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Horror-Special: Okiku – Horror im Schloss Himeji

Langsam aber sicher sind die warmen Sommertage vorbei und es wird Herbst. Halloween rückt in unmittelbare Nähe und die Liebe zum Unheimlichen erwacht in den Herzen vieler Menschen. Zu Ehren der Zeit des Horrors beschäftigen wir uns heute mit einer Geschichte, die sich in der „Burg der Weißen Reiher“ in Japan zugetragen haben soll.

Doch zuerst einmal zum Schloss selbst. Das Schloss Himeji oder auch die „Burg der Weißen Reiher“ befindet sich in Himeji, Hyogo, in Japan. Das Gebäude wurde auf einem Berg in der Mitte der Stadt errichtet und ist überall in Himeji zu sehen. Der Spitzname „Burg der Weißen Reiher“ ist auf die Farbe der Burg und auf ihre Architektur, die an einen startenden Vogel erinnern soll, zurückzuführen.

Das Schloss wurde zwischen 1333 und 1346 errichtet und trug ursprünglich den Namen „Schloss Himeyama“. Es diente dem Herrscher von Himeji als Behausung. Die auffälligste Besonderheit des Schlosses ist das Labyrinth, welches das Schloss umgibt. Dieses diente als Verteidigungsmaßnahme.

Glücklicherweise überlebte das Schloss den „Onin-Krieg“ ohne Schäden. Nach etlichen Kämpfen um den Besitzanspruch, landete das Gebäude in den Händen der Tadasumi Familie. Allerdings beschloss die Regierung während der Meiji-Zeit, dass die Burg in deren Besitz übergehen sollte, weshalb sie eine Armee schickten, die die „Burg der Weißen Reiher“ mit Granaten attackieren sollten. Obwohl der Angriff einen ganzen Tag fortgesetzt wurde, erlitt „Himeji-jo“ keinerlei Schaden. Trotzdem übergab die Familie Tadasumi das Gebäude in Staatsbesitz.

Nachdem das „Han-System“ abgeschafft wurde, kaufte die Stadt Himeji die Burg zurück. Während des zweiten Wetkriegs erlitt die Stadt einen Bombenangriff durch die USA. Wieder blieb das Schloss unbeschadet.

Das „Schoss Himeji“ ist heute ein geschütztes Kulturgut und kann jederzeit besichtigt werden. Auch zum Fest der Kirschbüten und zum Mondfest treffen sich viele Leute im Innenhof des Schlosses. Die bekannteste Veranstatung ist jedoch der Keramik-Markt, welcher im Herbst dort stattfindet. Viele Touristen fühlen sich von diesem Ort angezogen, allerdings nicht nur auf Grund seiner Schönheit. Man erzählt sich, dass im Inneren des Schlosses ein dunkles Geheimnis lauert.

Die Burg im Frühling © by Mocchy in der Wikipedia auf Japanisch [Public domain], via Wikimedia Commons
Die Burg im Frühling
© by Mocchy in der Wikipedia auf Japanisch [Public domain], via Wikimedia Commons
Okiku

Die Geschichte vom Geistermädchen Okiku, welches nachts im Schloss auftauchen soll, zieht viele Besucher nach Himeji. Ihre tragische Geschichte diente auch als Inspiration für den Horrorfilm „The Ring“. Glaubt man der Legende, handelte es sich bei dem Mädchen um eine Angestellte während der jungen Jahre des Schlosses. Sie arbeitete in einem der Verliese der vier Wachtürme.

Okikus Herr war ein erfolgreicher Samurai namens Tessan Aoyama, dessen Frau zehn wertvolle, goldene Teller besaß. Die Hauptaufgabe des Mädchens bestand darin, diese Teller zu bewachen. Tessan war seiner Frau gegenüber nicht treu und hatte im Laufe der Zeit auch Gefallen an seinem Dienstmädchen gefunden. Schließlich fragte er Okiku, ob sie nicht seine Mätresse werden wolle, bot ihr sogar an seine Frau zu verlassen. Das Mädchen hatte jedoch keinerlei Interesse an Tessan und lehnte ab.

Der Samurai jedoch war nicht sehr erfreut darüber, dass die Dinge nicht seinem Willen folgten. Da er jedoch der festen Überzeugung war, dass es sein gutes Recht sei, zu bekommen wonach er verlangte, überlegte er sich einen Plan, um Okiku doch zu überzeugen. Aus diesem Grund beschloss er, einen der zehn goldenen Teller zu verstecken, welche das Mädchen bewachen sollte. Als Okiku das Fehlen des Tellers bemerkte, begann sie sofort danach zu suchen. Währenddessen trat Tessan an sie heran und erklärte ihr, dass er sie für den fehlenden Schatz verantwortlich machen und dafür sorgen würde, dass sie gefoltert und hingerichtet würde, wenn sie sich weiterhin weigerte, seine Mätresse zu werden. Das Mädchen konnte sich jedoch beim besten Willen nicht davon überzeugen, sich auf diesen Mann einzulassen. Da keine der beiden Möglichkeiten für sie in Frage kamen, ertränkte sich Okiku daraufhin im Brunnen des Schlosses. Um den wahren Grund für ihren Suizid zu vertuschen, ließ Tessan den Teller in seinem Versteck und beschuldigte Okiku für sein Fehlen.

Doch schon in der nächsten Nacht stieg Okikus Geist aus dem Brunnen. Der Beschreibung nach ist sie zu einem „Yuurimi“ geworden. Hierbei handelt es sich um den Geist eines Menschen, der durch plötzliche oder überstürzte Umstände gestorben ist. Zu erkennen sind solche Geister am pechschwarzen Haar, einem weißen Gewand und abgetrennten oder fehlenden Händen und Füßen. Ihr Geist wandelte nun vom Brunnen zu den Raum, in dem die Teller aufbewahrt wurden, welche sie dann zählte. Sobald ihr jedoch auffiel, dass der zehnte Teller fehlte, begann sie unnatürlich zu jammern und zu schreien.

Dies Phänomen trat von da an jede Nacht auf. Tessan Aoyama war sich bald sicher, dass er den Geist beruhigen könnte, wenn er den Teller wieder zurück an seinen angestammten Platz brächte. Allerdings weigerte er sich dies zu tun, da sein Stolz ihm im Weg stand. Allerdings hatte das tägliche Ritual des Yuurimi zur Folge, dass der Samurai langsam aber sicher wahnsinnig wurde, was wiederum dafür sorgte, dass man ihn aus dem Schloss warf. Somit wurde dann auch Tessans Plan, den Herren des Schlosses zu stürzen, vereitelt.
Diese Geschichte wurde zu einem der bekanntesten Theaterstücke überhaupt in Japan. Es gibt etliche verschiedene Variationen der Geschichte, doch die hier erzählte ist die am weitesten verbreitete. Glaubt man den Einwohnern von Himeji, so spukt Okikus Geist auch heute noch im Schloss, allerdings längst nicht mehr so regelmäßig wie kurz nach ihrem Tod. Der Brunnen, welcher zu ihren feuchten Grab wurde, kann auch heute noch besichtigt werden und trägt heute den Namen „Okikus Brunnen“.

Okikus Brunnen © by そらみみ (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Okikus Brunnen
© by そらみみ (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Quellen: Planetden, Wikipedia, hauntedjapan

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