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Japan nach Fukushima – Auswirkungen auf die Zukunft des Landes

Die Folgen der Havarie des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi nach dem schweren Erdbeben vom 11.03.2011 werden das Land wohl niemals loslassen.

Fukushima Daiichi zerstörter Reaktor
Durch eine Explosion zerstörtes Reaktorgebäude im havarierten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi; © Tepco

Als am 11. März 2011 der Osten Japans von einem Erdbeben der Stärke 9,0 erschüttert wurde, hätte niemand mit den Folgeschäden rechnen können, die das Land bis heute tragen muss – und von denen es wohl noch viele weitere Jahre betroffen sein wird. In den Medien stand zunächst der auf das Beben folgende Tsunami im Mittelpunkt – immerhin hatte dieser unzählige Menschen gewaltsam aus ihrem Leben gerissen und war somit weitaus greifbarer für die Bevölkerung als die Geschehnisse im Kernkraftwerk, über die erst in den folgenden Tagen und Wochen langsam aber sicher Informationen ans Licht kamen.
Während man jedoch die Schäden, die durch einen Tsunami entstanden sind, wieder reparieren kann, sind die Spätfolgen der Havarie von Fukushima Daiichi etwas anderes. Japan wird noch viele Jahre lang mit ihnen zu kämpfen haben.

Auswirkungen auf die Umwelt

Natürlich sind die Auswirkungen der Strahlung auf die Umwelt das größte Problem für Japan. Ein großes Gebiet um das zerstörte Kraftwerk wird noch für sehr lange Zeit unbewohnbar bleiben. Dies ist für ein Land mit einer Bevölkerungsdichte wie Japan schon alles andere als angenehm – das größte Problem jedoch ist die Verstrahlung der Umgebung und vor allem die des Meeres.
Zuvor wurde in der Region vermehrt Landwirtschaft betrieben. Die Ausfälle in der Produktion von Lebensmitteln wirken sich natürlich auf den Staat aus. Dieses Problem lässt sich zwar durch Importe recht einfach bewältigen, hat allerdings trotzdem Konsequenzen für die Finanzen Japans. Auch die vielen Menschen aus der Region, die alles verloren haben, benötigen staatliche Hilfen, bis sie sich ein eine neue Existenz aufbauen können.

Fukushima Daiichi Wassertanks
In solchen Tanks wird vor Ort kontaminiertes Wasser gelagert; © Tepco

Noch schlimmer ist die Verstrahlung der Gewässer um Fukushima Daiichi. Immer wieder gelangt kontaminiertes Wasser aufgrund von Lecks in den Pazifik. Die Menge mag angesichts der riesigen Wassermassen im Ozean als nichtig erscheinen, doch das Leben im Meer wird davon trotzdem betroffen – für Japan, ein Land das sich von so viel Fisch ernährt, ist dies natürlich eine Katastrophe. Lebensmittelkontrollen müssen viel häufiger als früher durchgeführt und Grenzwerte nach oben korrigiert werden. Auch, wenn Wissenschaftler bestimmte Mengen als unproblematisch anpreisen, ist dies keine allzu große Erleichterung für die Bevölkerung. Auch heute noch werden verstrahlte Fische gefunden – teilweise sogar an der amerikanischen Küste.

Eine Frage des Vertrauens

Die Regierung wie auch die Betreiberfirma von Fukushima Daiichi, Tepco, hatten in Folge der Krise mit einem unglaublichen Vertrauensverlust zu kämpfen, der bis heute andauert. Missmanagement und eine unzureichende Informationspolitik waren der Auslöser – als Folge dessen hat sich im Land eine relativ große Anti-Atomkraftbewegung entwickelt, die zu einigen der größten Proteste geführt hatte, die das sonst so protestarme Land je gesehen hat. Diese sind zwar relativ schnell wieder abgeflaut – die Anzahl an Aktivisten, die gegen die Atompolitik des Landes kämpfen, ist jedoch insgesamt gestiegen. Auch die kritische Betrachtung der Medien durch die Bevölkerung hat sich verändert: Früher wurden die Informationen aus Presse und Nachrichten noch zum Großteil aufgenommen, ohne dass sie hinterfragt wurden. Heute jedoch denken die Leute zwei Mal darüber nach, ob man eher vagen Informationen, wie sie im zurückhaltenden Japan oft herausgegeben werden, auch wirklich trauen kann.

Eine Belastung für die Staatskasse

Wie bereits weiter oben erwähnt, hat die Katastrophe nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig große Auswirkungen auf die Finanzen des Landes. Die wohl größten Kosten werden auf das Land zukommen, weil es früher oder später doch eine Umstellung der Energie-Zusammensetzung vorantreiben und mehr auf erneuerbare Energien setzen muss. Die Bevölkerung, die zuvor jahrzehntelang im Glauben gelassen wurde, dass Atomstrom absolut sicher wäre, wurde durch die Havarie des Kraftwerks nun mit eigenen Augen vom Gegenteil überzeugt. Die Regierung steht zwar immer noch hinter dem Atomstrom – nicht zuletzt durch die äußerst enge Verflechtung zwischen Staat und Industrie bedingt – aber wird diese Einstellung gegenüber der Bevölkerung wohl nicht ewig aufrechterhalten können.

Fast sechs Jahre nach der Katastrophe bleibt demnach festzuhalten, dass die Spätfolgen ebendieser das Land noch sehr lange in ihrem Griff haben werden.

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