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Hinamatsuri – Das alljährliche Fest der Mädchen und Puppen

Jedes Jahr am 3. März findet das japanische Puppenfest oder auch Hinamatsuri statt.

In den letzten Wochen hat sich unübersehbar in den Kaufhäusern, Zeitschriften und im Fernsehen der Kollektivgeburtstag nur für Mädchen angekündigt: Das Hina-Fest (hinamatsuri). In Vorbereitung auf das Fest fanden sich nun überall in den Läden Sammlerpuppen, bunte Bonbons (hina-arare) und ein Sake mit geringen Alkoholgehalt namens ama-zake. Gleichzeitig wurde in den Familien und Kindergärten eifrig gebastelt und gebacken.

Hinamatsuri
Hinamatsuri © CC BY-SA 3.0, Link

Von Februar bis genau zu diesem Tag werden für die Töchter einer Familie zu Hause hinadan aufgestellt, eine Art Puppenstube in Treppenform. Diese zeigt den kaiserlichen Hofstaat, wie er vor 1000 Jahren in der Heian-Zeit aussah. Die Kaiserin und Hofdamen tragen mehrschichtige weite Kimonos. Der Kaiser, die Musiker und Minister sind währenddessen mit einer Art Pumphose und einem weitem Oberteil bekleidet.Allerdings sind die Hersteller nicht auf das traditionelle Design beschränkt. Heutzutage findet man auch beliebte Manga-Persönlichkeiten als Hina-Puppen. Weiterhin werden auf der mit rotem Filz ausgelegten Treppe Haushaltsgegenstände ausgestellt. Darunter zählen Wagen, Sänften, Tabletts mit Lebensmitteln und Ähnliches.

Geschichte

Hinamatsuri © By Soica2001Own work, Public Domain, Link

Ursprünglich wurde das Hinamatsuri  nur am Kaiserhof als Pfirsichblütenfest gefeiert, um für die gesunde Entwicklung der Töchter zu danken. Im Volk kannte man nur das hina-nagashi, bei dem Strohpuppen in den Fluss geworfen werden. Diese sollten dafür sorgen, dass mit ihnen das Unglück und die Sorgen ihrer Besitzer davon schwimmen.

Die Puppentreppen waren eigentlich eine Art Puppenstube, mit der die Mädchen spielerisch die Bestandteile und die Hierarchie am kaiserlichen Hof lernen konnten. Vor ca. 300 Jahren entwickelte sich in den Städten Japans dann ein wohlhabendes Bürgertum, das gern die Sitten des Adels nachahmen wollte. Ein prächtiges hinadan im Empfangsraum repräsentierte den Reichtum der Familie nach außen. Trotzdem verletzten diese die strengen Vorschriften für Bürgerliche nicht, in welchen ihnen Prunk verboten worden war. Mit dem wachsenden Wohlstand nach dem 2. Weltkrieg wurde das Aufstellen von hinadan in Familien mit Töchtern allgemein üblich.

Puppen als Beschützer der Seele

Idealerweise bekommt das Mädchen zum ersten Hinamatsuri nach ihrer Geburt die ganze Ausstattung, beziehungsweise Geschenkgutscheine für einen bestimmten Anbieter geschenkt. Der Stil der Puppen wird nämlich auch beim gleichen Anbieter jährlich verändert, so dass ein schrittweises jährliches Zukaufen einzelner Bestandteile zusammengewürfelt aussehen würde. Ein Kaiserpaar allein genügt aber, falls die Familie sparsam sein möchte.

Hinamatsuri
Hina-Puppen © Von DaderotEigenes Werk, CC0, Link

Jede Tochter sollte ihre eigenen Puppen bekommen, die sie dann nach der Hochzeit in ihr neues Heim mitnimmt. Jedoch werden diese nicht an ihre eigenen Töchter weiter gegeben. Puppen sind nach alter Tradition an ihren Besitzer gebunden, weil sie dessen Seele beschützen sollen und werden deshalb nicht weiter verschenkt. Stirbt der Besitzer, gibt es idealerweise auch eine (Feuer-)Bestattung für die Puppen.

Die hinadan können schon im Februar aufgestellt werden. Am 3. März wird dann mit chirashizushi (Sushi in der Schüssel, auch Sushi-Salat genannt), Süßigkeiten in rosa, weiß und grün und dem amazake gefeiert. Danach muss das hinadan bis Mitternacht weggeräumt werden. Dies hängt mit einem alten Aberglauben zusammen, nach dem das Mädchen erst sehr spät einen Mann finden, wenn die Puppen zu lange stehen bleiben.

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