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Hirohito und der Zweite Weltkrieg

Am 15. August 1945 wurde in japanischen Radios die Kapitulation durch eine aufgezeichnete Ansprache des Kaisers Hirohito öffentlich bekanntgegeben. Da sich dieses Datum auch jetzt wieder nähert, möchten wir uns aus diesem Anlass ein wenig mit der Geschichte Japans in Zeiten des zweiten Weltkrieges befassen.

Der Zweite Weltkrieg

Kaiser Hirohito und General MacArthur nach der Kapitulation Japans; Lt. Gaetano Faillace.
Kaiser Hirohito und General MacArthur nach der Kapitulation Japans; Photograph: Lt. Gaetano Faillace

Auch, wenn wir das Land und seine Kultur lieben, war und ist dort nicht alles so toll, wie viele Leute es sich vorstellen – dies zeigt sich wohl am besten anhand der Zeit des zweiten Weltkriegs im pazifischen Raum, der mit dem Bomber-Angriff auf die amerikanische Marinebasis Pearl Harbor im Jahr 1941 seinen Anfang nahm.

Fakt ist: Unter dem Namen des Tenno wurden in jenen Jahren viele Kriegsverbrechen begangen, die mit denen der Nationalsozialisten in Deutschland problemlos mithalten konnten. Da wären z.B. das Massaker von Nanking, bei dem mindestens 200.000 Zivilisten getötet wurden,  die Kamikaze Einsätze von japanischen Soldaten oder die Einheit 731, die biologische Kampfstoffe wie Milzbrand und Pest zu Testzwecken in China freigesetzt hat.

Mit nachfolgendem Artikel soll nun ein Anfang in dieser kleinen Serie gemacht werden. Viel Spaß beim Lesen – wir freuen uns über eure Kommentare!

Hatte der japanische Kaiser Hirohito Schuld am Zweiten Weltkrieg im Pazifik?

Wie ich oben bereits geschrieben habe, wurden im Namen des japanischen Kaisers Hirohito viele Kriegsverbrechen verübt. Doch auch heute noch ist nicht geklärt, ob der Kaiser Schuld am Eintritt Japans in den zweiten Weltkrieg hatte oder nicht. Viele Historiker streiten sich über dieses Thema – dennoch möchte ich euch mit dem Artikel einen kleinen Überblick verschaffen.

Pro und Contra

Im Prinzip gibt es zwei Positionen in dieser Frage:

  1. a) Hirohito trägt eine Mitschuld, oder sogar die Hauptschuld am Kriegseintritt Japans.
  2. b) Hirohito trägt keine Schuld, im Gegenteil: Er wollte den Krieg verhindern, war jedoch zu schwach dazu.

Die Argumente, die beide Seiten zur Erklärung ihrer Meinungen liefern, unterscheiden sich natürlich. Forscher, die eine Schuld oder Mitschuld des Kaisers vertreten, beziehen sich dabei zumeist auf Dokumente, die beweisen, dass Hirohito die Kriegsplanung genau kannte und an dieser beteiligt war. Sie beziehen sich hierbei auf Kriegspläne in den Jahren vor dem Krieg, anhand deren man erkennen kann, dass der Kaiser hier und da kleine Änderungen in den Vorbereitungen verlangte. Auch wenn dies für viele Historiker schon Fakt genug ist, gehen einige sogar noch weiter: Sie unterstellen Hirohito, dass er prinzipiell den Krieg sogar unterstützt hätte, um den Einfluss seiner Familie in Asien zu vergrößern.

Als weiteres Argument für eine Mitschuld des Kaisers wird oft seine traditionelle Erziehung genannt.  Japan stand im Prinzip unter der Kontrolle einer Militärregierung – trotzdem wird dem Kaiser von einigen Historikern nachgesagt, dass er die Pläne des Militärs vielleicht nicht unbedingt unterstützte, sie aber zumindest duldete, weil er als Traditionalist Anspruch auf einen größeren Herrschaftsbereich erhob. Und nach einem Sieg Japans würde nun einmal das Gebiet Japans wachsen.

Der Hauptgrund gegen eine Mitschuld des Kaisers ist die Machtlosigkeit, die ihm von einigen Forschern zugesprochen wurde. Während einige die Beteiligung an den Kriegsplänen als Beweis für die Macht des Kaisers sehen, glauben diese Forscher, dass Hirohito durch kleine Änderungen versuchte, den Frieden in Japan zu bewahren. Sie nennen hierbei den Druck des Militärs auf Hirohito und seinen zumeist eher schwachen Charakter als Punkte, die ihr Argument unterstützen. Viele Aussagen des Kaisers, die er vor und auch nach dem Krieg gemacht hat, lassen diese These glaubhaft erscheinen – da jedoch einige seiner Aussagen widerlegt und als Lüge entlarvt wurden, kann man ihnen keinen kompletten Glauben schenken. Ein Beispiel hierfür ist, dass Hirohito nach dem Krieg gesagt hat, dass er nichts von dem Angriff auf Pearl Harbor wusste – doch die Dokumente zur Kriegsplanung und Tagebücher seiner Vertrauten bestätigen, dass er schon im Voraus über den Angriff erfahren und diesen sogar abgesegnet hatte.

Fazit

Kaiser Hirohito 1932; Bundesarchiv
Kaiser Hirohito 1932; Bundesarchiv

Fakt ist: Die Forscher sind sich selbst heute noch nicht darüber einig, ob der Kaiser nun eine Schuld trägt oder nicht. Durch fehlende Quellen kann man nicht genau sagen, ob der Kaiser den Krieg unterstützt hat oder gegen ihn war – seine Aussagen und Taten waren oftmals  gegenteiliger Natur.

Hirohito wusste von der Kriegsplanung und war genau darüber informiert, was das Militär seines Landes vorhatte. Er hat sich dazu entschlossen, die Pläne seiner Generale abzusegnen, obwohl er genau wusste, dass die Konsequenz davon ein Krieg ungeahnten Ausmaßes war. Ich persönlich würde deshalb schon sagen, dass man ihm eine Mitschuld zusprechen kann – ob er jedoch einer der Hauptschuldigen war oder doch ein Verfechter des Friedens, der zu schwach war, seine Entscheidung durchzusetzen, wird wohl niemals geklärt werden.

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