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In Region Chubu auf Japans größter Hauptinsel Honshu

Ishikawa – Kultur und Landleben im Einklang

Die Präfektur Ishikawa befindet sich in der Region Chubu auf Japans größter Hauptinsel Honshu. Sie grenzt im Westen an das Japanische Meer, während ihr südlicher Teil vor allem von Bergen geprägt ist. Das nördliche Ende bildet die Noto-Halbinsel, die mit der Toyama Bucht eine der größten Buchten Japans formt.

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Die heutige Präfektur Ishikawa entstand im Zuge der Meiji Restauration und der damit verbundenen Abschaffung des Feudalsystems im Jahre 1871. Sie setzte sich damals aus den ehemaligen Provinzen Echizen, Etchu, Noto und Kaga zusammen und beinhaltete lange Zeit noch Teile der heutigen Präfekturen Fukui und Toyama, bevor diese schließlich bis 1883 voneinander getrennt wurden.  Einst gehörte die Gegend zur Hokuriku Region, in welcher einige der reichsten Domänen des Landes lagen, und war daher lange eine Hochburg für Kultur und Handel.

Kanazawa – Hauptstadt von Ishikawa

Den Verwaltungssitz der Präfektur Ishikawa bildet die Stadt Kanazawa. Ihren Ursprung hat sie im 15. Jahrhundert, als die Anhänger der buddhistischen Jōdo Shinshū Sekte den dortigen Fürsten stürzten und fast ein Jahrhundert lang autonom regierten. Durch die Lage zwischen zwei Flüssen und ihre Nähe zu den japanischen Alpen war die Stadt militärisch gut gelegen und fiel erst in der Sengoku Zeit an die Maeda, eine einflussreiche Samurai Familie. Die Maeda regierten ihre Domäne von Kanazawa aus und waren lange Zeit der reichste Clan im Tokugawa Shogunat.

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Kanazawa wurde im Laufe der 300 Jahre langen Maeda Regierung von Naturkatastrophen und militärischen Angriffen verschont, sodass sich die Stadt zu einer kulturellen Hochburg entwickelte. Die Fürsten förderten die Geisha Kultur, Literatur und Gartenkunst, deren Erbe man bis heute in Kanazawa findet. So gehört der Kenroku-en Garten zu den drei schönsten Landschaftsgärten Japans.

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Der Higashi Chaya Bezirk in Kanazawa.
Der Higashi Chaya Bezirk in Kanazawa. Foto: Erik OBrien

Die Stadt besitzt zudem drei alte Geisha-Bezirke, auch Tee-Bezirke genannt, da die Geisha in den dortigen Teehäusern ihre Gäste unterhielten und vielfach auch heute noch unterhalten. Im größten Tee-Bezirk, dem Higashi-Chaya, findet man zudem eine noch aktive Geisha-Schule. Die Bezirke zeigen ein traditionelles Stadtbild und man kann ehemalige Geisha-Häuser besichtigen und sogar an Vorstellungen teilnehmen. Nicht umsonst wird Kanazawa auch gerne das „kleine Kyoto“ genannt.

Die Stadt hat außerdem eine ungewöhnlich hohe Dichte an Tempeln – allein im Utatsuyama Tempelbezirk befinden sich mehr als 50 Tempel und Schreine.

Die Noto Halbinsel und 1000 Reisfelder in Ishikawa

Die Noto Halbinsel ist eine von Honshus 11 Halbinseln und unter Touristen weitgehend unbekannt. Sie ist vor allem ländlich geprägt und wirkt eher schwer zu erreichen, ist aber durch den nahen Hokuriku Shinkansen bestens angebunden. Dieser bildet nämlich eine direkte Verbindung zwischen Tokyo und Ishikawas Hauptstadt Kanazawa.

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Die Gegend ist vor allem für ihre vielen Farmen bekannt und man sieht dort überall malerische Reisfelder. Die Umgebung der Stadt Wajima eignet sich beispielsweise auch wunderbar für einen Bauernhof-Aufenthalt, bei welchem man nicht nur engen Kontakt zu den Einheimischen aufbaut, sondern auch hautnah erleben kann, wie sich das japanische Landleben anfühlt.

Reisterrassen auf der Noto Halbinsel in Ishikawa.
Reisterrassen auf der Noto Halbinsel in Ishikawa. Foto: MI ED/ Unsplash

Hier findet man auch die Reisterrassen von Senmaida (wörtlich 1000 Reisfelder), welche sich an die Hänge nahe der Sosogi Küste bei Shiroyone schmiegen. Durch die hügelige Landschaft sind die einzelnen Felder sehr klein und an die Gegebenheiten angepasst, was den Terrassen ihre besonderen Formen verleiht und sie zu einem beliebten Fotomotiv macht.

Kanazawa in Ishikawa ist bekannt für die Verarbeitung von Blattgold.
Kanazawa in Ishikawa ist bekannt für die Verarbeitung von Blattgold. Foto: Meg Sing

Kunsthandwerk und heiße Quellen in Ishikawa

Die Präfektur Ishikawa war schon in der Feudalzeit ein Zentrum für Kunsthandwerk und führt diese Traditionen bis heute fort. So ist Kanazawa beispielsweise bekannt für die Produktion und Verarbeitung von Blattgold. Somit findet man hier unzählige mit Gold verzierte Produkte wie Schmuckschatullen, Essstäbchen und sogar Softeis mit Blattgold.

Auch Lackwaren haben eine lange Tradition in Ishikawa, die hier gefertigten Produkte sind meist zusätzlich mit Blattgold geschmückt. In der Gegend um Kaga dagegen produziert man seit Jahrhunderten eine spezielle Art von Seide, welche durch komplizierte Drucktechniken hervorsticht und eine besondere Optik nach dem wabi-sabi Prinzip aufweist.

Lackwaren aus Wajima in Ishikawa.
Lackwaren aus Wajima in Ishikawa. Foto: Rey Waters

In Kaga findet man außerdem viele heiße Onsen Quellen wie beispielsweise Yamashiro Onsen und Yamanaka Onsen. Am Fuße des Hakusan Berges sind ebenfalls viele natürliche Thermalbäder angesiedelt, die meisten davon sind Teil von Ryokan Unterkünften, sodass Besucher*innen hier zum Beispiel nach einer Wanderung entspannen können.

Die Präfektur Ishikawa bietet mit ihren langen Küsten und der Mischung aus Farmleben und jahrhundertealter Kultur eine gelungene Abwechslung und ist zudem spannend für alle, die in den etwas abgelegeneren Gegenden das authentische Japan suchen. Mehr Informationen findet man auf JapanTravel.

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