Anzeige
HomeJapan entdeckenIm Takegawara Onsen wird Baden zur Zeitreise

Heiße Quellen und Sandbäder

Im Takegawara Onsen wird Baden zur Zeitreise

Das Baden in heißen Quellen, in Japan „Onsen“ genannt, ist ein bekannter Bestandteile der japanischen Kultur. Im ganzen Land finden sich Badehäuser, die wohltuende Stunden in heißem Quellwasser anbieten, um sie herum ist sogar eine ganze Bade-Kultur entstanden.

Anzeige

Aufgrund seiner geographischen Lage im Pazifischen Feuerring, einem Gebiet mit hoher vulkanischer Aktivität, gibt es in Japan tausende der heißen Quellen. Eine der beliebtesten Onsen-Regionen befindet sich im Süden Japans, in der Präfektur Oita auf Kyushu.

Wer Onsen mag, wird Beppu lieben

Dort liegt die Stadt Beppu, eine Küstenstadt mit rund einhunderttausend Einwohnern, eingebettet zwischen japanischer Inlandsee und steilen Berghängen. Wer sich Beppu von oben anschaut, dem fällt zuerst der weiße Dampf auf, der an vielen Stellen der Stadt aufsteigt. Der stammt von den unzähligen heißen Quellen, die an die Oberfläche treten und Beppu zur Touristenattraktion machten.

LESEN SIE AUCH:  Kurort Beppu stellt neues Promo-Video vor

Rund 12 Millionen Besucher empfing Beppu jährlich in der Zeit vor der Corona-Pandemie. Diese erwartet in der Stadt eine große Auswahl an Badehäusern, aber auch Ausflüge in die Umgebung lohnen sich. So findet sich in den Bergen im Westen ein Affen-Park, in dem wilde Makaken beobachtet werden können.

Anzeige

Viele Gäste begeben sich auch auf die beliebte „Höllen-Tour“, bei der acht „Jigoku“ – Quellen, die zu heiß zum Baden sind und darum als „Höllen“ bezeichnet werden – auf dem Programm stehen. Daneben gibt es ein breites kulinarisches Angebot, etwa die in heißen Quellen gekochten Eier „Onsen Tamago“.

Vor allem aber zieht es die Besucher in die verschiedenen Onsen, die mit vielen Wellness-Angeboten werben. Erst im vergangenen Jahr eröffnete die renommierte Ryokan-Kette Hoshino Resort ein Wohlfühl-Hotel in der Stadt.

Takegawara – Baden wie zur Showa-Zeit

Eine ganz besondere Bade-Erfahrung in Beppu bietet der Takegawara Onsen. Das liegt mitten in den engen Straßen des Stadtzentrums, nicht weit entfernt vom Strand und nur wenige hundert Meter vom Bahnhof entfernt.

Wer hier badet, der begibt sich auf eine Zeitreise zurück in die Showa-Ära (1926-1989), die geprägt ist vom Zweiten Weltkrieg, aber auch vom Wiederaufbau und dem wirtschaftlichen Aufstieg Japans. Dabei reicht die Bade-Geschichte des Onsen noch viel weiter zurück.

Vor rund 140 Jahren wurde am Ort des heutigen Takegawara Onsen ein erstes Badehaus aufgebaut. Das war damals nicht mehr als eine Hütte über der natürlich zu Tage tretenden heißen Quelle. Um sie herum wurden Steine platziert, um ein Becken zu schaffen, ein Bambus-Dach schützte gegen den Regen.

Den Namen „Takegawara Onsen“ – „Bambusziegel-Quelle“ – erhielt die Einrichtung Anfang des 20. Jahrhunderts, als das ursprüngliche Dach durch feste Ziegel ersetzt wurde. Erst im Jahr 1938 wurde im Auftrag der Stadt schließlich das heutige Badehaus rund um die Quelle errichtet.

Sandbäder und Onsen
Das Innere des Onsen ist einfach und praktisch. Wer herkommt, soll sich ganz auf die Entspannung konzentrieren, ohne Ablenkung. Bild: MS

Seitdem wurde das Gebäude des Takegawara Onsen in seiner Form erhalten. Von außen fällt insbesondere das geschwungene Dach über dem Eingang des Hauses auf, das typisch für die damalige Architektur ist und dafür sorgt, dass das Gebäude in Beppu heute besonders heraussticht.

Doch auch im Inneren haben die Betreiber das Onsen nicht modernisiert, sondern den urigen Stil der Showa-Zeit beibehalten. Die Bäder sind einfach und karg, das Ticken alter Analog-Uhren füllt die hohen Räume, in denen sich die Gäste entspannen.

Eine Zeitreise für 300 Yen

Eine Besonderheit des Takegawara Onsen sind die dort angebotenen Sandbäder. Neben den üblichen Wasserbecken finden sich auch Sandgruben. Die werden ebenfalls mithilfe des Quellwasser erwärmt und von den Angestellten des Onsen kann man sich hier komplett im Sand eingraben lassen.

Seit 2004 ist das Takegawara Onsen als wichtiges Kulturgut Japans registriert. Doch bei aller touristischen Relevanz möchte das Bad vor allem eines sein: ein Ort der Entspannung für jeden. Denn traditionell sind die japanischen Badehäuser Orte des sozialen Lebens und Bestandteil des Alltags.

Das spiegelt sich in den Preisen und Öffnungszeiten des Onsen wieder. Jeden Tag ab 6:30 kann im Takegawara Onsen bis 22:30 in der Nacht gebadet werden. Schließtage gibt es nur einmal im Monat. Und gerade mal 300 Yen, knapp 2 Euro also, kostet der Eintritt für Erwachsene in das Bad. Günstiger ist eine Reise in die Vergangenheit kaum zu bekommen.

Anzeige
Anzeige