Manifestation des Kunitokotachi, dem unsichtbaren, transzendenten und doch immanenten Geist des Universums. Als weibliche Sonnengottheit ist sie eine mythologische Besonderheit.

In der Kunst wird sie gewöhnlich als gütige Frau dargestellt, welche Rücken an Rücken mit ihrem Bruder Tsukiyomi-no-Mikoto, dem Mondgott, sitzt. Sie wird mit Hähnen assoziiert, da diese die aufgehende Sonne ankündigen. Der Rabe jedoch gilt als ihr Bote. Der große Ise-Schrein in Japan gilt als der wichtigste Schrein, welcher Amaterasu gewidmet wurde.

Treppen vor dem Heiligtum des Ise-Schreins ©Sumikai/Claudia Yoko-chan
Treppen vor dem Heiligtum des Ise-Schreins
©Sumikai/Claudia Yoko-chan

Auch bekannt als „Oo-hirume-no-muchi“ oder „Amaterasu-oo-hiru-me“, ist Amaterasu das Kind von Izanami und Izanagi. Diese machten ihre Tochter zur Herrscherin des Himmels. Die bekannteste Geschichte besagt, dass Amaterasu aus dem Auge ihres Vaters, Izanagi-no-Mikoto, geboren wurde. Als Izanagi aus der Unterwelt zurückkam, wo er nach seiner verstorbenen Frau gesucht hatte, musste er ein Reinigungsritual im Fluss Woto durchführen.

Eine andere Erzählung spricht davon, dass Izanagi einen Kami erzeugen wollte, welcher es wert sei, über das gesamte Universum zu herrschen. Hierzu nahm er einen Neusilber-Spiegel in seine linke Hand und erschuf daraus Amaterasu. Das selbe geschah mit dem Spiegel in seiner rechten Hand, aus welchem Tsukiyomi-no-Mikoto entstand. Nun beäugte Izanagi seine Schöpfungen mit einem misstrauischen Blick, wodurch Susanoo entstand.

Sie ist die ältere Schwester des Sturm-Gottes Susanoo oder auch Susa-no-wo. Genervt von dessen boshafter Natur verbannte sie diesen jedoch aus dem Himmel. Ihr Triumph über ihn garantierte ihr die Macht als alleinige Herrscherin über Himmel und Erde.

Amaterasu und die Höhle

Die wahrscheinlich bekannteste Geschichte über Amaterasu ist diese über ihren Rückzug in eine Höhle. Als Folge auf eine Auseinandersetzung mit Susanoo sperrte sie sich selbst dort ein. Auslöser dazu war, dass ihr Bruder sie mit einem grausam geschundenen Pferd überraschte.

Allerdings sorgte ihr Verschwinden dafür, dass die Erde in Dunkelheit versank und böse Geister die Welt ins Chaos stürzten. Die Kami versuchten alles, um die wütende Amaterasu aus der Höhle heraus zu locken. Auf Omohi-Kanes Rat wurden Hähne vor der Eingang platziert. Man hoffte, dass deren Schreie die Sonnengöttin denken ließen, dass der Morgen angebrochen sei. Zusätzlich wurde ein großer Sperrstrauch platziert, welcher mit glänzenden Juwelen, feinen weißen Kleidern und einem großen, achteckigen Spiegel in der Mitte dekoriert worden war.

Amaterasu
Amaterasu © Gemeinfrei, Link

Gleichzeitig tanzte die Göttin Amenouzume einen so wilden Tanz, dass das Lachen der anderen Kami die Neugier der Verstimmten weckte. Sie öffnete daraufhin die Höhle weit genug, um einen Blick auf ihr eigenes Spiegelbild zu erhaschen. Abgelenkt durch dessen Schönheit bemerkte sie zu spät, dass der starke Ame-no-tajikara-wo sich näherte. Dieser zog sie aus dem Eingang, woraufhin Tuto-Tamu einen Zopf aus heiligem Stroh vor die Höhle warf und ausdrücklich betonte, dass die Göttin sich nun nicht länger verstecken konnte. Seitdem war die Welt erneut in ihr strahlendes Licht gehüllt.

Susanoo wurde nun bestraft, indem man ihm seinen Bart und die Fingernägel ausriss. Danach wurde er auf die Erde verbannt, wo er in der Gegend Izumo landete. Dort wütete seit jeher ein mächtiger Drache, welchen Susanoo nun herausforderte. Nachdem er die Bestie besiegt hatte, fand Susanoo im Schweif der Kreatur ein Schwert, welchem er den Namen „Kusanagi no Tsurugi” gab. Dieses schenkte er nun seiner Schwester, um sich für seine schlechten Taten zu entschuldigen.

Amaterasu als Ahnin des japanischen Adels

Amaterasus Sohn, Ama-no-Oshiho-mimi, wurde von seiner Mutter gebeten, über das irdische Reich zu herrschen. Als er jedoch auf Ama-no-hasidate, der Brücke zwischen Himmel und Erde, stand, sah er das Chaos unter den frühen Gottheiten und weigerte sich, die Rolle anzunehmen. Daraufhin bat seine Mutter Taka-mi-Musubi um Rat und eine Sitzung aller Kami wurde einberufen. Dort wurde beschlossen, dass Ama-no-Hoki zur Erde geschickt werden sollte, um die Situation dort zu beurteilen. Jedoch blieb Ama-no-Hoki daraufhin drei Jahre verschollen und keine Beurteilung kam, wurde ein neues Treffen vereinbart.

Dieses mal wurde Ame-waka-hiko, bewaffnet mit seinem göttlichen Bogen, zur Erde entsandt. Doch auch er stellte sich als unzuverlässiger Bote heraus. Nach seiner Ankunft in den irdischen Gefilden zog die schöne Shita-teru-hime, die Tochter von Oho-kuni-nushi, seine komplette Aufmerksamkeit auf sich, woraufhin er sie heiratete. Dabei vergaß er jedoch seine eigentliche Mission.

Nach acht Jahren der Stille schickten die Kami nun den Fasan Na-naki-me herab, um Ame-waka-hiko zu finden. Dieser jedoch hielt den Vogel für ein schlechtes Omen und schoss die Kreatur mit einem seiner Pfeile nieder. Da der Pfeil jedoch ein göttlicher war, schoss dieser direkt durch den Vogel in den Himmel und landete zu Füßen des Taka-mi-Musubi. Der Gott jedoch war unbeeindruckt davon und warf den Pfeil sofort zurück zur Erde, wo er sich durch die Brust des Ame-waka-hiko bohrte und sein Leben beendete.

Ein aussichtsloser Kampf

Diese Ereignisse schufen die Notwendigkeit für eine dritte Sitzung der Kami. Diese führte zu der Entscheidung, dass Take-mika-zuchi, der Gott des Donners, und Futsu-nushi, der Gott des Feuers, zur Erde geschickt wurden. Diese sollten, bewaffnet mit ihren Schwertern, mit dem irdischen Herrscher Oho-kuni-nushi verhandeln und ihn dazu bewegen, Amaterasus Anspruch über Himmel und Erde gleichermaßen zu herrschen, anzuerkennen.

Amaterasu
Amaterasu © Von Tsukioka Yoshitoshi – http://www.yoshitoshi.net/series/generals.html, Gemeinfrei, Link

Dieser jedoch wahr verständlicherweise nicht davon begeistert, seine Macht widerstandslos aufzugeben. Deshalb rief er seine beiden Söhne zu sich, um sich mit ihnen zu beraten. Der ältere Sohn Koto-shiro-nushi empfahl dem Vater Frieden und Akzeptanz, während der jüngere Sohn, Take-minakata auf Widerstand bestand. Dieser zettelte daraufhin einen Kampf mit Take-mika-zuchi an und verlor schnell. Gegen den mächtigen Donnergott konnte er nicht bestehen. Als Oho-kuni-nushi sich seiner Auswegslosigkeit bewusst wurde, überließ er Amaterasu sein Land und machte sich auf den Weg, um in der Unterwelt zu herrschen.

Jetzt, da endlich alle Schwierigkeiten überwunden waren, bat Amaterasu erneut ihren Sohn Ama-no-Oshiho-mimi die Erde zu regieren. Dieser lehnte erneut ab, aber schlug seinen eigenen Sohn Ningi-no-Mikoto als Herrscher vor. Damit war die Sonnengöttin einverstanden und gab ihrem Enkel drei Geschenke, welche ihm auf seinem Weg helfen sollten. Dabei handelte es sich um Yasakani, ein Juwel, welches Amaterasu aus der Höhle gelockt hatte; Yata, den Spiegel, der die Göttin aus der Höhle gelockt hatte; und Kusanagi, das Schwert, welches Susanoo vom Schweif eines Monsters gepflückt hatte.

Ein neuer Herrscher

Diese wurden zu Ningis drei Symbolen seiner Macht, auch „Sanshu no jingi“ genannt. Seinen Nachfahren, den Herrschern Japans, dienten sie als kaiserliche Regalien. Tatsächlich galt Jimmu,der erste Kaiser Japans, welcher den Staat Japan 660 vor Christus gründete, als direkter Nachfahre von Amaterasu. Dieser Glaube ermöglichte es nacheinander folgenden Herrschern zu behaupten, dass sie von göttlicher Abstammung sein. Dies ermöglichte ihnen absolute Autorität.

Auch aus dem Höhlen-Mythos wurden göttliche Abstammungen abgeleitet. Amaterasu ergriff in diesem Susanoos Schwert, brach es in drei Teile und aß sie. Danach spuckte sie diese in Form von drei jungen Göttinen wieder aus. Susanoo hingegen griff sich die Kette seiner Schwester, welche aus 500 Juwelen bestand und schluckte sie. Als er nun ausspuckte, formte sich ein Nebel, aus welchem fünf Götter entstanden. Diese acht Gottheiten galten nun ihrerseits als Vorfahren des japanischen Adels.

Quellen: Ancient, New World Encyclopedia

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