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SFX- und Make-up-Künstler Yoshinari Dohi als Gast auf dem 20. JFFH

Das Japan-Filmfest Hamburg (JFFH) feiert vom 22. bis zum 26. Mai 2019 seinen 20. Geburtstag. Mit Stolz präsentiert das JFFH zu seinem Jubiläum mit Yoshinari Dohi dem Publikum eines der größten Talente des japanischen Effektkinos, dessen kühne Visionen den japanischen Genrefilm ganz neu definieren. SFX- und Make-up-Künstler Dohi stellt dem Hamburger Publikum persönlich gleich fünf seiner besten Werke aus den letzten Jahren vor.

Yoshinari Dohi begeisterte sich schon früh für das japanische Effektkino und begann seine Karriere nach ersten eigenen Kurzfilmprojekten, als Make-up- und SFX-Assistent bei einigen der größten Genre-Kultfilme der letzten 20 Jahre. Unter Anleitung von Regisseuren und Effektkünstlern wie Noboru Iguchi (Mutant Girls Squad) und vor allem Yoshihiro Nishimura (Helldriver, Krieg der Dämonen) konnte er so rasch umfangreiche Kenntnisse erwerben. In den letzten Jahren bewies er dann sein Talent durch die Arbeit an den Filmprojekten einiger aufstrebender Regisseure wie Junpei Tsuchida (Benriya Elegy, Chronicle of the After-School Wars), Daisuke Yamanouchi (Inbô no yoru: Kurikaesu masayume, Yaru otoko) oder Kenichi Fujiwara (Zombie Hunter Rika) und gelangte zu ganz eigenständiger Meisterschaft.

Seine handgemachten Splatter-, Gore- und Make-up-Effekte zeichnen sich durch einen zum Teil erschreckenden Realismus aus, den Dohi durch innovative Variationen bewährter Genre-Techniken erreicht. Ganz besonders bewies er dies zuletzt durch seine Arbeit an Katsumi Sasukis Mukuro Trilogy die auf dem letzten JFFH 2018 nicht zuletzt durch seine deftig realistischen Effekte beeindruckte. Mit besonderem Stolz erfüllt es uns deshalb nun den neuen Star unter den japanischen Effektkünstlern auf dem 20. JFFH als einen unserer Ehrengäste begrüßen zu können. Persönlich wird er fünf seiner überzeugendsten Arbeiten dem Festivalpublikum präsentieren. Im Einzelnen sind dies:

When You Wish Upon A Star | Regie: Katsumi Sasaki | 2019 | 117 min | Internationale Premiere

Auf dem 19. JFFH sorgte Katsumi Sasaki als Gast mit der grimmigen Mukuro Trilogy für Furore. Nun kehrt er mit dem ambitioniert produzierten When You Wish Upon A Star zurück und liefert ein aufwühlendes Drama über die Opfer männlicher Gewalt und die zerstörerische Kraft von Erinnerungen. Hauptdarstellerin Ibuki Kaneda (The Forest) spielt sich buchstäblich die Seele aus dem Leib und trägt den Film damit fast im Alleingang. Besonders hervorzuheben sind die realistischen SFX und Make-up-Effekte von Yoshinari Dohi, die einen großen Anteil an der Intensität des Werkes haben.

In einer von männlicher Gewalt geprägten Welt ist kein Platz für Träume. Die junge Prostituierte Eve droht an ihrem Alltag zu zerbrechen. Gefangen in einem Strudel aus Ekel, Drogen und blinder Wut taumelt sie ihrer Auslöschung entgegen. Eines Nachts trifft sie in einer Bar auf die naive Kimi, die in die Fänge einer Gruppe skrupelloser Zuhälter gerät. Kurzentschlossen befreit sie das Mädchen und nimmt sie mit in ihr verwahrlostest Apartment. Eine verhängnisvolle Verkettung von Ereignissen nimmt ihren Lauf. Und Eve muss leidvoll erfahren, dass man Erinnerungen nicht mit einem Spaten erschlagen kann.

The Limit of Sleeping Beauty | Regie: Ken Ninomiya | 89 min | 2017

Wer die Chance hatte Slum-Polis auf dem 15. JFFH zu sehen, wurde Zeuge eines der Sternstunden des Festivals. Nur sehr selten zeigen Regieneulinge gleich mit ihrem Langfilmdebut ein derartig intuitives Gespür für Rhythmus, Musik und Kameraführung. Jetzt kehrt Regisseur Ken Ninomiya mit seinem neuen Meisterwerk The Limit of Sleeping Beauty zurück, einem der Höhepunkte des 20. JFFH. Besondere Erwähnung verdient neben dem pulsierenden Soundtrack die großartig aufspielende Hauptdarstellerin Yuki Sakurai. Zur Vorstellung wird mit Yoshinari Dohi der maßgebliche Make-up-Künstler des Films erwartet.

Die schüchterne Aki verliebt sich Hals über Kopf in den erfolgreichen Fotografen Kaito. In seinem Varietétheater Aurora, in dem eine Zauber- und Circus-Show zur Aufführung kommt, findet sie ein neues Zuhause. Doch in dem Moment als ihre große Liebe stirbt und sich mit dem Angebot einer Hauptrolle in einer Hamletverfilmung ihr Traum von einer Filmkarrierre zu erfüllen scheint, verliert sie jeden halt. Irrlichternd zwischen Realität und Wahnvorstellungen beginnt sich ihr Verstand aufzulösen. Getrieben von einer clownesken Persönlichkeitsabspaltung stellt sich Aki am Ende eine Frage: To be or not be?

Bonded by Sorrow | Regie: Daisuke Yamanauchi | 117 min | 2017

Daisuke Yamanauchi gilt in Fankreisen als versierter Genre-Regisseur, der sich insbesondere im Bereich des Pink-Films einen Namen gemacht hat. Auch mit Bonded by sorrow enntäuscht Yamanauchi die Erwartungen nicht. Eindringliche Bilder, bizarre Gewaltausbrüche und die Talfahrt des Protagonisten, sein Film serviert ganz sicher keine Schonkost. Gerade wenn einige Szenen eine trügerische Normalität vorgaukeln, seien die Zuschauer gewarnt, denn bald erweist sich diese Ruhe als Bruchlinie zwischen Realität und Fiktion. Die deftigen Effekte von SFX-Künstler Yoshinari Dohi tun ihr übriges.

Yoshikawa hat sich nie richtig von seinem Karriereknick als Fußballprofi erholt, den er seinem Yakuza Freund Takahashii zu verdanken hatte. Sein stilles Dasein endet schlagartig als die körperlich stigmatisierte Yuriko in sein Leben tritt. Blind vor Liebe stürzt er sich in eine Beziehung und übersieht, dass nicht nur ihre Haut von Narben entstellt ist, sondern auch ihr innerstes Selbst einer schwärenden Wunde gleicht. Manchmal reicht auch absolute Hingabe nicht aus die Abgründe der Seele zu heilen. Willkommen in Yoshikawas Hölle.

Magical Michiko | Regie: Junichi Yamamoto | 85 min | 2018

Das kann doch eigentlich nur funktionieren! “Meatball Machine” Regisseur Junichi Yamamoto und “MD Geist” Legende Koichi Ohata tun sich zu einem kreativen Joint Venture zusammen und erwecken ein anarchisches Dämonenmädchen zum Leben. Grotesk komische Körperkunst, organische Manga Tinte, und ritualisiertes Testlesen auf der Verlagstoilette. Ein Feuerwerk an slapstickartiger Situationskomik gewürzt mit subversiv vorgetragener Gesellschaftskritik und einem gehörigen Schuss Erotik. Maßgeblich beteiligt an den erfrischend handgemachten Make-up-Effekten ist zudem mit Yoshinari Dohi einer der größten SFX-Künstler seiner Generation.

Manga Zeichner Michio steht unter akutem Erfolgsdruck. Sein ehrgeiziges Ziel ist ein erotischer Manga der die weibliche Gefühlswelt wiederspiegelt. Doch sein schlüpfriges Projekt scheint an einer simplen Tatsache zu scheitern: Michio ist keine Frau! Von unkontrollierbaren Testosteronschüben gebeutelt, muss er sich zudem den Avancen seiner attraktiven Vermieterin erwehren. Doch dann erwacht Michios Hauptfigur, ein junges Dämonenmädchen, buchstäblich zum Leben. Besorgt über die Richtung die Michios Leben nimmt, inkarniert sie sich, um ihm zu helfen seinen Traum zu verwirklichen.

Smoking Aliens | Regie: Kimihiko Nakamura | 82 min | 2018

Kimihiko Nakamura ist begeisterter Independet-Regisseur und hat bisher alle seine Filmprojekte mit kleinsten Budgets und viel Herzblut realisiert. Mittels Crowdfunding gelang es ihm nun mit Smoking Aliens sein bisher aufwendigstes Werk zu verwirklichen. Der spaßige Genremix, der gekonnt Motive aus Science-Fiction und Panic-Film vermischt, erwies sich denn auch prompt als eines der Highlights des Yubari International Fantastic Film Festival 2018. Die Stärke von Smoking Aliens liegt neben der unbekümmerten Umsetzung seiner aberwitzigen Handlung, vor allem in den liebevoll handgemachten SFX von Außnahmekünstler Yoshinari Dohi.

Hanawaza, einsame Hausfrau und leidenschaftliche Raucherin fühlt sich von der immer stärker werdenden Nichtraucher-Lobby zusehends unter Druck gesetzt. Ihr Chef will seine Firma in der sie als Reinigungskraft arbeitet einer strikten Gesundheitsreform unterziehen. Die Schlinge der Lobbyisten zieht sich immer enger zu, als selbst die Raucherzimmer zu Fitnessräumen umfunktioniert werden. In diesen verqualmten Alltag kugelt plötzlich eine Armee parasitärer Ausserirdischer. Der Kampf um die Vorherrschaft beginnt-ein Verlierer steht bereits fest – Die E-Zigarette.

Auch zu seinem Geburtstag bleibt sich das JFFH treu und umfasst mit seinem Programm wieder über 70 aktuelle japanische Produktionen vom abendfüllenden Spielfilm bis zum experimentellen Kurzfilm, darunter zahlreiche Deutschland-, Europa- und Weltpremieren. Ob nun anspruchsvolle Arthaus-Filme in der Noh-Reihe, grell-wilde Genrestreifen in der Naginata-Reihe, farbenfrohe Anime oder die Leichtigkeit der Komödien der Rakugo-Reihe, für jeden Geschmack ist wieder etwas dabei. Mit den vielen erwarteten Gästen aus Japan steht auch bei der Jubiläumsausgabe des JFFH der Austausch zwischen Publikum und japanischen Filmschaffenden im Mittelpunkt.

Weitere Informationen:

www.facebook.com/japan.filmfest.hamburg

blog.jffh.de/

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