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Dokomi 2021: Convention der besonderen Art

Nachdem die Dokomi im vergangenen Jahr zuerst digital und die Live-Veranstaltung etwas später im Jahr stattgefunden hatte, öffnete die Dokomi am 07. und 08. August 2021 wieder ihre Türen für die Fans von Anime, Manga und Japan.

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Mit mehr Abstand, weniger Besuchern und natürlich Hygiene-Auflagen. Wir waren für euch vor Ort.

Auf geht’s zur Dokomi 2021

Der Weg von der Haltestelle bis zum Eingang war in diesem Jahr etwas länger als in den letzten Jahren. Denn auch wenn die Veranstaltung natürlich wieder in der Messe Düsseldorf stattfand, waren es dieses Mal andere Hallen: Die Hallen 1, 3, 4 und 5 sowie natürlich auch wieder das Congress Center Süd wurden genutzt.

In Halle 1 gab es dieses Jahr breite Gänge
In Halle 1 gab es dieses Jahr breite Gänge. Bild: Privat

In der Schlange merkte man dann auch schon, dass weniger Besucher zugelassen waren als in den letzten Jahren. Und auch die Altersstruktur war etwas anders, sie hatte sich etwas nach oben verschoben. Dennoch waren natürlich wieder viele Cosplayer unterwegs und die geforderten Abstände wurden nicht immer so genau eingehalten – was sich leider durch die gesamte Veranstaltung zog.

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In einem ersten Schritt wurden dann die Nachweise – ein Impfnachweis, aktueller Test oder Genesenen-Nachweis – kontrolliert. Das ging zügig, aber leider nicht sehr gründlich. Auch die Taschenkontrolle fiel leider mal wieder etwas rudimentär aus, es wäre kein Problem gewesen, etwas hereinzuschmuggeln. Und wozu genau die Tickets personalisiert werden mussten, wurde auch nicht klar, denn einen Nachweis musste man nirgendwo vorzeigen.

Rein in die Hallen

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Doch dann erst mal rein in die Hallen, alle mit verschiedenen Schwerpunkten. Direkt vom Eingang kam man in Halle 1, in der sich die Workshops, das wie immer gut besuchte Maid-Café und die Stände der professionellen Händler befanden. Hier fiel auf Anhieb der größere Abstand zwischen den verschiedenen Händlern auf, die Gänge waren verbreitert worden und zumindest beim Schlendern durch die Gänge war es möglich, den geforderten Abstand einzuhalten. An den Ständen selbst gestaltete sich das oft schwieriger, aber da eine generelle Maskenpflicht bestand, war dies zu verkraften.

Das Angebot war wie immer breit gefächert: Animes und Mangas verschiedenster Publisher, Figuren, T-Shirts, Plüschies, Merchandise und auch die ein oder anderen Spezialitäten direkt aus Japan konnte man nahezu im Überfluss bekommen. Wie üblich waren einige Stände beliebter als andere, doch überall war gut etwas los, ohne das man zu lange anstehen musste – hier merkte man deutlich die verringerten Zuschauerzahlen.

Bring and Buy sehr beliebt

Von Halle 1 kam man in den Innenhof und die verschiedenen weiteren Bereiche der Dokomi. Über Halle 3 konnte man in den Bereich des CCD Süd, in dem sich der oHot-Club, Pen und Paper, Matinee, Marsuri, der VIP-Raum, das Restaurant und der Bring and Buy Bereich befanden. Zu letzterem kam man aber nur über einen Außeneingang, was ohne die lange Schlange nicht so gut zu erkennen gewesen wäre.

Womit wir zu zwei kleinen Problemen kommen: Zum einen die Beschilderung, die vor allem in diesem Bereich nicht immer ausreichend war. Häufig mussten wir selbst noch mal auf dem Plan nachschauen oder Mitarbeiter fragen, auch viele andere sahen sich diesem Problem ausgesetzt. Gerade kleine Bereiche wie der Pen und Paper Bereich konnten so kaum gefunden werden, was doch sehr schade war.

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Und natürlich das schon lange bestehende Problem des Bring and Buy Bereichs: Zu viele Interessierte für zu wenig Platz. In diesem Jahr noch stärker zu spüren, da noch weniger Besucher in den Bereich durften. Man musste sich in eine doch sehr lange Schlange stellen, um überhaupt eine Chance zu haben, den Bereich zu besuchen.

Wartezeiten von weit über einer Stunde waren keine Seltenheit, wie auch in den letzten Jahren. Hier müsste man sich eventuell ein etwas anderes Konzept überlegen, um zu lange Wartezeiten zu vermeiden. Das Angebot war dann aber reichlich und für jeden Geschmack etwas dabei, sodass sich für viele das Warten gelohnt hatte.

Ü-18-Bereich leicht enttäuschend

In Halle 3 befanden sich ansonsten die Fanstände, an denen zahlreiche kleinere und größere Künstler ihre Kunstwerke darboten. Auch dieser Bereich war sehr gut besucht und man konnte verschiedene Werke bestaunen, die professionellen Mangas häufig kaum nachstanden.

Ebenfalls waren Gespräch mit den Künstlern möglich, bei dem wir vor allem erfuhren, dass viele nicht mit der Prämisse, Geld zu verdienen gekommen waren, sondern sich vor allem freuten, dass der Austausch miteinander und den Fans wieder möglich sei. Diese Atmosphäre der Wiedersehensfreude zog sich auch durch die ganze Halle. Auch die Anime-Autos, die wie immer einen Platz in diesem Bereich fanden, erfreuten sich wieder großer Beliebtheit.

Ebenfalls in Halle drei befand sich in diesem Jahr der Ü-18-Bereich. Für diesen war ein spezielles Bändchen erforderlich und es wurde mit Zeichenständen, einem Gaming-Bereich, Verkäufern von Erwachsenenspielzeug und verschiedenen Workshops geworben. Die Schlange war auch hier recht lang, weil die Besucherzahl begrenzt war. Doch hier wurde man im Gegensatz zum Bring and Buy Bereich nach dem Warten eher enttäuscht.

Der Bereich war sehr klein, nicht ansprechend gestaltet und die Auswahl wirklich gering. Eine Handvoll Zeichner, die sich auch eher langweilten, weil kaum jemand bei ihnen vorbeischaute, ein Stand mit überteuertem Spielzeug und keinerlei Beratung, schlecht abgespielte Videos ausschließlich auf Japanisch und ein paar Computer mit Spielen wie Doom 2. Da hatten wir im Vorfeld, vor allem bei der großen Ankündigung, doch mehr erwartet.

Veranstaltungen für jeden

In Halle 4 war dann der Gaming- und Community-Content Bereich zu finden, der in diesem Jahr zumindest etwas weniger besucht zu sein schien als in den Vorjahren. Das könnte aber auch an dem Zeitpunkt gelegen haben, zu dem wir ihn besucht haben. Dennoch gab es viel Auswahl, viele Ehrengäste, die man treffen konnte, und auch die Gaming-Veranstaltungen boten große Abwechslung.

Hier waren auch besonders viele Cosplayer zu sehen, die in diesem Jahr sehr vielfältig waren. Anders als in den Vorjahren gab es keine einzelne Figur, die besonders häufig gecosplayt wurde, sondern viele Charaktere aus allen möglichen Franchises waren zu sehen.

Herausforderungen für Besucher
Herausforderungen für Besucher. Bild: Privat

Auch die Veranstaltungen auf den verschiedenen Stages und Veranstaltungsorten waren wieder sehr vielfältig, von Dance über Vorträge und die beliebte Charakter-Versteigerung bis hin zu Wettbewerben war alles dabei. Hierbei wurde sich manchmal besser und manchmal schlechter an die Corona-Maßnahmen gehalten, wobei es angenehm gewesen wäre, die Stühle generell weiter auseinanderzustellen oder einige zu markieren, sodass die Besucher nicht ganz so nah beieinandersitzen.

Zu wenig Essensstände

Zuletzt wollten wir dann natürlich auch noch etwas essen, doch das gestaltete sich leider als etwas schwierig. Es waren nur wenige Stände, die auch nicht so viel Auswahl boten, wie man es noch aus den Vorjahren gewohnt war, und die Schlangen waren so lang, dass man stundenlang auf sein Essen warten musste. Wir haben deshalb dieses Mal schweren Herzens darauf verzichtet, vor Ort etwas zu essen. Hier müssten auf jeden Fall aufgerüstet werden, vor allem, wenn im nächsten Jahr wieder mehr Besucher kommen.

Lange Schlange beim Essen
Lange Schlange beim Essen. Bild: Privat

Ebenfalls im Innenhof bei den Foodtrucks stand in diesem Jahr aber noch ein Fahrzeug mit einer Besonderheit: Ein mobiles Impfzentrum sorgte dafür, dass sich Besucher während der Dokomi schnell und ohne Termin impfen lassen konnten. Das Angebot wurde auch von einigen dankbar angenommen, die Idee war also ein voller Erfolg.

Das Impfmobil erfreute sich Beliebtheit
Das Impfmobil erfreute sich Beliebtheit. Bild: Privat

Auf dem Rückweg sind wir dann noch kurz durch den Nordpark vor dem Messegelände gegangen. Wie immer ein beliebter Treffpunkt vor allem für die Cosplayer als Foto-Location. Und so sehr wir verstehen können, dass man sich einfach freute, wieder andere Cosplayer zu treffen: Hier wirkte es, als habe es nie Corona gegeben. Keinerlei Abstände wurden eingehalten. Das war schon ein etwas bedenklicher Abschluss.

Unser Fazit: Gute Veranstaltung mit kleinem Verbesserungspotenzial

Doch was ist nun unser Gesamt-Fazit der Dokomi nach einem Jahr Präsenz-Pause und unter Corona-Bedingungen? Es war schön, endlich wieder eine Convention erleben zu dürfen und unter Menschen zu kommen. Die Cosplayer haben gezeigt, dass ihnen das Jahr Pause die Freude am Hobby ganz und gar nicht verdorben hat und auch die Händler, Künstler und Ehrengäste waren in bester Stimmung. Das Hygiene-Konzept war gut gedacht, die Ausführung konnte nicht immer Schritt halten. Und einige Punkte, vor allem was die Verpflegung angeht, müssten doch verbessert werden.

Im Park war der Andrang sehr groß
Im Park war der Andrang sehr groß. Bild: Privat

Aber insgesamt hat man vor allem zufriedene Gesichter auf allen Seiten gesehen, die Menschen hatten Spaß und mit dem neusten aus Japan oder zumindest mit Bezug zu Japan wurde man bestens versorgt. Eine solche Großveranstaltung unter besonderen Bedingungen kann nicht auf Anhieb perfekt funktionieren und dafür hat die Dokomi 2021 ihre Sache sehr gut gemacht.

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