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Historische Persönlichkeiten Japans: Toyotomi Hideyoshi

Wer sich mit dem Großmeister der Teezeremonie, Sen no Rikyu, beschäftigt, trifft unweigerlich auch auf den Mann, der das Ende seines Lebens befahl: sein Herr und langjähriger Freund Toyotomi Hideyoshi. Doch wie wird aus dem Sohn eines Fußsoldaten ein einflussreicher „Daimyō“, ein japanischer Fürst?

Kindheit und Jugend

Toyotomi Hideyoshi wurde am 17. März 1537 in der damaligen Owari Provinz, heute Nakamura-ku, Nagoya in der Aichi-Präfektur, als Sohn des Fußsoldaten Yaemon geboren und trug zuerst den Namen Hiyoshi-maru 日吉丸 , “Belohnung der Sonne” bedeutet.

Obwohl nicht viel von seinem Leben vor 1570 bekannt ist, besagen einige Legenden, dass Hideyoshi als junger Mann in den Tempel geschickt wurde, um dort zu lernen. Allerdings gefiel ihm das Leben dort nicht und er zog los, um Abenteuer zu erleben. Unter dem Namen Kinoshita Tokichiro 木下 藤吉郎 trat er zuerst dem Imagawa Clan als Diener des lokalen Herrschers Matsushita Yukitsuna bei. Er reiste den ganzen Weg zu den Länderein des Imagawa Yoshimoto, dem Fürsten der Suruga-Provinz und diente dort eine Zeit lang, nur um später mit einer großen Summe Geld zu verschwinden, die ihm von Yukitsuna anvertraut worden war.

Leben unter Nobunaga

Im Jahre 1558 trat Hideyoshi dann dem Oda Clan unter Oda Nobunaga bei. Er startete als Fußsoldat, verdiente sich aber schnell den Rang eines Sandalenträgers und nahm an der Schlacht von Okehazama teil, bei welcher Nobunaga zu einem der mächtisgten Kriegsherren der Sengoku-Zeit aufstieg. Glaubt man seiner Biographie, beaufsichtigte Hideyoshi danach die Reparatur des Schlosses Kiyosu und leitete die Küche.

Oda Nobunaga Statue im Kiyosu-Park © by Bariston (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons
Oda Nobunaga Statue im Kiyosu-Park
© by Bariston (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons
1561 heiratete Hideyoshi dann One, die Adoptivtochter des Asano Nagakatsu. Außerdem führte er gemeinsam mit seinem Bruder Toyotomi Hidenaga und den Banditen Hachisuka Masakatsu und Maeno Nagayasu Reparaturen am Schloss Sunomata durch. Hideyoshis Bemühungen wurden gut aufgenommen, da sich das Gebäude auf feindlichem Gebiet befand. Er konstruierte angeblich über Nacht eine Festung in Sunomata und fand eine geheime Route zum Mt. Inaba, was die meisten Wachen vor Ort zur Kapituation brachte.

Hideyoshi war ein guter Verhandlungsführer. 1564 überzeugte er einige kleine Warlords, den Saito Clan zu verlassen und zu Nobunaga überzulaufen. Unter ihnen war auch der Stratege Takenaka Shigeharu. Diese Bemühungen verhalfen Nobunaga zu einem einfachen Sieg bei der Belagerung des Schlosses Inabayama im Jahr 1567, weshalb dieser ihn zu einem seiner hervorragendsten Generäle machte, woraufhin er den neuen Namen Hashiba Hideyoshi 羽柴 秀吉 annahm.

1570 führte Hideyoshi die Truppen in der Schacht von Anegawa, in welcher Nobunaga sich mit Tokugawa Ieyasu zusammen schloss. Er selbst nahm 1573 an der Belagerung von Nagashima teil. Nach einigen erfolgreichen Feldzügen gegen die Azai und Asakura machte Nobunaga Hideyoshi zum Fürst dreier Distrikte im nördlichen Teil der Omi Provinz. Vor Ort begann er mit der Arbeit am Schloss Imahama und brachte die nahe Waffenfabrik unter seine Kontrolle. Unter seiner Herrschaft steigerte sich die Produktion der Fabrik enorm. 1576 machte Hideyoshi sich auf Befehl Nobunagas auf den Weg zum Schloss Himeji, um die Chugoku-Region zu erobern.

Aufstieg zur Macht

Nach dem Attentat im Honno-ji auf Nobunaga und seinen ältesten Sohn 1582, wollte Hideyoshi Rache für seinen geliebten Herren üben, weshlab er sich mit dem Mori Clan versöhnte, um den Attentäter Akechi in der Schlacht von Yamazaki zu besiegen. Daraufhin unterstützte er den Sohn Oda Nobutakas bei der Wahl um Nobunagas Nachfolge, wodurch er sich einen Großteil der einflussreichen Clanmitglieder zu verbündeten machte. Shibata Katsuie, der ebenfalls kandidiert hatte, geriet daraufhin in einen Streit mit Hideyoshi, welcher in der Schlacht von Shizugatake gipfelte. Daraufhin zerstörte Hideyoshi Katsuies Streitmächte und stärkte seine eigene Macht, indem er die Kontrolle über nahezu den gesammten Oda Clan übernahm. Im Jahr 1583 begann er dann mit dem Bau des Schlosses Osaka.

Schloss Osaka © by Zd at vi.wikipedia (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons
Schloss Osaka
© by Zd at vi.wikipedia (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons
Nobunagas anderer Sohn Oda Nobukatsu, welchen Hideyoshi bei der Kandidatur ausgeschaltet hatte, blieb ihm feindlich gesinnt. Er verbündete sich mit Tokugawa Ieyasu, woraufhin beide Mächte sich in der Schlacht von Komaki und Nagakute gegenüber standen, jedoch ohne Ergebnis. Trotzdem schaffte Hideyoshi es, mit Nobukatsu Frieden zu schließen. Gleichzeitig versöhnte er den Tokugawa mit dem Hashiba Clan. Tokugawa Ieyasu wurde sogar ein Vasall Hideyoshis.

Höhepunkt der Macht

Wie Nobunaga vor ihm, erhielt Hideyoshi nie den Titel eines Shogun. Allerdings schaffte er es, von Konoe Sakihisa, einem der edelsten Männer des Fujiwara Clans adoptiert zu werden und erhielt einige hohe Titel, unter anderem im Jahre 1585 den des kaiserlichen Regenten (Kampaku). Der Kaiserliche Hof gab ihm daraufhin den Clan-Namen Toyotomi anstelle von Fujiwara. Hideyoshi baute schließlich einen verschwenderischen Palast, den Jurakudai, im Jahre 1587 und unterhielt den herrschenden Kaiser, Go-Yozei, im darauffolgenden Jahr.

Später unterwarf er die Kii Provinz und eroberte Shikoku, welches unter der Herrschaft des Chosokabe Clans stand. Er übernahm auch die Kontrolle über die Etchu Provinz und besiegte Kyushu. Im Jahr 1587 verbannte er christliche Missionare aus Kyushu. Ein Jahr später verbat er gewöhnlichen Bürgern den Besitz von Waffen und startete eine Razzia um die Schwerter einzusammeln. Das gewonnene Eisen wurde eingeschmolzen um eine Statue von Buddha zu errichten. Diese Maßnahme hatte auch zur Folge, dass Revolten vorgebeugt werden konnte und eine größere Stabilität ins Land kam.

1590 eliminierte Hideyoshi mit der Belagerung von Odawara gegen die Kanto Region seinen letzten großen Gegner. Sein Sieg besiegelte das Ende der Sengoku-Zeit.
Im Februar 1591 ordnete er den rituellen Suizid seines Freundes Sen no Rikyu an, nachdem die beiden eine Auseinandersetzung nicht überwinden konnten.

Niedergang

Die Festigung seiner Macht nach seinem Tod geriet ins Wanken, als sein einziger leiblicher Sohn Tsurumatsu 1591 starb. Auch dessen Halbbruder Hidenaga folgte ihm bald darauf ins Grab, weshalb Hideyoshi seinen Neffen Hidetsugu zu seinem Nachfolger ernannte und ihn im Januar 1592 adoptierte. Danach trat nahm er den Status des “Taiko”, eines Regenten im Ruhestand an.

Trotz schwindender Gesundheit entstand in ihm der selbe Traum wie zuvor bei Nobunaga auch. Er wollte China unterwerfen. Aus diesem Grund verhandelte er mit Korea, zu dieser Zeit bekannt als Joseon, um die Erlaubnis für den Durchmarsch seiner Truppen zu erhalten. Korea hatte jedoch Angst, dass China und Japan sich letzten Endes auf koreanischem Boden bekämpfen würden und lehnte aus Sicherheitsgründen 1591 ab. Hideyoshi began daraufhin mit der Planung für eine Invasion nach Korea.

1592 erfolgte der Einmarsch nach Korea, wobei Seoul, die damalige Hauptstadt, schnell fiel. Daraufhin wurde Korea in acht Routen eingeteit, welche die Soldaten Hideyoshis beschreiten sollten. Dabei wurde der größte Teil des Landes unterworfen. Der derzeitige König Koreas floh und forderte Hilfe von China an. Diese sendeten eine Armee mit 43.000 Soldaten, welche bis nach Seoul vorrückte.Dort unterlagen sie jedoch den Streitkräften von Kobayakawa Takakage, Ukita Hideie, Tachibana Muneshige und Kikkawa Hiroie. Nichtsdestotrotz mussten die Japaner ihren Traum einer Eroberung Chinas aufgeben, da ihre gesamte Marine vom koreanischen Admiral Yin Sun-sin zerstört wurde, was zur Folge hatte, dass keine neuen Truppen mehr einreisen konnten.

Nach der Geburt von Hideyoshis zweitem Sohn 1593, trat ein mögliches Problem mit der Nachfolge auf. Um dies zu vermeiden, schickte er seinen Neffen Hidetsugu zum Mt. Koya und befahl ihm 1595 Selbstmord zu begehen. Hidetsugus Familienmitglieder, die ihm dies nicht gleich taten, wurden später in Kyoto hingerichtet.

Nach einigen Jahren voller misslungener Verhandlung startete Hideyoshi eine zweite Kampagne gegen Korea. Doch obwohl er in der Schlacht von Sacheon großen Erfolg hatte, waren alle drei Opponenten erschöpft und es kam zu keinem Ergebnis.

Tod

Toyotomi Hideyoshi starb am 18. September 1598. Sein Tod wurde vorerst geheim gehaten, um die Moral der Soldaten in Korea nicht zu schwächen. Trotzdem holte man sie heim. Da Hideyoshi Korea nicht besiegen und dadurch auch China nicht unterwerfen konnte, wurde sein Can nicht mit einem Machtausbau gesegnet, sondern musste sich jetzt mit verbrauchten Streitkräften und der Verantwortung für seine Fehler auseinander setzten. Des weiteren wurde die Machtstellung der ihm unterstehenden Clans geschwächt. Somit wurde der Traum einer Übernahme Japans für immer versiegelt. Zusätzlich verbot die Tokugawa Regierung jegliche militäriche Expeditionen auf dem asiatischen Festland und riegelte Japan für Fremde ab. Es dauerte bis ins 19. Jahrhundert, bis Japan erneut einen Krieg gegen China in Korea austrug, wobei fast die selbe Strecke wie zur unter Hideyoshi benutzt wurde.

Quellen: samurai-archives, Wikipedia 

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