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Die verlassene Insel in Nagasaki

Hashima – Japans Geisterinsel

Hashima ist eine nicht mehr bewohnte Insel vor der Stadt Nagasaki, die ein beliebtes Touristenziel und Drehort einiger Filme ist.

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Wörtlich bedeutet der Name Hashima so viel wie „Grenzinsel“, oft aber ist die Insel unter dem Namen Gunkanjima bekannt, was wiederum so viel wie „Kriegsschiff-Insel“ heißt und auf ihre Optik zurückzuführen ist. Sie liegt etwa 20 Kilometer vom Hafen Nagasaki entfernt und gehört zur gleichnamigen Präfektur auf Japans südlicher Hauptinsel Kyushu. Ein typisches Erkennungsmerkmal ist die Betonmauer, die vor Stürmen und Taifunen schützen sollte.

Geschichte von Hashima

Ursprünglich war die kleine Insel nur 120 Meter breit und etwa 320 Meter lang, wurde aber durch mehrere Aufschüttungen ab den 1890er Jahren auf ihre heutige Fläche von etwa 6,3 Hektar vergrößert. Grund dafür war, dass hier von 1887 bis 1974 unterseeisch Kohle abgebaut wurde und die Insel somit den Arbeitern und ihren Familien als Wohnort diente. Zeitweise lebten hier mehr als 5000 Menschen. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Arbeiter durch Zwangsarbeiter aus China und Korea ausgetauscht, die hier unter unmenschlichen Bedingungen leben und arbeiten mussten.

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Nach Kriegsende zogen wieder japanische Arbeiter mit ihren Familien hierher. Die Bevölkerungsdichte galt damals als die höchste weltweit, da nur begrenzt Platz vorhanden war. Die mehrstöckigen Wohngebäude aus Stahlbeton beinhalteten unzählige Wohnungen, wobei Bäder, Toiletten und Küchen gemeinschaftlich genutzt wurden. Die Infrastruktur wurde weiter ausgebaut, sodass sich die Insel zu einer Art Stadt entwickelte und auch Einrichtungen wie Tempel, Schreine, eine Polizeistation, Kino, Restaurants sowie Schulen und Krankenhäuser besaß.

Mit der Energiereform wurde im Januar 1974 die Stilllegung der Kohlewerke auf Hashima beschlossen. Somit verlor fast die gesamte Bevölkerung der Insel auf einen Schlag ihre Arbeit, sodass die meisten Menschen schon wenige Wochen später auf das Festland zurückkehrten. Dabei ließen viele von ihnen Möbel und persönliche Gegenstände zurück, da sich der Transport vielfach nicht lohnte. Bereits im April 1974 war die Insel vollkommen verlassen.

Attraktion als Geisterinsel

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Seit dem hastigen Verlassen der Bewohnenden von Hashima ist die Insel dem Verfall überlassen worden. Durch die teilweise eingestürzten Gebäude und die vielen dort zurückgelassenen Gegenstände wirkt die Insel auf viele Menschen wie aus einem Endzeit-Film und zog damit schnell Fans von sogenannten „Lost Places“ an – und das, obwohl das Betreten aus Sicherheitsgründen bis zum Jahre 2009 nicht gestattet war. Für viele Japaner und Japanerinnen stellt Gunkanjima heute noch ein Mahnmal und eine Erinnerung an die rücksichtslose Industrialisierung und die damit verbundene Ausbeutung der Arbeiter dar, von vielen wird sie außerdem gerne als Geisterinsel bezeichnet.

Heute ist Hashima eine Touristenattraktion in Nagasaki und es werden viele Bootstouren angeboten, bei denen man die Insel umrundet. Zudem gibt es auf Hashima selbst einen gesicherten Pfad, sodass Touristen die Insel auch besichtigen können. Dieser ist allerdings nur sehr kurz und man darf die Gebäude nicht betreten, da hier vielfach Einsturzgefahr herrscht. Das hindert aber viele Menschen nicht daran, mit kleinen privaten Booten eigenständig dort hinzufahren und unerlaubterweise auf Erkundungstour zu gehen. Auf YouTube bekannte Besucher von Lost Places laden immer wieder Videos hoch, in denen sie die verlassende Insel erkunden.

Viele Gebäude sind einsturzgefährdet, weshalb man nur Teile der Insel betreten darf.
Viele Gebäude sind einsturzgefährdet, weshalb man nur Teile der Insel betreten darf. Bild: Marco Montero Pisani/ Unsplash

Gunkanjima als Filmset

Die besondere Atmosphäre und die Endzeitstimmung machen Hashima alias Gunkanjima zu einem beliebten Drehort. So wurden hier historische Filme zur damaligen Zwangsarbeit gedreht, beispielsweise „The Battleship Island“, eine koreanische Produktion. Die Insel diente aber auch für die Dokufiktionsreihe „Zukunft ohne Menschen“ als Kulisse und hatte dort gleich mehrere Auftritte.

Auch einige Szenen aus dem international bekannten japanischen Film „Battle Royale“ wurden hier aufgenommen, ebenso wurden Teile der Realverfilmung von „Attack on Titan“ hier gedreht. Außerdem diente Hashima als Inspiration für das Hauptquartier des Bösewichts Raoul Silva in „James Bond – Skyfall“. Hierfür wurden Außenaufnahmen der Insel genutzt, auf ihr selbst allerdings wurde für den Film nicht gedreht.

Gunkanjima lohnt sich bei einer Rundreise durch Kyushu perfekt als Ausflug von Nagasaki aus. Es werden von unterschiedlichen Bootsunternehmen Touren angeboten, in der Regel dauern diese etwa 3 Stunden und beinhalten eine Umrundung der Insel sowie einen kurzen Aufenthalt. Wer sich für „Lost Places“ interessiert oder einfach mal ein eher ungewöhnliches Reiseziel in Japan sucht, ist hier auf jeden Fall richtig.

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