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Festival soll Menschen an die Kultur der Stadt erinnern

Inaho-Fuchshochzeit lässt japanische Märchenwelt lebendig werden

In Japan gibt es viele Orte, für die sich Touristen eher weniger interessieren. So geht es ebenfalls der Stadt Kudamatsu in der Präfektur Yamaguchi, die allerdings ein ganz besonderes Fest zu bieten hat. Jedes Jahr wird am 3. November die Inaho-Fuchshochzeit gefeiert, die auf einem alten japanischen Märchen basiert.

Die Folklore handelt von zwei weißen Füchsen und einem Hohepriester des Hoseiji Tempels. Der Mann verlor eines Tages im nahen Wald seine Gebetskette. In der Nacht träumte der Priester anschließend von zwei Fuchsgeistern, die unter einer alten Birke stehen. In dem Traum sagten die Füchse, dass sie ihm seine Gebetskette wiederbringen, er müsse sie dafür jedoch zum Tempel bringen und ehren. Als Dank dafür wollen sie über die Menschen wachen und die Stadt vor Unglück bewahren.

Für einen Tag ein Fuchs sein

Beim Aufwachen fand der Priester tatsächlich seine Kette neben sich auf dem Kissen liegen. Er ging daraufhin zu der alten Birke, wo er zwei tote weiße Füchse fand. Wie es ihm die Geister erklärt hatten, brachte er die Tiere zurück zum Tempel, beerdigte sie wie Menschen und ehrte sie mit einer aufwändigen, respektvollen Gedenkzeremonie.

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Seitdem besitzt der Tempel den Ruf, dass er verlorene Dinge wiederfindet. Viele Menschen besuchen den Schrein und finden tatsächlich später oft ihre verlorenen Sachen wieder. Während das Märchen aus der Edo-Zeit stammt, gibt es die Tradition der Inaho-Fuchshochzeit erst seit 1950.

Mittlerweile ist es ein großes Ereignis in der Gemeinde und zieht jährlich Tausende von Menschen an. Als Teil des Festivals findet eine Hochzeitsprozession mit einer Fuchsbraut und einem Fuchsbräutigam statt, die traditionell gekleidet sind.

Mit einer Art Rikscha fahren sie durch die Gegend von Hanaoka, während ihnen die Bewohner als Hochzeitsgäste folgen. Sie sind dabei passend gekleidet und tragen Fuchsmasken oder haben bemalte Gesichter. Auf der Strecke bis zum Hanaoka-Bahnhof wird zusammen getanzt und aufwändige Festivalwagen werden zu traditioneller Musik getragen.

Am Ende kommt es zu der San San Kudo Hochzeitszeremonie. Am Rande des Festivals gibt es zahlreiche Stände mit Festivalartikeln, Spielen und Snacks. Unter anderem gibt es Fuchsmasken und Inari Sushi, das Lieblingsessen der Füchse.

Gegen das Vergessen von Traditionen

Das Hochzeitspaar selbst wird übrigens jährlich aus den Bewohnern der Stadt ausgesucht. Niemand weiß jedoch, wer am Ende auf den Wagen sitzt, da die Identität mit Fuchsmasken geheim bleibt. Allerdings ist die Rolle der Braut sehr beliebt, da sie angeblich einer Frau für die Zukunft eine gute Ehe beschert. Menschen, die hingegen an der Hochzeitszeremonie teilnehmen, sollen kein Leid erfahren, eine gute Ernte und Erfolg im Geschäft haben.

Obwohl für viele das Fest ein freudiger Anlass ist, ist der eigentliche Hintergrund etwas ernster. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren viele alte japanische Praktiken in den Wirren des Krieges verloren gegangen.

Freiwillige versuchten in Kudamatsu, die Tradition wiederzubeleben, für eine gute Ernte zu beten und sich an die Legende der Füchse zu erinnern. Aus diesem Grund entstand die Fuchshochzeit, um an die Traditionen der Stadt zu erinnern, sodass keiner sie für die Zukunft vergisst.

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