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Sharing the Beauty of Japan

Interview mit Reise-Influencerin Kyoko Ueda

Über zwei Jahre lang hatte sich Japan gegenüber Reisenden aus aller Welt abgeschottet. Seit im September die Grenzen wieder geöffnet sind, holen viele Menschen ihre aufgeschobenen Japan-Reisen nach. Davor galt es zwei Jahre lang, das Fernweh vor allem über Social Media zu stillen.

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Denn das Interesse an Japan, das in 2019 Rekord-Touristenzahlen verzeichnete, wächst seit Jahren immer weiter an. Maßgeblich daran beteiligt sind Reise-Influencer, die Japan-Fans in aller Welt das Land von seinen schönsten Seiten zeigen.

Wie Reisen zur Arbeit wird

Um mehr über das Wirken japanischer Reise-Influencer zu erfahren, hat sich Sumikai mit Kyoko Ueda in Verbindung gesetzt. Wenn Kyoko verreist, begleiten sie über 261.000 Menschen auf Instagram. Wir sprechen über ihre Anfänge als Influencerin, ihren Blick auf Deutschland und Reiseempfehlungen für Japan-Fans.

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Sumikai: Erzähl uns etwas von dir, wer bist du?

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Kyoko: Ich bin Kyoko Ueda, in Tokyo geboren und in Yokohama aufgewachsen. Als ich 5–6 Jahre alt war, lebte ich in Düsseldorf. Darum hat unsere Familie einen besonderen Bezug zu Deutschland. Im Moment bin ich als Instagrammerin tätig. Mein Mann ist Fotograf und wir arbeiten zusammen.

Sumikai: Ist Reise-Influencerin dein Hauptberuf?

Kyoko: Ja, die Arbeit als Influencerin ist jetzt meine Haupttätigkeit. Tatsächlich habe ich vor einigen Monaten meinen Job im Public-Relations-Bereich eines Einzelhandel-Unternehmens gekündigt.

Sumikai: Seine jetzige Größe hat dein Kanal insbesondere nach dem Start der Pandemie und den Reiseeinschränkungen erreicht. Hat dich das überrascht?

Kyoko: Mein Kanal ist während der Pandemie schnell gewachsen. Es gab eine Zeit, in der der Algorithmus für mich gut funktioniert hat und es viel Interaktion gab. Das hatte mich sehr überrascht. Dadurch bekamen wir viele Angebote von Unternehmen, mit ihnen zu arbeiten!

Sumikai: Du besuchst viele Orte, die nicht zu den üblichen Touristen-Hotspots gehören. Wie entscheidest du, wohin du gehst und was du mit der Welt teilst?

Kyoko: Die Stadtbilder sind in vielen Ländern in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich. Das Land mag ich, weil die Landschaft und die Gebäude dort immer noch sehr japanisch sind. Um zu entscheiden, wohin wir reisen, nutzen wir Fotos von Instagram oder aus dem Netz und orientieren uns daran!

Sumikai: Bei deinen Posts steht oft die Landschaft im Vordergrund. Wie würdest du den Stil deiner Bilder und Videos beschreiben?

Kyoko: Als ich vor etwa fünf Jahren mit Instagram begann, dachte ich, dass mein aktueller Foto-Stil (mit dem Rücken zur Kamera) auf der ganzen Welt beliebt war. Viele Blogger hatten ihn bereits verwendet, aber dann fiel mir auf, dass nur wenige in Japan diesen Stil nutzten. Sich auf Japan zu konzentrieren, war damit ein Vorteil.

Und da mich niemand kannte, dachte ich mir, dass es besser ist, die Landschaft in den Fokus zu rücken. Aber reine Landschaftsfotos sind etwas langweilig, also machen wir auch Fotos, auf denen ich nur im Hintergrund zu sehen bin. Wir besuchen viele Orte auch mehrmals, zu verschiedenen Jahreszeiten.

Das Freilichtmuseum Saiko Iyashi-no-Sato
Das Freilichtmuseum „Saiko Iyashi-no-Sato Nenba“ liegt an einem der fünf Fuji-Seen und darf als Geheimtipp für Fuji-Bilder zählen. Bild: Kyoko Ueda

Sumikai: Du hast erwähnt, dass du als Kind in Deutschland gelebt hast. Welche Erinnerungen hast du an die Zeit in Deutschland, und sprichst du noch Deutsch?

Kyoko: In Deutschland bin ich auf eine japanische Schule gegangen, darum kann ich gar kein Deutsch. Heute interessiere ich mich für Sprachen, aber als Kind wusste ich nicht, wie wichtig das Sprachenlernen ist. Ich erinnere mich noch, dass ich mal weinend aus der Schule nach Hause lief. Eine freundliche ältere Frau sprach mich auf Deutsch an und ich verstand kein Wort, haha.

Irgendwann will ich noch einmal die Orte besuchen, an denen ich mit meinen Eltern gelebt habe, das ist mein Traum.

Sumikai: Vor einiger Zeit warst du in Deutschland und hast Orte besucht, die mit Goethe in Verbindung stehen. Es war deine erste Auslandsreise seit der Pandemie. Wie war es, wieder in die Welt zu reisen und was war dein Eindruck von Deutschland?

Kyoko: Ich reise viel in Japan umher, aber ich liebe es auch, ins Ausland zu fliegen. Unsere erste Auslandsreise nach so langer Zeit war sehr anregend und unterhaltsam! Ich fand es wunderbar, wie sich in vielen deutschen Städten historischen und moderne Szenerien vermischen. Viele der Gebäude und Strukturen sind hunderte Jahre alt und werden heute noch gepflegt, das ist großartig!

Sumikai: Viele Reisende fliegen nach der Öffnung der Grenzen nun wieder nach Japan, einige zum ersten Mal. Welchen Rat hast du für sie? Und welche drei Orte würdest du Gästen besonders empfehlen?

Kyoko: Einen besonderen Rat habe ich nicht, ich wünsche ihnen einfach, dass sie ihre Reise nach Japan genießen! Denen, die nicht das erste Mal nach Japan kommen, empfehle ich: reist in andere Städte als nur Tokyo, Osaka und Kyoto. Dort gibt es viele sehenswerte Ziele, die sich von den großen Städten unterscheiden.

Meine drei Empfehlungen für alle Reisenden: Kyoto (da ist zwar manchmal zu viel los, aber es gibt viele Sehenswürdigkeiten), Yamanashi (um den Fuji-san zu sehen) und Gifu (dort gibt es immer noch viel alte japanische Architektur und es ist nicht so besucht wie Kyoto).

Reisen mit Akita-Inu
Die Kleinstadt Kakunodate gilt als das „Kyoto des Nordens“. Wer den weiten Weg auf sich nimmt, kann dort etwa an Stadttouren mit Akita-Hunden teilnehmen. Bild: Kyoko Ueda

Sumikai: Für Städte wie Kyoto stellt sich mit dem neu anlaufenden Tourismus die Frage, wie man einen „Overtourism“, also eine Überlastung durch Touristen, vermeidet. Welche Erfahrungen hast du mit „zu vielen Touristen“ gemacht?

Kyoko: Manchmal sind die Busse und Restaurants, die eigentlich von den Stadtbewohnern genutzt werden, durch Touristen völlig überfüllt. Es ist wichtig, zu zeigen, was andere Städte im Land zu bieten haben. Aber die Schwierigkeit ist natürlich, dass jeder Reisende mindestens einmal auch die bekannten Städte besuchen möchte.

Sumikai: Letzte Frage, welches Essen sollten Japan-Reisende deiner Meinung nach unbedingt ausprobieren?

Kyoko: Hmm, es ist schwer sich zu entscheiden. Wie wäre es mit Una-don (Aal auf Reis) und Tempura! Ich denke, eines der großartigen Dinge an Japan ist, dass man viele leckere Speisen für wenig Geld probieren kann!

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