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Izus „Kleines Kyoto“ inspiriert mit seiner Geschichte

In der Nähe von Tokyo gibt es jede Menge zu sehen – neben atemberaubender Natur gibt es auch zahlreiche Onsen-Städte und viele kulturelle Highlights der japanischen Geschichte. Aus diesen vielen kleineren Städten sticht die Stadt Shuzenji in der Präfektur Shizuoka ganz besonders heraus. Denn obwohl es den Spitznamen „Kleines Kyoto“ trägt, gibt es dort sehr viel mehr zu sehen und zu erleben.

Über die Jahre inspirierte die einzigartige Geschichte von Shuzenji Reisende und japanische Schriftsteller gleichermaßen. Denn die Stadt hat eine dunkle Vergangenheit. Wenn man die Menschenmengen hinter sich lässt und zum Bambuswald geht, finden Besucher viele moosbewachsene Wege in den Randgebieten der Stadt. Diesen folgt man in den Wald hinein, um zu dem Grab von Minamoto no Yoriie, dem zweiten Shogun des Kamakura-Shogunats, zu gelangen.

Laut der japanischen Geschichte wurde Yoriie nach Shuzenji verbannt und dort dann ermordet. In der Nähe seines Grabes steht der Shigetsuden-Tempel. Er wurde erbaut, um den Geist von Yoriie zu besänftigen und ist das älteste hölzerne Gebäude auf der gesamten Halbinsel Izu. Doch nicht nur dieser Shogun erlitt im “Kleinen Kyoto” ein solches Schicksal. Zahlreiche politische Gefangene gelangten nach Shuzenji ins Exil. Einige von ihnen wurden sogar im dortigen Shuzenji-Tempel ermordet.

Heute können Besucher eine Nachbildung dieses Haupttempels besuchen, dessen Originalbau aus dem Jahr 807 stammt. Er ist der älteste Tempel der gesamten Halbinsel und wichtiger Teil der Geschichte des Ortes. Wie viele von Japans alten Bauten wurden alle Tempel der Insel in einem Feuer zerstört. Doch der Haupttempel wurde neu errichtet. In der Nähe gibt es einen weiteren besichtigungswürdigen Punkt. Der Hie-Schrein, der nicht weit vom Shuzenji-Tempel entfernt steht, hat auf seinem Gelände zwei Zedern. Sobald ein Besucher die steinernen Treppen erklommen hat, kann er durch sie hindurch schreiten, um laut Sage mit vielen Kindern gesegnet zu sein.

Es gibt nicht nur historische Stätten, die die Geschichte des Ortes erzählen

Bambushaine Kyoto
Bild: YouTube

Eins der unvergesslichsten Ryokan- und Onsen-Erlebnisse können Besucher vermutlich in Shuzenji erleben. Seine Onsen haben zwar nicht viel mit der düsteren Geschichte des Ortes zu tun, doch sie sind immer noch die ältesten der gesamten Halbinsel. Außerdem sind sie auch in der Liste der „100 besten Heißen Quellen“ aufgeführt. Das ist bei all den Onsen, die Japan zu bieten hat, nicht einfach zu erreichen. Der Bambuswald, den es in nicht all zu vielen Teilen des Landes gibt, trägt sicherlich seinen Teil dazu bei. Denn vor allem im Herbst ist nach einem heißen Bad ein Spaziergang durch diesen etwas ganz Besonderes. Der am Katsura-Fluss gelegene Wald bietet jede Menge einmalige Eindrücke.

Selbst für diejenigen, die die japanischen heißen Quellen nicht mögen, weil die wichtigsten Regeln dort vorschreiben, dass man sie nur nackt betreten darf, gibt es dort ein kleines Onsen-Erlebnis. Nahe der Mitte des Flusses gibt es das kostenlose Freiluft-Fußbad, das “Ashiyu” heißt. Dort kann man ein entspanntes Fußbad nehmen und zugleich die Natur genießen. Auch diese kleine heiße Quelle hat hier ihre ganz besondere Geschichte. Laut der Legende sei sie entstanden, als der buddhistische Mönch Kobo Daishi (774-835) mit seinem tokko (Wanderstab) einen Stein in den Fluss stieß. Dieser Mönch ist zugleich eine sehr berühmte Persönlichkeit. Er gilt als Gründer des Shingon-Buddhismus und als der Mann hinter dem berühmten Rückzug auf dem Berg Koya in Wakayama.

Shuzenjis Geschichte bietet noch mehr

Neben politischen Exilen, Ermordungen und wundervollen heißen Quellen bietet Shuzenjis Geschichte einen weiteren Punkt auf der Liste der Besonderheiten. Die Stadt ist die Heimat des Wasabi. Hier bauten die Japaner damals zuerst die scharfen Wurzeln an und verarbeiteten sie. Kein Wunder also, dass die Stadt das beste Wasabi des Landes anbieten kann. Wer Shuzenji besucht, sollte also unbedingt die zahlreichen lokalen Wasabi-Spezialitäten probieren – es gibt sogar Wasabi-Eis. Zahlreiche Geschäfte bieten diese besondere Geschmacksrichtung an, die aus Vanilleeis, gemischt mit frisch geriebenem Wasabi entsteht.

Shuzenji ist ein wahrhaft magischer Ort, der Besuchern eine Menge zu bieten hat. Ganz gleich, ob man sich für die Geschichte oder Kultur oder einfach für die besondere heiße Quelle interessiert – Besucher werden nicht enttäuscht sein.

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