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In diesem Jahr wieder direkt in Frankfurt am Main

Erste Programmhighlights für die 22. Nippon Connection

Das japanische Filmfestival Nippon Connection geht in diesem Jahr vom 24. bis 29. Mai in Frankfurt am Main in die 22. Runde. Besucher erwarten rund 100 Filme und ein buntes Rahmenprogramm mit zahlreichen Workshops, Konzerten und Vorträgen, die einen vielfältigen Eindruck in die japanische Kultur bieten.

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Das Filmfestival wird in diesem Jahr wieder live stattfinden, ein Teil der Filme kann allerdings auch per Video-on-Demand angeschaut werden.

Nippon Honor Award auf der Nippon Connection

Zum sechsten Mal wird bei der Nippon Connection der Nippon Honor Award verliehen. Mit dem Award werden Persönlichkeiten gewürdigt, die sich in besonderer Weise um das japanische Kino verdient gemacht haben.

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Der diesjährige Preisträger ist der renommierte Schauspieler Masatoshi Nagase, der seit seiner ersten Rolle in P. P. Rider von Shinji Somai (1983) für seine zurückgenommene Darstellung verschlossener und innerlich zerrissener Charaktere bekannt geworden ist.

Internationale Anerkennung erlangte Nagase durch Filme wie Mystery Train (1989) und Paterson (2016) von Jim Jarmusch sowie Cold Fever (1995) von Fridrik Thor Fridriksson. Er arbeitete mit japanischen Filmemachern wie Sion Sono, Gakuryu Ishii und Yoji Yamada sowie auch mehrmals mit der Regisseurin Naomi Kawase zusammen.

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Für seine Rolle in Kawases Kirschblüten und rote Bohnen (2015) erhielt er auf dem 37. Yokohama Film Festival den Preis als bester Hauptdarsteller.

Auf dem diesjährigen Filmfestival werden mehrere Filme mit Nagase als Deutschlandpremieren zu sehen sein, darunter Under The Stars (2020) von Tatsushi Omori, in dem Nagase einen Familienvater spielt, der einer esoterischen Sekte angehört.

In Keita Fujimotos Just The Two of Us (2020) verkörpert er einen Querschnittsgelähmten, der durch eine blinde Pflegerin neuen Lebensmut findet. Als Special Screening wird Jim Jarmuschs Kultfilm Mystery Train als 35mm-Kopie im Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum gezeigt.

Neben Fragerunden im Anschluss an die Filmvorführungen wird Masatoshi Nagase zudem in einem ausführlichen Gespräch auf seine Karriere zurückblicken.

Die Preisverleihung findet am 29. Mai 2022 im Künstlerhaus Mousonturm statt.

Liebeserklärung an das Kino, Yakuza-Gangster & Animationskunst

Die Rückkehr auf die großen Leinwände feiert Nippon Connection nicht zuletzt mit einer Liebeserklärung an das Kino: Talking The Pictures (2019) von Masayuki Suo ist eine rasant erzählte Komödie über japanische Stummfilmerzähler (Benshi) zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in der Nippon Honor Award-Preisträger Masatoshi Nagase als ein dem Alkohol verfallener Schurke zu sehen ist.

Fans von Genrefilmen kommen bei Last of the Wolves (2021) auf ihre Kosten. Regisseur Kazuya Shiraishi führt das Publikum in seinem spannenden Yakuza-Thriller in die kriminelle Unterwelt von Hiroshima.

Auch zahlreiche Animationsfilme, für die Japan seit langem international hohes Ansehen genießt, werden beim Festival zu sehen sein. Masaaki Yuasa, bekannt für das exzentrische Meisterwerk Mind Game (2004) und die Netflix-Serie Devilman Crybaby (2018) kehrt mit Inu-Oh (2021) ins Kino zurück: Die Geschichte zweier Außenseiter, die im feudalen Japan mit Musik und Tanz zu Ruhm gelangen, begeistert mit virtuoser Animationskunst und einem herausragenden Soundtrack.

Als Deutschlandpremiere wird Dozens of Norths (2021), der erste Langfilm des Oscar-nominierten Animationskünstlers Koji Yamamura zu sehen sein. Darin verarbeitet Yamamura in expressionistischen Bildern das Trauma, das die Dreifachkatastrophe im März 2011 in der japanischen Gesellschaft hinterlassen hat.

Geschichten über das Erwachsenwerden

Der diesjährige Themenschwerpunkt des Festivals Stories of Youth, der vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain gefördert wird, bietet einen Einblick in die Lebenswelt junger Menschen in Japan und die verschiedenen Erfahrungen und Herausforderungen, mit denen sie sich auseinandersetzen müssen.

Wie schwierig sich bis heute ein Coming-out in der konservativen japanischen Gesellschaft gestaltet, verdeutlicht Shogo Kusanos Drama What She Likes (2021). Um nicht aufzufallen, täuscht darin ein Jugendlicher eine Liebesbeziehung mit seiner Mitschülerin vor.

Auch Regisseur Yuya Ishii, der kürzlich mit dem Japanese Academy Film Prize ausgezeichnet wurde, erzählt von einem Schüler: In A Madder Red sieht sich ein Junge vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie mit dem Verlust seines Vaters konfrontiert und muss sich gleichzeitig gegen Mobbing zur Wehr setzen.

Konzerte, Workshops & Vorträge

Das Rahmenprogramm Nippon Culture ermöglicht es dem Publikum, in die japanische Kultur einzutauchen – sowohl vor Ort in Frankfurt als auch online.

Neben Konzerten mit der bekannten Koto-Musikerin Karin Nakagawa und dem deutsch-japanischen Duo „Die Yamasakis“ werden verschiedene Workshops zum Thema Kunsthandwerk angeboten.

Paula Nishikawara zeigt, wie man mit echten Fischen kunstvolle Drucke gestaltet, und Michiyo Yamashita vermittelt Kintsugi: das kunstvolle Reparieren zerbrochener Keramiken mit goldfarbenem Lack.

Kulinarisch auf ihre Kosten kommen alle, die erfahren wollen, wie man eine Bentobox oder japanische Süßigkeiten zubereiten kann. Ursula Gräfe, Übersetzerin der Romane von Haruki Murakami, gibt außerdem einen Einblick in die professionelle Literaturübersetzung für Japanisch-Profis.

Im Programm der Sektion Nippon Kids werden unter anderem ein Online-Vortrag zum Alltag von Kindern und Jugendlichen in Japan und ein Manga-Zeichenkurs angeboten.

Das komplette Programm und Tickets sind ab Mitte Mai 2022 auf der Festivalhomepage NipponConnection.com verfügbar.

Neben den Festivalzentren im Künstlerhaus Mousonturm und Theater Willy Praml in der Naxoshalle werden wieder das Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, das Mal Seh’n Kino und das Internationale Theater zu den Spielstätten in Frankfurt am Main gehören. Erstmals finden auch Filmvorführungen und Veranstaltungen im Eldorado Arthouse Kino und im Bürgerhaus Bornheim statt.

Im Anschluss an das Festival wird ein Teil des Filmprogramms vom 30. Mai bis 6. Juni 2022 unter dem Titel Nippon Connection On Demand auf der festivaleigenen Streaming-Plattform Watch.NipponConnection.com gezeigt.

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