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Hatsumode – der erste Schreinbesuch im neuen Jahr

Bald ist es wieder überall so weit: Das neue Jahr beginnt. Nachdem Weihnachten in Japan eher ein Trendfeiertag ist und als Vorwand genommen wird, um Kuchen oder KFC zu essen, wird der Neujahrstag, auch besser bekannt als Oshougatsu (お正月), wesentlich ernsthafter zelebriert und ist mit viel Aufwand verbunden.

Viele Firmen, Schulen und andere Institutionen schließen bis einschließlich den 3. Januar des neuen Jahres. Vielbeschäftigte Arbeiter fahren in der Zeit nach Hause, um die freien Tage mit ihren Familien zu verbringen. Neben dem Aufstellen von Kadomatsu (Gestecke aus Pinienzweigen und Bambus an der Eingangstür), um die Seelen der verstorbenen Vorfahren willkommen zu heißen und dem Versenden von Nengajo (年賀所), speziellen Glückwunschkarten zu Neujahr, hat besonders das Besuchen eines Schreins oder Tempels, auch Hatsumode (初詣) genannt, besondere Tradition in Japan.

Besonders beliebt ist es, zu diesem Anlass die Schreine, die in einer für die Familie glücksverbringenden Richtung liegen, zu besuchen. Man betet zu diesem Zwecke in einem Schrein seiner Wahl für Glück und Sicherheit der Familie fürs kommende Jahr. Man kann aber auch je nach Lebenslage oder Vorliebe zu entsprechend anderen Schreinen gehen und für Erfolg im Beruf, der Liebe oder anderen Dingen danken und/oder beten.

Der beliebteste Schrein, um mit Hatsumode ins neue Jahr zu steuern, ist der Meiji Jingu in Tokyo, der etwa jährlich innerhalb der ersten 3 Tage im Schnitt 3 Millionen Besucher zählt. Auch Naritasan in Chiba, Kawasaki Daishi in Kawasaki oder der Fushimi Inari in Kyoto sind in den ersten 3 Tagen eines neuen Jahr mehr als nur gut besucht.

Sollte man einen Besuch dorthin planen, sollte man sich auf langes Anstehen bereit machen und die 5-Yen Münzen für den sogenannten Osaisen (賽銭), die Geldspenden zum neuen Jahr, warm halten. Die Besonderheit der 5 Yen Münze ist an dieser Stelle ein Wortspiel der Japaner: go-en kann sowohl 5 Yen, als auch Schicksal bedeuten und hat sich daher insbesondere eingebürgert. Hat man keine 5 Yen Münze zur Hand, tut es allerdings auch eine 50 Yen Münze. Sollte auch dies aus irgendeinem Grund nicht möglich sein, wird einem aber weder Kami-Sama noch ein Mitarbeiter des Schreins allzu böse sein, wenn man eine andere Münze wirft.

Wenn man nach langem Warten dann endlich vor dem entsprechenden Gott steht, gibt es bestimmte Regeln, die man befolgen sollte:

  1. Man wirft die typische 5 Yen Münze in die saisenbako (賽銭箱), die Gebetsbox.
  2. Man verbeugt sich zweimal
  3. Man klatscht zweimal
  4. Man spricht sein Gebet oder Wunsch
  5. Verbeugt sich ein letztes Mal

Zum Abschluss, oder auch zwischendrin, wenn man möchte, kann man sich dann an den vielen Verkaufsständen den Bauch vollschlagen oder Souvenirs für Freunde oder Familie kaufen.

Auch für sich selbst kann man ein Omikuji (おみくじ), also eine Vorhersage fürs neue Jahr ziehen. Von großem Unglück bis großes Glück ist alles vertreten. Aber keine Sorge, wer laut Vorhersage kein Glück hat, kann seine Vorhersage an einem Baum oder einer Vorrichtung anbringen, die das Unglück in Glück umwandeln soll.

Der nächste Pflichtkauf, um mit viel Glück ins neue Jahr zu starten, sind Hamaya (破魔矢), Holzpfeile, dazu bestimmt, Unglück abzuwenden und Glück herbeizuführen. Diese sind nur innerhalb der ersten Tage des neuen Jahres zu erhalten. Jeder Schrein hat dabei sein eigenes Design, um das Haus um eine weitere Neujahrsdekoration zu bereichern.

Zum krönenden Abschluss des Schreinbesuchs, wenn man den Göttern gedankt und für neues Glück gebetet hat, und sein eigenes Glück und das seines Hauses durch Glücksbringer geschützt hat, bleibt nur noch Amazake (甘酒) übrig. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um süßen Sake, der zu bestimmten Anlässen wie Neujahr getrunken wird.

Na dann, jetzt kann beim ersten Schreinbesuch im neuen Jahr ja gar nichts mehr schief gehen!

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