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Horror-Special: Gruselige Mythen aus Japan (Teil 3)

Im vorerst letzten Teil dieser Reihe geht es hauptsächlich um alte Mythen aus der Edo-Zeit und älter. Viele dieser Geschichten sind auch Vorlagen für Kabuki-Stücke. Besonders, weil die Legenden von Rachegeistern und Dämonen meist einen traurigen Hintergrund  haben. Verratene und verschmähte Liebe sind oft der Ursprung dieser tragischen Gestalten.

Oiwa der Lampiongeist ist die Legende einer betrogenen Ehefrau, die von ihrem Mann mit Gift ermordet wurde. Das Gift entstellt ihr Gesicht und tötet sie Qualvoll. Ihr Geist findet aufgrund dieses Verrats keine Ruhe und verfolgt ihren Mann mit Visionen. In diesen Visionen erscheint Oiwa sowohl in der Gestalt eines Lampions, als auch in Gestalt der neuen Ehefrau. So treibt sie ihren ruchlosen Gatten in den Wahnsinn bis dieser schließlich seine neu angetraute Ehefrau tötete, um deren Willen er seine erste Frau umbrachte. Heute spukt dieser Geist vor allem dort, wo ihre Geschichte aufgeführt, oder gedreht werden soll. Sie sabotiert Proben und Vorstellungen. Zumindest wird ihr Geist mit wiederkehrenden mysteriösen Vorfällen in Verbindung gebracht.

Kiyo-Hime dagegen erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die eine Affäre mit einem Pilgermönch hatte. Doch dieser besinnt sich wieder auf seine religiösen Pflichten und trennt sich von ihr. Sie will das nicht wahr haben und verfolgt den Mönch. Dabei wächst ihre Verzweiflung und Eifersucht so sehr, dass sie sich sogar in eine riesige Schlange verwandelt. Voller Angst um sein Leben versteckt sich der Mönch unter einer Tempelglocke. Doch Kiyo-Hime schlingt ihren Schlangenkörper um die Glocke und erzeugt dabei eine so große Hitze, dass der Mönch darin umkommt.

Aber nicht nur Frauen werden zu Rachegeistern. Santo Kyoden ist ein männlicher Vertreter dieser Zunft. Er wurde von seiner Ehefrau und ihrem Liebhaber brutal ermordet, damit für sie der Weg in eine neue Ehe frei war. Doch auch hier lässt der Verrat den Geist des Ermordeten nicht ruhen. Er kehrt jede Nacht als Rachegeist zurück und treibt die hinterhältigen Liebenden in den Wahnsinn und schlussendlich in den Tod.

Es gibt allerdings auch skurrile Mythen über vernachlässigte Rachegeister. So gibt es die Tsukonogami. Man sagt dass wenn ein Gegenstand, egal welcher, länger als 99 Jahre nicht benutzt oder berührt wird, sich in einen Tsukonogami verwandelt. Diese spukenden Gegenstände sind eher harmlos und wollen sich nur wieder in die Erinnerung ihrer Besitzer bringen.

Zum Abschluss noch ein Mythos, der auf einem wahren Umstand basiert.

Hitobashira sind  sogenannte menschliche Säulen. In einer von Aberglauben geprägten Zeit, haben die Menschen sich aller möglichen Mittel bedient, um sich vor bösen Geistern zu schützen. So entwickelte sich der damalige Brauch, Menschenopfer im Fundament eines Gebäudes zu vergraben. Bei lebendigem Leib. Diese Menschenopfer sollten das Gebäude vor natürlichen und übernatürlichen Katastrophen schützen. Viele Mythen ranken sich um die Geister dieser Hitobashira.

Der bekannteste Mythos eines Hitobashira stammt aus dem 17. Jahrhundert. Beim Bau der Burg Matsue, in der Präfektur Shimane gab es Schwierigkeiten da die Mauern des Öfteren einbrachen. Ein Menschenopfer sollte das Fundament festigen, damit die Wände halten. Auf der Suche nach einem passenden Opfer gingen die Wachen der Burg auf das Bon Matsuri, ein Fest für verstorbene Seelen. Dort verschleppten sie die schönste und beste Tänzerin und begruben sie in einer Wand. Die weiteren Bauarbeiten verliefen angeblich daraufhin gut.

Doch seitdem, so sagt man, fängt die Burg an zu beben wann immer ein junges Mädchen in den Straßen Matsues tanzt. Daher ist seitdem das Tanzen in Matsue verboten.

Zum Horror-Special: Gruselige Mythen aus Japan Teil 1 und hier geht es zum Teil 2

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