• Japan erleben
  • Die Japanische Küche

Götter-Guide im Shintoismus: Der Sturmgott Susanoo

Susanoo 須佐之男命 oder auch Susa-no-O-no-Mikoto ist im Shinto der Kami des Meeres und des Sturms. Er ist der Bruder der Sonnengottheit Amaterasu und der Mondgottheit Tsukuyomi.

Ursprünglich herrschte er gemeinsam mit seiner älteren Schwester über Takama no Hara, also das himmlische Reich. Allerdings wurde er auf Grund seines Verhaltens verbannt.

Sein Charakter wird als eher schwierig beschrieben. Er hatte ein stürmisches Gemüt und liebte es, anderen Streiche zu spielen. Allerdings hatte er auch gute Eigenschaften. Zum Beispiel sorgte er dafür, dass sich Seuchen nicht ausbreiteten und galt als Schutzgott des Ackerbaus. Weiterhin brachte er den Menschen die Kultur und begründete die Zivilisation.

Izumo-Schrein © Miya.mMiya.m‘s photo, CC BY-SA 3.0, Link

Trotzdem gibt es nur wenige Schreine, die ihm gewidmet sind. Der wichtigste ist der Großschrein von Izumo in der Präfektur Shimane.

Als Nachkomme Susanoos kennt man Okunushi. Dieser wird manchmal als Sohn des Sturm-Kami und von Kushinada-hime und manchmal als Nachfahre fünfter oder sechster Generation betrachtet. Gleichzeitig ist er der Hauptheld des Izumo-Sagenkreises.

Geburt

Zur Geburt der drei Kami gibt es verschiedene Geschichten. Die bekannteste jedoch spricht von einer Geburt im Fluss Woto und stammt aus dem Nihongi日本紀. Genauso wie seine beiden Geschwister entstand Susanoo, als sein Vater Izanagi sich dort wusch. Dieser versuchte, den Dreck der Unterwelt Yomi abzuwaschen, in welcher er nach seiner verstorbenen Frau gesucht hatte.

Amaterasu wurde geboren, als Izanagi sein linkes Auge wusch. Tsukuyomi entstand bei der Reinigung des rechten Auges. Susanoos Geburt erfolgte durch die Waschung der Nase.

Amaterasu und Susanoo

Susanoo
Susanoo-no-Mikoto © Gemeinfrei, Link

Viele Geschichten berichten von Kämpfen zwischen Susanoo und seiner Schwester. Der Sturm-Kami verursachte regelmäßig Ärger in den himmlischen Gefilden und ließ oft seine Wut an den Menschen aus. Doch sein schlimmstes Vergehen bezog sich auf seine Schwester.

Nachdem er Amaterasu mit einem toten Pferd erschreckt und eine ihrer Assistentinnen getötet hatte, versteckte diese sich wütend und traurig in einer Höhle. Dies hatte zur Folge, dass die Welt in Dunkelheit versank und dunkle Geister die Welt überrannten.

Nachdem die Sonnengöttin wieder aus ihrem Versteck heraus gelockt werden konnte, erhielt Susanoo seine Strafe. Erst wurden ihm die Fuß- und Fingernägel ausgerissen. Danach wurde er verbannt.

Susanoo und der achtköpfige Drache

Als Susanoo die irdischen Gefilde erreichte, fand er sich in Tori-kami in der Provinz Izumo wieder. Seine Reise fürhte ihn den Fluss Hi entlang. Dort traf er als erstes auf ein altes Pärchen. Dieses erzählte ihm, dass sieben ihrer acht Töchter von einem Monster gegessen worden waren. Dabei handelte es sich um den achtköpfigen Drachen Yamata-no-Orochi.

Dieser plante nun, sich auch die achte Tochter zu holen. Der Name der letzten Tochter war Kushinada-hime und war betörend schön. Nachdem das Pärchen dem Kami die Hand ihrer Tochter versprochen hatten, machte Susanoo sich auf, um den gefährlichen Drachen zu töten.

Susanoo
Susanoo bekämpft Yamata-no-Orochi © Gemeinfrei, Link

Allerdings benötigte Susanoo hierfür eine List. Deshalb bat er das Pärchen acht Schalen, gefüllt mit extra starkem Sake, vor die Eingänge ihres Hauses zu stellen. Alls das feuer speiende Monster sich nun dem Haus näherte, fand es dort die besagten Schalen vor.
Wie zuvor erwartet, konnte das Wesen dem köstlichen Wein nicht widerstehen, woraufhin jeder Kopf aus einer der Schüsseln trank. Als der Drache nun in einen tiefen Schlaf verfiel, konnte Susanoo die Köpfe des Monsters abschlagen.

Aus einem der Schwänze des Ungeheuers nahm Susanoo ein besonderes Schwert heraus. Diesem gab er den Namen “Ame-no-Murakumo-no-Tsurugi”. Dies bedeutet so viel wie “Himmlisches, Wolken sammelndes Schwert”. Später wurde es jedoch unter dem Namen “Kusanagi-no-Tsurugi” bekannt.
Das Schwert schenkte Susanoo seiner Schwester Amaterasu. Er hoffte, sich auf diese Weise mit ihr versöhnen zu können.

Die Sonnengöttin überreichte die Waffe ihrem Nachfahren Ninigi. Zusammen mit einem achteckigen Spiegel und den heiligen Juwelen sollte dieses ihm Helfen, seinen göttlichen Anspruch auf Herrschaft auf der Erde zu beweisen.

Quellen: Ancient, Univie, Wikipedia

Nachrichten

Ausländische Auszubildende wegen Diebstahl von Drogerieartikeln im Wert von über 99.000 Euro vor Gericht

Am japanischen Bezirksgericht in Fukuoka hat der Prozess gegen eine 30-jährige Vietnamesin begonnen. Der Vorwurf lautet Ladendiebstahl im Wert von 12,58 Millionen Yen (ca....

Museum zum japanischen Schindler öffnet demnächst in Tokyo

Japans Geschichte während des Zweiten Weltkriegs ist von zahlreichen grausamen Verbrechen und Leid geprägt. Doch ein Japaner schaffte es mit seiner Menschlichkeit und seinem...

Japanische Sonde findet Wasser auf Asteroiden

Die japanische Raumsonde Hayabusa2 entdeckte auf dem Ryugu-Asteroiden Wasser und hydratisierte Mineralien. Eine Entdeckung, die die Mission des Raumschiffs vorantreiben kann. Denn nun ist...

Japanische Bahn baut Bahnhof als Aussichtsplattform

Die Betreiber der japanischen Bahn lassen sich immer wieder neue Ideen einfallen, um ihren Fahrgästen ein einmaliges Erlebnis zu bescheren. So erfreuten sich die...

Auch interessant

Sakura Kunstinstallation im Sumida Aquarium eröffnet

Der Frühling naht und in Japan freuen sich die Menschen bereits auf Sakura, die Kirschblütenzeit. Nachdem bereits einige Firmen Sakura-Produkte vorgestellt haben, eröffnete im...

Leading Women – 5 starke Frauen aus Japan im...

Im Rahmen des Spezials "Leading Women" porträtiert CNN fünf Frauen, die aus der japanischen Gesellschaft herausstechen. Sie alle verfügen über ihre eigenen Visionen und...

Floyd Mayweather: „Ich liebe Japan, ich liebe die Menschen“

Im März traf sich Anna Coren für CNN Talk Asia mit Floyd Mayweather junior, einem der wohl bekanntesten Persönlichkeiten im Boxsport. Der im vergangenen...

Miyako-Odori-Tanz kehrt nach 67 Jahren ins Minamiza-Theater zurück

Der Miyako-Odori-Tanz, eine alte Tradition, die unter dem Zweiten Weltkrieg und der Besatzungsmächte in Japan gelitten hat, wird in Kyoto wiederauferstehen.Am 15. Februar kündigte...

Beliebte Artikel

Eiichiro Oda: Stirb für “One Piece”.

Dass Eiichiro Oda durch seinen Hitmanga One Piece sehr beschäftigt ist, war den meisten Lesern bereits bekannt.Er betonte einst, lediglich von 2:00 bis 5:00 Uhr...

Gesehen: Akira (2014)

Im August gab Universum Anime bekannt, dass der Klassiker Akira in einer überarbeiteten Fassung noch 2014 auf den Markt kommen wird, genauer am 31...

Horror-Special: Okiku – Horror im Schloss Himeji

Langsam aber sicher sind die warmen Sommertage vorbei und es wird Herbst. Halloween rückt in unmittelbare Nähe und die Liebe zum Unheimlichen erwacht in...

Trailer zu “Maestro!”

"Maestro!" basiert auf den gleichnamigen Musik-Manga von Saso Akira und kommt 2015 in die japanischen Kinos. Mit dabei sind Matsuzaka Tori und Sängerin...

Kommentare

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Cookie-Einstellung

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und Werbung einblenden zu können,verwenden wir Cookies. Datenschutz | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück